Autor: Tobias Czullay 08.01.2016 - 16:52 | (23)

Urheberrechtsabgabe: Smartphone- und Tablet-Preise bei Samsung, Sony, Huawei & Co. stabil

Apple hat in der vergangenen Woche die Preise für iPhones und iPads wegen neuer Urheberabgaben erhöht, doch wie sieht es eigentlich bei den anderen Herstellern aus? Wir haben bei Samsung, Sony, Huawei und weiteren Smartphone-Herstellern nachgefragt.

Urheberrechtsabgabe: Smartphone- und Tablet-Preise bei Samsung, Sony, Huawei & Co. stabil

Urheberabgabe für Smartphones | (c) Areamobile

Seit dem 1. Januar werden erstmals Urheberabgaben für Handys und Tablets fällig, mit denen das legale Kopieren urheberrechtlich geschützter Medien wie Musik, Videos, Fotos oder Texten für den Privatgebrauch vor den Verwertungsgesellschaften Gema, VG Wort und VGL abgegolten werden sollen. Apple hat zum Jahreswechsel auf die Erhebung dieser Abgaben reagiert und reicht die zusätzlichen Kosten über Preiserhöhungen an den Geräten an die Käufer weiter. Das iPhone ist seit dem vergangenen Wochenende um etwa 5 Euro, das iPad um rund 8 Euro teurer als noch im Vorjahr - keine weltbewegende Preissteigerung, aber trotzdem Grund genug für uns nachzuforschen, ob auch andere Hersteller mitziehen und die Kosten für Smartphones und Tablets anheben.

Eine konkrete Auskunft auf unsere Anfrage lieferten uns bis heute allerdings nur zwei Hersteller, nämlich OnePlus und Huawei. Keines der beiden Unternehmen, so die Aussagen der verantwortlichen Pressevertreter, werde die Urheberabgaben auf die Gerätepreise aufschlagen. Sony antwortete mit dem Verweis darauf, dass die Einigung auf die Urheberabgabe nur "der erste Schritt in einem noch zu bestimmenden Prozess" sei und man zu laufenden Verfahren keine Auskunft geben wolle. Auch die Pressestellen von LG, HTC und Microsoft gaben uns bislang keine näheren Informationen: Ihre Preise für bereits im Handel befindliche Smartphones und Tablets haben sie allerdings bisher nicht angehoben. Samsung hat ebenfalls noch keine sichtbare Preissteigerung vorgenommen.

Aktuelle Preise könnten Urheberrechtsabgabe schon enthalten

Die Hersteller müssen keine Auskunft über die Aufschlüsselung ihrer Preise geben, erläutert ein Presseprecher des Digitalverband Bitkom. Entsprechend lässt sich nicht einschätzen, ob in den aktuellen Smartphone- und Tablet-Preisen die Urheberabgabe bereits - möglicherweise schon Monate vor der eigentlichen Einigung - darin enthalten ist oder ob eben noch eine Anhebung erfolgen wird. Entscheidend für die Verwertungsgesellschaften ist am Ende schließlich nur, dass die Abgaben am Ende auch gedeckelt sind.

[Update] Statement des Bitkom

Nachstehend ein Statement des Bitkom zum Thema:

"Entsprechend der Einigung zwischen Bitkom und den Verwertungsgesellschaften betragen die Privatkopie-Abgaben 6,25 Euro pro Mobiltelefon und 8,75 Euro pro Tablet Computer. Für Bitkom-Mitglieder gelten reduzierte Sätze in Höhe von 5 Euro für Mobiltelefone und 7 Euro für Tablets. Die Hersteller sind verpflichtet die Abgaben einzupreisen und damit Verbrauchern indirekt das Kopieren für den privaten Gebrauch in Rechnung zu stellen. Bitkom ist aus kartellrechtlichen Gründen im Einzelnen nicht bekannt, wie die Hersteller ihre Preise nach dieser Einigung gestalten werden. Die Verbraucher haben aber nun jedenfalls die Transparenz, dass sie mit dem Kauf eines Gerätes mindestens 5 bzw. 7 Euro an GEMA & Co. für Privatkopien bezahlen."

Mehr zum Thema: Smartphone, Tablet

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Kommentare
  1. 15.01.16 09:47 bocadillo (Professional Handy Master)

    Chief

    B2b Kunden verstehen Kostenstrukturen , sind an langfristiger partnerschaftlicher Zusammenarbeit und arbeiten nicht auf kurzfristigen nutzen weil sie mehr als nur einmal bedarf haben . Es bringt ihnen nichts den Lieferant so zu quälen als das er nicht überleben kann . Sie brauchen keine großen Beratungen für ein einmalgeschäft- der Aufwand ist geringer !

    Ein Endkunde hat einen einmaligen Bedarf und dann ist auch wieder gut - ob der Händler oder Hersteller in einen halben Jahr über die Wuppertal geht ist ihm erstmal grundsätzlich egal.


    Nohtz

    Stimmt - weil es nichts zu erklären wenn die Gegenseite ganz banale , logische Realitäten negiert !

    Es mag einen nichtvertriebler unlogisch vorkommen - aber das b2b Geschäft ist weitaus Stressfreier als das b2c geschäft

  2. 15.01.16 00:22 nohtz (Professional Handy Master)

    ruhig geworden hier

  3. 11.01.16 00:27 chief (Advanced Handy Master)

    "Wenn der Endkunde den Hersteller so " ausbeutet"

    @Boca

    Du solltest mal in eine aktuelle BWL Vorlesung gehen. Erschreckend was du schreibst.

    " der Laden bietet es für 100 Euro an , hat eine gute Beratung und eine Ausstellung die Geld kostet . Der artikel kostet im Internet nur 90 Euro da die Kosten dort nicht existieren . Der Kunde meint - ok - ich will es lieber hier kaufen - aber nur zum Preis vom Internet ."

    Sollte es soweit kommen, hat der Ladenhändler was falsch gemacht. Ganz einfach. Er hat den Kunden nicht von seinem Angebot überzeugen können und sollte das öfter Vorkommen, wäre es sehr ratsam, wenn der Ladenhändler mal über seinen Laden und seinen Weg nachdenkt. Denn dann scheint was arg im argen zu liegen.

    "Interessanterweise hat man diese Probleme fast nur mit Endkunden, im b2b Bereich ist die Sache wesentlich entspannter nicht zuletzt weil man dort wesentlich langfristiger denkt."

    Aha...gibt mir mal bitte Nachhilfe.

    a) Warum sind einem B2B Kunden höherer Preise egal
    b) Was hat eine langfristigere Denke damit zu tun?

    "Bei Herstellern ist es nichts anderes . Deswegen ist ja das Marketing so wichtig by man könnte es sich anOnsten sparen . Ohne Sich " wichtig zu tun " scheitert jedes Unternehmen im b2c Geschäft ."

    Nicht nur der Hersteller muss auf die Ka**e hauen. Auch der Händler muss dem Kunden was bieten.

  4. 10.01.16 19:44 nohtz (Professional Handy Master)

    Boca
    "Der Endkunde ist derjenige der aussaugt"
    -->dann würde es doch allen firmen besser gehen, wenn sie auf endkunden verzichten würde, oder? ;-)

    "der Endkunde bestimmt mit seinen Erwartungen und seiner zahlungsbereitschaft wohin der Hase läuft ."
    -->nein, die anleger tun es

    " Der Kunde meint - ok - ich will es lieber hier kaufen - aber nur zum Preis vom Internet . Man gibt quasi dem Laden das letzte Wort . Der Ladenbesitzer macht das Geschäft "
    -->da sagst du es doch selber, der ladenmensch entscheidet, ob er das geschäft macht, nicht der kunde. der ladenmensch entscheidet, ob er produkt x für preis y abgibt, ode rnicht

    "Es ist aber bezeichnend das Gorki meint die Interaktion zur Preissenkung vom Händler ausgeht"
    -->wer hatte gleich nochmal 24/h am tag mit "geiz ist geil" geworben?
    der kunde oder media-saturn? dass der kunde darauf eingeht, damit sollte der händler rechnen, wenn er das angebot macht

    "Wenn der Kunde um dessen mit weiß wird insbesondere der Privatkunde diese Situation ausnutzen ! "
    -->die welt wäre ein besserer ort, ohne (privat)kunden


    Gorki
    "Aber die günstigeren Angebote kommen von anderen Händlern und nicht von den Kunden... "
    -->niemals *ggg*

  5. 10.01.16 19:31 bocadillo (Professional Handy Master)

    Gorki

    Und warum machen die anderen Händler billigere Angebote . Die Kosten im Hintergrund die zwischen stationärem und internethandel stark differieren sind dem Konsumenten Wurst !

    Im Prinzip macht der Kunde auch ein Angebot das da heißt - wer ist billiger , der kriegt den Auftrag . Insofern befeuert der Endkunde eine Preisspirale die er immer weiter runter dreht . Er entwickelt keine Treue zu seinem Handel , sondern bewertet über den Preis . Ist das denn so schwer zu verstehen . Ist ein Händler / Hersteller in dieser Spirale gefangen wird der Strick immer enger . Ohne die Windkraft auf den Feldern wären viele Bauern schon längst pleite ( oder biogaskraftwerke). Mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen verdient man trotz viel Arbeit wenig Geld !

    Und nochmal gorki - das Angebot kommt in erster Linie vom Endkunden das da heißt " ich suche das Produkt x möglichst günstig ".
    Anders gesagt - vor dem Angebot steht die Anfrage und somit erledigt sich auch die Henne - Ei frage .

    Mal ganz praktisches Beispiel - ein Kunde kommt in einen Laden und möchte einen artikel - der Laden bietet es für 100 Euro an , hat eine gute Beratung und eine Ausstellung die Geld kostet . Der artikel kostet im Internet nur 90 Euro da die Kosten dort nicht existieren . Der Kunde meint - ok - ich will es lieber hier kaufen - aber nur zum Preis vom Internet . Man gibt quasi dem Laden das letzte Wort . Der Ladenbesitzer macht das Geschäft , muß aber zwangsläufig den nicht erzielten Erlös dem nächsten Kunden abtrotzen um seine Kalkulation aufrechtzuerhalten .

    Nicht zuletzt deswegen denken immer mehr stationäre Händler daran bei beratungsuntensiven Gütern eine beratungsgebühr zu verlangen

    Es ist aber bezeichnend das Gorki meint die Interaktion zur Preissenkung vom Händler ausgeht . Sie geht vom Kunden aus spätestens über die Nachfrage " was ist den da noch drin ".

    Es ist richtig das der Händler nicht auf den Preis eingehen muß.
    Desto höher aber dem Händler/Hersteller das Wasser steht, er Liquidität braucht wird er auf das Kaufangebot des Kunden eingehen .

    Wenn der Kunde um dessen mit weiß wird insbesondere der Privatkunde diese Situation ausnutzen !

  6. 10.01.16 19:03 Gorki (Advanced Handy Master)

    Die Frage stellt sich mir natürlich auch, ändert aber für mich auch nichts an der Tatsache, das das Angebot von einem Händler kommt und nicht vom Kunden.

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