Autor:
Christopher Gabbert
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Java: Google setzt für Android N auf OpenJDK

Mit der nächsten Android-Version wechselt Google vom propritären Java Development Kit auf die Open-Source-Variante OpenJDK. Das soll den Programmieraufwand reduzieren und könnte gleichzeitig einen jahrelangen Rechtsstreit über die Nutzungsrechte der Java APIs beenden.

Java: Google setzt für Android N auf OpenJDK

Android und Java | (c) Areamobile

Wie Google der Internetseite Venturebeat.com bestätigt, wird das Unternehmen mit der nächsten Android-Version beim Programmiercode auf die Open-Source-Variante von Oracles Java-APIs setzen. Damit wird Android N nicht mehr die propritären Java-APIs nutzen, die immer noch für Rechtsstreitigkeiten zwischen Google und dem Soft- und Hardwarehersteller Oracle sorgen, sondern OpenJDK einsetzen. Das ist eine offiziell freie Implementierung der Java Platform und steht unter der GNU General Public License (GPL).

"Als Open-Source-Plattform basiert Android auf der Zusammenarbeit mit der Open-Source-Community. [...] Google arbeitet schon lange mit der OpenJDK-Community zusammen und wir hoffen in Zukunft noch mehr zum Projekt beitragen zu können." - Google-Sprecher

Während sich durch den Wechsel für den Nutzer selbst nichts ändert, sollen vor allem Programmierer von der Umstellung profitieren. Google erhofft sich, dass Android-App-Entwickler dann einfacher Anwendungen für das mobile Betriebssystem erstellen können. Die OpenJDK nutzt nämlich eine gemeinsame Codebasis für die Java-API-Bibliotheken, statt diese in mehrere aufzusplitten. Zudem reduziert sich der Programmieraufwand auch durch die große hilfsbereite Community und vorgefertigte Code-Zeilen. Das sei laut Google auch der Hauptgrund, warum das Unternehmen bei Android N auf OpenJDK setzt.

Rechtsstreit zwischen Google und Oracle

Ein weiterer Grund für den Umstieg dürfte der jahrelange Rechtsstreit um die Verwendung der Java-APIs sein, den Google und Oracle seit Jahren ausfechten. Im Jahr 2010 verklagte Oracle den Suchmaschinenriesen wegen Verwendung der Java-Schnittstellen in seinem mobilen Betriebssystem, verlor jedoch vor Gericht in den USA. Google argumentierte damals, dass APIs nicht patentrechtlich geschützt werden könnten, worauf Oracle vor ein höheres Gericht zog. Dieses revidierte das Urteil im Jahr 2014 und entschied, dass Oracles Java-APIs doch geschützt seien. Als Google zur Anfechtung der Entscheidung vor den Obersten Gerichtshof der USA ziehen wollte, lehnte dieser eine Übernahme des Falls ab und verwies auf ein niedriger gestelltes Gericht. Der Fall ist aktuell noch offen.

Mehr zum Thema: Android-Version, Apps Android

via Golem

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