Autor:
Christopher Gabbert
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Samsung-Führungskraft: Schlechte Software ist Schuld an sinkenden Verkäufen

Im Gespräch mit Vertretern der Presse nennen ehemalige Samsung-Führungskräfte Gründe für sinkende Marktanteile und das zukünftige Scheitern des Unternehmens im Smartphone-Geschäft: Samsung fehlt schlicht das Know-How für das Entwickeln guter Software.

Samsung-Führungskraft: Schlechte Software ist Schuld an sinkenden Verkäufen

Samsung Logo | (c) Reuters/Kom Hong-Ji

Lange Zeit war Samsung unangefochtener Smartphone-Marktführer, in Deutschland und weltweit. Das sind die Koreaner immer noch, doch langsam sinkt der Marktanteil. Während zumeist der späte Umstieg auf hochwertige Gehäusematerialien wie Glas oder Metall dafür verantwortlich gemacht wird, sehen ehemalige Samsung-Führungskräfte das Problem an einer anderen Stelle. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, fehlt es Samsung ihrer Meinung an Software-Know-How.

Mit dem Samsung Galaxy S6 und Galaxy S6 Edge hat sich Samsung dieses Jahr dem nachgesagten Problem bei der Hardware angenommen und sich damit bei Verarbeitungsqualität und Design deutlich verbessert. Zudem ist Samsung durch den hohen Marktanteil bei den Android-Smartphone eine treibende Kraft, wenn es um die Verbreitung neuer Technologien wie Fingerabdrucksensor, Qi-Charge, Pulsmesser oder NFC geht. Bei der Software sieht das allerdings anders aus.

"Samsungs oberes Management ist von Natur aus nicht in der Lage Software zu verstehen. Sie bekommen die Hardware hin - es ist Fakt, dass sie die Hardware besser als alle anderen hinbekommen. Aber Software ist etwas komplett anderes." - Anonyme Samsung-Führungskraft

Das Problem ist die Software

Samsungs Benutzeroberfläche TouchWiz steht seit langem bei Android-Nutzern in der Kritik: Zu viele Veränderungen an der Android-Oberfläche und träge Performance. Zudem ist es voll gepackt mit Features, von denen die wenigsten Nutzer wirklich Gebrauch machen und mit übermäßig viel Bloatware beladen. Beispielhaft für das Scheitern im Bereich Software werden ChatOn und die Video-App Milk genannt. Abgesehen von den Nutzern, auf deren Samsung-Smartphone ChatOn bereits vorinstalliert war, soll der Messenger nur wenige Anhänger gefunden haben und wurde ohne viel Aufsehen im März geschlossen. Die von hochkarätigen US-Führungskräften aus der USA geführte Video-App Milk hat ein Jahr überstanden und wurde im November aufgegeben. Samsung müsse mehr auf die Nutzer und deren Kritik hören, heißt es.

Bleibt die Frage ob bessere Software ausreicht, um Samsung wieder auf Kurs zu bringen. Immerhin leidet die gesamte Branche an einer gewissen Sättigung des Marktes und Hersteller sind bemüht, aus der Masse herauszustechen. Nach Aussage des Business-Professors des koreanischen Instituts für Wissenschaft und Technik, Chang Sea-jin, befindet sich Samsung zwar auf dem richtigen Weg und ist sich seiner Fehler bewusst. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings groß, dass die Schritte zu klein sind und zu spät erfolgen.

Was sagt ihr? Was muss Samsung tun, um für euch weiter interessant zu sein oder interessant zu werden?

Mehr zum Thema: Android-Smartphone, Smartphone, Galaxy-Smartphone

via Android Authority

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Kommentare
  1. 14.01.16 10:55 Arminator (Advanced Handy Profi)

    Er hat sich halt verrannt und möchte es nicht zugeben.

  2. 14.01.16 10:48 pixelflicker (GURU)

    @bocadillo:
    Und du hast offensichtlich keine große Ahnung von Google. Tatsächlich hat nämlich Google schon lange eine eigene Linux Distribution auf ihren Servern eingesetzt.

    Was sollen sie denn kaufen? Jolla oder wie? Sie haben doch schon Tizen (bzw. MeeGo, bzw. Maemo) gekauft und es hat nichts gebracht.

  3. 13.01.16 12:13 nohtz (Professional Handy Master)

    "Know how ist käuflich - und Google hatte auch kein Know-how in Sachen Betriebssystemen"
    -->und wie einfach das ist, sieht man grad bei samsung ;-)

  4. 13.01.16 11:18 bocadillo (Professional Handy Master)

    Know how ist käuflich - und Google hatte auch kein Know-how in Sachen Betriebssystemen

  5. 13.01.16 10:46 nohtz (Professional Handy Master)

    "halte ich für ziemlich selbstmörderisch, wenn nicht sogar schädigend für die Firma. "
    -->er stößt die SW-entwickler vor den kopf, definitiv. ändert aber nichts an der tatsache

  6. 13.01.16 10:41 pixelflicker (GURU)

    Der Grund war ganz einfach, dass Samsung das Know-How fehlt und man sieht ja, dass sie das auch wissen. Die hätten Tizen nie zu einem Konkurrenzfähigen System aufbauen können.

    Wenn ihr das jetzt selbst nach dieser Aussage noch abstreitet...

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