Autor: Björn Brodersen 06.11.2015 - 08:04 | (29)

Blackberry Priv: Das erste Android-Smartphone von Blackberry im Hands-on

Slider-Mechanismus, Dual-Edge-Display, echte QWERTZ-Tastatur und Blackberry-Anwendungen wie Hub, DTEK und Productivity Tab heben das Blackberry Priv von anderen aktuellen Android-Smartphones ab. Im Unboxing und ersten Hands-on besticht das Blackberry-Smartphone auch durch eine hochwertige Anmutung.

Blackberry Priv: Das erste Android-Smartphone von Blackberry im Hands-on

Blackberry Priv mit Android und mechanischer QWERTZ-Tastatur | (c) AM

Das Blackberry Priv ist das erste Android-Smartphone des kanadischen Herstellers Blackberry. Nicht nur deshalb ist es ein spannendes Gerät. Mit einer echten, herausziehbaren Hardware-Tastatur, einem an beiden Längsseiten um die Kante gebogenen Display, dem zentralen Nachrichten-Eingang Blackberry Hub und erweiterten Sicherheits-Features hebt es sich von den meisten anderen Smartphone-Modellen aus dem Android-Lager ab. Ab heute ist das Blackberry Priv in den USA erhältlich, der Release in Deutschland wird in der zweiten Novemberhälfte erfolgen. Bei Amazon und Elektronihändlern kann es bereits für Preise ab 779 Euro (UVP) ohne Vertrag vorbestellt werden. Wir werden das Blackberry Priv ab heute ausgiebig in der Areamobile-Redaktion testen und zeigen euch hier die Bilder vom Unboxing des Geräts.

Blackberry Priv im Unboxing | (c) Areamobile

Blackberry Priv | (c) Areamobile

Die Specs des Blackberry Priv

Technisch kann sich das Blackberry Priv durchaus mit anderen Spitzensmartphones mit Android messen: Unter der Haube arbeitet der sechskernige 64-Bit-Prozessor Snapdragon 808 von Qualcomm (MSM8992) mit einer Taktrate von bis zu 1,8 GHz, der Arbeitsspeicher ist 3 GB groß. Die interne Speicherkapazität ist auf 32 GB begrenzt, doch das Priv akzeptiert eine microSD-Karte zur Speichererweiterung um bis zu 2 TB - auch im laufenden Betrieb des Handys. Das 5,43 Zoll große AMOLED-Display des Blackberry Priv löst mit 2.560 x 1.440 Pixel auf, was 540 Bildpunkte pro Zoll ergibt, und wird durch eine Oberfläche aus Gorilla Glass 4 geschützt. Der gebogene Randbereich des Geräts lässt sich ähnlich wie beim Dual-Edge-Display des Samsung Galaxy S6 Edge zum Anzeigen des Akku-Ladestands, wenn das Gerät an eine Stromquelle angeschlossen ist, und zum schnellen Öffnen eines PIM-Menüs nutzen ("Productivity Tab") - mehr dazu in einem folgenden Artikel. Der 3.410 mAh starke Akku ist fest in das Blackberry Priv eingebaut und soll laut Hersteller einen Tag Mischnutzung erlauben.

Blackberry Priv im Unboxing | (c) Areamobile

Blackberry Priv: Aufgeschobene QWERTZ-Tastatur| (c) AM

Blackberry Priv im Unboxing | (c) Areamobile

Blackberry Priv: Rückseite mit Kamera | (c) AM

 

Weitere Features des ersten Android-Smartphones von Blackberry sind eine 18-Megapixel-Kamera mit Schneider-Kreuznach-Optik, f/2.2-Blende, Phase-Detection-Autofokus, optischem Bildstabilisator, Dual-LED-Blitz und Videoaufnahme in 4K-Qualität mit 30 Bildern pro Sekunde, eine 2-Megapixel- bzw.- 720p-Frontkamera sowie Datenschnittstellen wie Micro-USB 2.0 mit SlimPort, Bluetooth 4.1, NFC, GPS, WLAN b/g/n/ac mit Wifi Direct sowie UMTS mit HSPA+ und LTE. Ungewohnt für viele Android-Nutzer ist die Anschluss- und Tastenpositionierung des Geräts: Der Power-Button sitzt an der linken Seite, Nano-SIM-Karten- und microSD-Karteneinschübe am oberen Rand, der Headset-Anschluss ganz außen an der Unterkante des Smartphones. Rechts zwischen den beiden Lautstärketasten sitzt die Mute-Taste, mit der sich nicht nur die Lautstärke für verschiedene Anwendungsbereiche schnell anpassen, sondern auch Benachrichtigungsprofile einstellen lassen. Der schmale Streifen unterhalb des Displays ist über die ganze Breite gerastert, doch nur unter der linken Hälfte sitzt ein Mono-Lautsprecher.

Blackberry Priv im Unboxing | (c) Areamobile

Blackberry Priv: Anzeige des Ladevorgangs auf dem Edge-Display | (c) Areamobile

Die Unboxing-Bilder des Blackberry Priv samt Lieferumfang

Zum Lieferumfang des Geräts gehören ein Netzteil, ein USB-Kabel, einfache Kopfhörer, ein Piekser zum Öffnen der Steckfächer für SIM- und microSD-Karte sowie eine Bedienungsanleitung. Hier jetzt erst einmal die Unboxing-Bilder, bevor wir das Gerät im Betrieb weiter beschreiben.

Blackberry Priv im ersten Hands-on

Anmutung und Verarbeitung des Blackberry Priv sind ebenso hochwertig wie die von teureren Blackberry-10-Smartphones des Herstellers. Die Rückseite besteht aus Kevlar mit eingewobenen Glasfasern und bietet so ebenso guten Grip wie beispielsweise das Blackberry Z30 oder das Blackberry Q10. Das Gehäuse ist 9,4 Millimeter dick und lässt sich bei einer Breite von 7,7 Zentimetern noch gut in die Hand klemmen. Flacher konnte Blackberry das Gerät nicht bauen, erzählte der Hersteller uns, weil dies sonst zu Lasten der Akkukapazität gegangen wäre. Auch so gibt es schon einen "Kompromiss": Die Kamera an der Rückseite hebt sich etwas von der Oberfläche ab. Der Schiebemechanismus, der die echte QWERTZ-Tastatur freilegt, funktioniert einwandfrei: Beim Aufschieben gleitet die Oberschale sanft und doch bestimmt ihre vorgesehene Position.

Blackberry Priv im Unboxing | (c) Areamobile

Blackberry Priv neben Blackberry Z30 und Blackberry Passport (von rechts nach links) | (c) Areamobile

Die Tastenfelder der QWERTTZ-Klaviatur sind klein und liegen gedrängt nebeneinander, zeichnen sich jedoch glücklicherweise durch knackige Druckpunkte aus. Für Umlaute gibt es keinen Platz. Die Tastatur kann auch wie beim Passport als Trackpad verwendet werden, etwa zum Schnippen von Wortvorschlägen in das Textfeld oder zum Scrollen in Menülisten oder im Browser. Eine Wischgeste über die Tastatur nach unten ruft beim Schreiben zusätzlich die virtuelle Tastatur auf dem Display mit Ziffern und Sonderzeichen auf. Mir fällt das Tippen auf der Tastatur des Priv leichter als beim Passport, bei dessen breiter, aber niedriger Tastatur ich Schwierigkeiten habe, das Gerät beim Tippen fest und stabil in der Hand zu halten.

Die Software des Blackberry Priv

Als Betriebssystem kommt Android 5.1.1 Lollipop auf dem Blackberry Priv zum Einsatz, ein Update auf Android 6.0 Marshmallow wird es zu einem späteren Zeitpunkt geben. Nutzer des Blackberry-Smartphones haben vollen Zugriff auf Google-Mobile-Dienste und den Google Play Store zum Herunterladen von Zusatzanwendungen. Statt des Blackberry Assistant steht Google Now zur Verfügung, statt Blackberry Balance Android for Work. Homescreen und App-Drawer sehen erst einmal wie bei Vanilla-Android aus, auch auf eigene Apps für Musik und Bildergalerie hat Blackberry verzichtet, doch der Hersteller hat das Android-Betriebssystem um einige eigene Features ergänzt. Neben dem Productivity Tab für den schnellen Zugriff auf Kalender, E-Mail, Aufgaben und Kontakte hat Blackberry Zusatzdienste wie die Nachrichtenzentrale Hub und die Gerätesuche integriert, die sich entweder durch Antippen des entsprechenden App-Icons oder über eine Streichverknüpfung durch Legen des Fingers auf den virtuellen Homebutton aufrufen lassen. Weitere Eigenheiten der Benutzeroberfläche des Blackberry Priv sind die Filter im Notificationsmenü sowie die sogenannten Pop-up-Widgets, die sich durch Streichen über die Symbole auf dem Homescreen öffnen und so prompt erste Informationen liefern oder Aktionen ermöglichen.

Blackberry Priv im Unboxing | (c) Areamobile

Schnelle E-Mail-Verwaltung im Blackberry Hub

Blackberry Priv im Unboxing | (c) Areamobile

Mail-Betreff nach rechts wischen und später erinnern lassen | (c) AM

 

Eine weitere Zusatzanwendung von Blackberry ist die App DTEK (abgeleitet vom Englischen "Detect" für "entdecken"), die in den Ampelfarben den Sicherheitsstatus für bestimmte Bereiche des Priv wie Betriebssystem, Werkeinstellungen, Apps, Datenverschlüsselung und Bildschirmsperre anzeigt und gegebenenfalls schnelle Korrekturen ermöglicht. Hierüber lässt sich beispielsweise detailliert anzeigen, wann und wie häufig die Facebook-App in der Vergangenheit Informationen wie den Standort abgefragt hat. Anders als bei Blackberry 10 OS können Anwender jedoch der App nicht einzelne Zugriffsrechte entziehen - das wird erst unter Android 6.0 Marshmallow möglich sein. Bis dahin bleiben für mehr Datenschutz nur die Optionen, die App zu stoppen oder zu deinstallieren oder sich zumindest immer benachrichtigen zu lassen, wenn es Standortabfragen gibt.

Blackberry Priv im Unboxing | (c) Areamobile

Blackberry Priv: Streichverknüpfungen | (c) Areamobile

Blackberry Priv im Unboxing | (c) Areamobile

Blackberry Priv: DTEK-App | (c) Areamobile

 

Die Sicherheitsfrage ist für Blackberry nach eigenem Bekunden neben den Produktitivtätsanwendungen einer der wichtigsten Aspekte des Priv. Deshalb hat der kanadische Hersteller auch Sicherheits-Features auf Hardware- und Plattformebene integriert, auf die wir in einem folgenden Artikel näher eingehen werden. Den Sicherheits-Standard eines Blackberry-10-Smartphones erreicht das Priv aber nicht.

Blackberry Priv im Unboxing | (c) Areamobile

Notifications mit Filtern | (c) AM

Blackberry Priv im Unboxing | (c) Areamobile

Productivity Tab | (c) AM

 

Noch keine gelungene WhatsApp-Einbindung

Beim ersten Ausprobieren läuft das Blackberry Priv schnell und flüssig, einige Anwendungen öffnen sich jedoch beim ersten Starten etwas träge. Auch gibt es noch Kleinigkeiten im UI, das der Hersteller korrigieren sollte, etwa einzelne Rechtschreibfehler in den Menübeschreibungen oder eine bessere Einbindung von WhatsApp - Chat-Nachrichten fließen nicht in den Blackberry Hub ein.

Was ist euer erster Eindruck vom Blackberry Priv? Wir sind gespannt auf eure Meinungen - vielen Dank fürs Teilen in den Kommentaren!

Mehr zum Thema: Android-Smartphone, Smartphone, Unboxing

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Kommentare
  1. 09.11.15 12:41 pixelflicker (GURU)

    Das ist schon immer wieder interessant, wie die Leute ihre Private Nutzung zugrunde legen und dann glauben im Unternehmen wäre alles genauso und es gäbe da keine anderen Anforderungen...

  2. 07.11.15 21:39 handyhacho (Expert Handy Profi)
    Wenn sich Google Services deinstallieren lassen...

    ...wäre das Gerät ja evtl. einen Blick wert.

  3. 07.11.15 11:51 IchBinNichtAreamobile.de (Handy Master)

    @sabu: "die Situation bei Android nehme ich ähnlich wie bei win auf dem pc wahr.....das meistverbreiteste System wird natürlich auch attackiert"
    >>Ja und das ist eben der Trugschluss. Selbst für Metro-Apps gibt es keinen Virenscanner. Der Grund ist relativ simpel. Das System ist bereits mit einem Sicherheitskonzept entwickelt worden (Android, iOS, WP, haben dort ähnliche Ansätze), was auf Windows nicht zutrifft. Das nächste Problem ist, dass falls eine Sicherheitslücke wie zB Stagefright ausgenutzt werden sollte, so kann Lookout dagegen nichts machen und es auch potentiell nicht erkennen, weil Lookout in seiner eigenen Sandbox ist.

    Lookout kann nur eines tun: Dateien und einige externe Einstellungen bewerten. Für die Bewertung wiederum braucht Lookout ein umfassendes Nutzerprofil und daran sind auch andere interessiert. Man holt sich also prinzipiell einen Trojaner auf sein Gerät mit einer solchen App ohne das man einen entsprechenden Nutzen davon hätte. Deshalb rate ich auch von Deep-, Smart- und anderen Scanmethoden ab, die auf dieses System aufbauen.

  4. 07.11.15 05:48 sabu (Advanced Handy Profi)

    ibnam ich kann mir nicht ganz erklären, wie WhatsApp mich bei einer attacke über Trojaner oder spoofs beim websurfen schützen kann......hab sowas schon bei bekannten gesehen....und auf sowas hab ich ganz ehrlich keinen bock....für mich ist das kein Marketing für lookout oder ähnliche virenscanner....die Situation bei Android nehme ich ähnlich wie bei win auf dem pc wahr.....das meistverbreiteste System wird natürlich auch attackiert

  5. 06.11.15 23:44 TheHunter (Gast)

    Und vor allem ist ein schrottiges Samsung S4 mini mal überhaupt kein Maßstab. Kauf dir mal nen ordentlichen Androiden wie Sony Z3c zb. Ich hatte Z1c, Z3c, Z Ultra, LG Spirit 4G und jetzt Zuk Z1 und heute hatte ich das erste Mal in der gesamten Zeit der genannten Handys das erste Mal einen Absturz bzw Neustart(ausgerechnet bei CYM).

  6. 06.11.15 21:56 Gandalf (Advanced Handy Profi)

    "iOS läuft & läuft"

    Ja genau. Lach. Die Dinger halten nicht einmal einen Tag bei regelmäßiger Benutzung durch.

    Außer du nutzt es eben nur, um hier alle paar Stunden reinzuschreiben. Kommt eben auf's Nutzerverhalten an, boca.

    Die Frage wird sein, wie gut BlackBerry die Sicherheits Features umgesetzt hat.
    Gemischte Kritiken bis jetzt. Bin gespannt.

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