Autor: Tobias Czullay 07.01.2016 - 11:26 | (45)

Neue Android-Smartphones: Blackberry OS 10 steht auf dem Abstellgleis

Im vergangenen Herbst sorgte Blackberry mit der Entscheidung, ein neues Smartphone mit dem Android-Betriebssystem herauszubringen, für Gesprächsstoff: Vernachlässigt das Unternehmen künftig die eigene Blackberry-10-Plattform? Danach sieht es tatsächlich aus. Firmenchef John Chen hat auf der CES verraten, dass Blackberry in diesem Jahr voll und ganz auf Android setzt.

Neue Android-Smartphones: Blackberry OS 10 steht auf dem Abstellgleis

Blackberry Passport | (c) Areamobile

So sehr sich Blackberry in den vergangenen Jahren auch anstrengte, die eigene Blackberry-OS-10-Plattform vorwärts zu bringen und mit zeitgemäßen Funktionen zu versehen, an den Kompatibilitäts-Komfort und die App-Auswahl von Android und iOS reicht das Betriebssystem nicht heran. Als logischen Ausweg aus der Misere sahen die Kanadier ein Smartphone mit Android: das Blackberry Priv. Und dieses wird nicht das letzte seiner Art sein. Das bekräftigte CEO John Chen jetzt auch auf der CES in Las Vegas, wie das Magazin CNET berichtet. In diesem Jahr stehe der Release von ein bis zwei neuen Blackberry-Smartphones mit Android an.

Mit dem Priv sei nun ein erster Schritt getan, um das Unternehmen wieder in die schwarzen Zahlen zurückzuführen, so Chen, der sich weiter vorsichtig optimistisch zeigt, dass dies auch gelingen wird. Bis zu fünf Millionen Smartphones will er jährlich absetzen, das Priv entwickle sich rund zwei Monate nach dem Verkaufsstart "soweit, so gut" und werde in den nächsten Monaten in 31 weiteren Ländern angeboten. Der in den USA zumindest anfangs auf nur wenige Provider limitierte Release des Priv hänge laut Chen - der stets betont, dass Blackberry auch in Krisenzeiten ein dickes finanzielles Polster habe - mit fehlenden Geldmitteln zusammen. Demnächst würden aber auch Verizon und T-Mobile das Gerät verkaufen. Für den Februar kündigte der Firmenchef bereits einen Preisnachlass für das Priv an, der auch als Reaktion auf die Neuvorstellungen auf dem Mobile World Congress gilt und Interessenten bei der Stange halten soll. Wie hoch die Preissenkung ausfallen wird, ist noch nicht bekannt.

Blackberry OS 10 wird zu Blackberrys Hobby

Komplett in die Wüste schicken wird das Unternehmen Blackberry OS 10 wohl aber nicht. Für das laufende Jahr hat Blackberry bereits den Release von Version 10.3.3 angekündigt, das allerdings nur kleinere Verbesserungen bringen soll. Auch ist man bestrebt, eine Zertifizierung für national anerkannte Software-Sicherheit zu erlangen, um entsprechende Geräte in Regierungs- und Unternehmerkreisen weiter anbieten zu können. Mit neuer Blackberry-OS-10-Hardware ist laut Paul Chen erst dann zu rechnen, wenn Geräte wie das Priv den Ruf der angeschlagenen Marke wieder hergestellt und dem Unternehmen Profit eingebracht haben. Klingt fast danach, als wäre Blackberry OS zu einem stiefmütterlich gepflegten Hobby für die Kanadier verkommen.

Mehr zum Thema: Android-Smartphone, Smartphone

Gefällt dir der Artikel?
Gefällt mir
Gefällt mir nicht
Kommentar schreiben

Die Kommentarfunktion ist hier leider nur für angemeldete Benutzer freigegeben.

Du bist nicht dabei?
Werde Teil der Community
Registriere Dich jetzt kostenlos! | Login
Sichere Dir Deinen Usernamen, damit Deine Beiträge und Bewertungen nicht verloren gehen.
 
Lesen Sie alle 45 Kommentare in unser Community.
Kommentare
  1. 15.01.16 12:50 IchBinNichtAreamobile.de (Handy Master)

    @Gandalf:"Jup. Das magst du so sehen. Fakt ist aber, dass vor Gericht nicht die Schuld bewiesen wird, sondern der Angeklagte seine Unschuld beweisen muss. Was meist sehr schwer wird. ;-)
    Falsche Interpretation würde ich sagen."
    >>Was gibt es daran falsch zu interpretieren? "Jede Person, die einer Straftat angeklagt ist, gilt bis zum gesetzlichen Beweis ihrer Schuld als unschuldig." --Europäische Menschenrechtskonvention (Der Tenor ist überall der Gleiche)

    Es müssen erst Beweise erbracht werden, damit es überhaupt zur Verhandlung kommen kann. Wenn die Beweise in Zweifel gezogen werden (können), dann sind diese Beweise nichtig oder unzureichend. Deshalb gibt es auch die Verhandlung.

    "Also ist es es eben schon ein verkappter Generalsverdacht."
    >>Nein. Der Generalverdacht hebelt die Unschuldsvermutung aus, weil damit jeder als potentieller Straftäter behandelt wird (ohne Beweise), was eindeutig nicht durch die Unschuldsvermutung abgedeckt ist.

    @chief:"Momentan kommt da nur Gelaber. Fakten müssen her. Ein klares Bekenntnis, wäre zb. Ein PRIV mit OS10. Aber ich glaube nicht das so eines kommt."
    >>Das ist doch ein klares Bekenntnis, wenn sie dieses Jahr voll und ganz auf Android setzen wollen. Vielleicht nur ein Bekenntnis, dass einigen nicht gefallen dürfte.

  2. 13.01.16 07:45 chief (Advanced Handy Master)

    Ich teile die Vermutung von Oliver.

    Es wäre jetzt Selbstmord OS10 sterben zu lassen. Man braucht die neue Basis die da aus Androidgeräten besteht.
    Floppen diese, ist der Ofen für eigene Hardware eh aus.

    Momentan kommt da nur Gelaber. Fakten müssen her. Ein klares Bekenntnis, wäre zb. Ein PRIV mit OS10. Aber ich glaube nicht das so eines kommt.

  3. 13.01.16 07:05 nohtz (Professional Handy Master)

    http://www.mobiflip.de/trotz-android-blackberry-10-wird-nicht-aufgegeben/

    unterm strich könnte man sagen: es bleibt spannend

  4. 10.01.16 15:33 Gandalf (Advanced Handy Profi)

    @IBNAM

    "Nope. Unschuldsvermutung und Generalsverdacht schließen sich gegenseitig aus."

    Jup. Das magst du so sehen. Fakt ist aber, dass vor Gericht nicht die Schuld bewiesen wird, sondern der Angeklagte seine Unschuld beweisen muss. Was meist sehr schwer wird. ;-)
    Falsche Interpretation würde ich sagen.
    Also ist es es eben schon ein verkappter Generalsverdacht.
    Und dass Menschen nicht unfehlbar sind ist klar, nur funktioniert das Rechtssystem anders, als es das sollte.

  5. 09.01.16 20:02 benthepen (Advanced Handy Master)

    Ja, richtig!
    Warum eigentlich nicht in jedem privaten Raum, nicht nur öffentlicher Raum, nein privater, eine Kamera mit Ton. Dann hat man alle im Blick, weiß was passiert und, hey, ich hab doch nix zu verbergen ;-)

  6. 09.01.16 16:54 IchBinNichtAreamobile.de (Handy Master)

    @Gandalf:"Eben genau deswegen, verhält man sich einfach ganz normal und wenn man sich nichts zu Schulden kommen lässt, dem wird auch nichts passieren. Zumindest im Regelfall."
    >>Na, was ist denn "ganz normal". Und warum muss ich mein Verhalten ändern, obwohl es nicht gegen geltendes Recht verstößt oder überhaupt irgendwie anstößig ist. Klingt schon ein wenig nach Hirnwäsche ehrlich gesagt.

    "Selbes Spiel hier: Nur weil das einer machen kann wenn er will, sollte man es gleich aufgeben danach zu suchen oder gar legalisieren? (Um mal deine Gegenargumentation aufzugreifen.)"
    >>Tja, das funktioniert bei mir aber nicht, weil du es als Legalisierungsgrund für die anlasslose Massenüberwachung genommen hast und ich als Argument gegen die anlasslose Massenüberwachung und nicht als Legalisierung des Bombenbaus. Die Massenüberwachung greift hier einfach nicht und das war mein Punkt.

    "Die Unschuldsvermutung ist de facto ein verkappter Generalsverdacht."
    >>Nope. Unschuldsvermutung und Generalverdacht schließen sich gegenseitig aus.

    "Wenn dem nicht so wäre, warum werden dann massenweise Fehlurteile in den Gerichten gesprochen, eine hohe Dunkelziffer unschuldig im Gefängnis sitzt? Trotz Beweismangel oft verurteilt?"
    >>Menschen sind nicht unfehlbar und unser Rechtssystem ist es auch nicht. Du hast gerade ein sehr gutes Argument gegen die Massenüberwachung gebracht.

    Ich nehme mal ein Beispiel das du vielleicht auch verstehst. Einige (vermutlich die meisten) Attentate werden auf Toiletten oder privaten Räumen geplant. Wäre es dann nicht ratsam alle privaten Räume zu filmen? Selbst wenn dadurch nur ein einziger Bombenanschlag verhindert werden kann?

antworten
 
Anzeige
Aktuelle Geräte im Test
Anzeige