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Autor: Stefan Schomberg 17.01.2016 - 15:00 | 39

Smartphone-Reparatur: Garantie-Anspruch auch ohne Kaufbeleg gültig

Ganz schön doof, wenn das Smartphone kaputt geht und der Kaufbeleg für das Gerät nicht mehr auffindbar ist. Aber verlieren dann Smartphone-Nutzer den Anspruch auf Garantieleistungen oder ist der Hersteller weiterhin verpflichtet, den Schaden kostenfrei zu beheben? Diese Frage stellte sich jetzt in einem Fall eines Areamobile-Lesers mit Samsung-Smartphone.

Smartphone-Reparatur: Garantie-Anspruch auch ohne Kaufbeleg gültig

Areamobile hilft Leser: Diesmal geht es um den Garantieanspruch | (c) AM

Samsung verweigert die Reparatur seines Galaxy S6 Edge im Rahmen der Hersteller-Garantie, weil er als Kunde keinen Kaufbeleg vorweisen kann: Das berichtete uns kürzlich ein Areamobile-Leser. Darf ein Hersteller mit dieser Begründung die Garantieleistung verweigern? "Die Anspruchnahme des Gewährleistungsrechts ist auch ohne Kassenbeleg möglich, wenn der Kunde, etwa durch einen Kontoauszug oder Ähnliches nachweisen kann, wann und wo er die Ware gekauft hat", erläutert der Kölner Rechtsanwalt Christian Solmecke der Kanzlei Wilde, Beuger und Solmecke auf unsere Nachfrage. "Bei der Garantie, die freiwillig von den Herstellern ausgestellt wird, kommt es auf die Bedingungen der Garantie im Einzelfall an. Kann ein Kunde jedoch eindeutig nachweisen, dass er das Gerät gekauft hat, sollte es keine Probleme geben. Eine Pflicht, den Original- Kassenzettel vorzulegen, gibt es im Rahmen des gesetzlichen Gewährleistungsrechts jedenfalls nicht. Der Kauf muss allerdings nachgewiesen werden können."

Somit hätte Samsung das Smartphone eigentlich auch ohne das Vorlegen eines Kaufbeleges reparieren müssen - auch kostenlos, sofern der Nutzer den Schaden nicht zu verantworten hat und er den Kauf des Gerätes anderweitig nachweisen kann. Das hätte der Hersteller nur über die AGB ausschließen können. Wobei selbst dann noch zu prüfen gewesen wäre, ob dadurch dem Käufer nicht eine unangemessene Benachteiligung entstanden wäre, so der Rechtsexperte.

Samsung selbst besteht nach eigener Aussage in solchen Fällen gar nicht auf das Vorlegen eines Kaufbelegs. "Samsung gewährt für Mobiltelefone und Tablets eine Garantie für einen Zeitraum von 24 Monaten, sollte sich das Produkt unter normalen Nutzungs- und Wartungsbedingungen als defekt erweisen. Liegt beim Einsenden des Produkts kein Kaufnachweis vor, wird das Herstellungsdatum des Geräts anhand der Seriennummer ermittelt", teilte uns der Hersteller mit. "Sofern das Gerät innerhalb von 24 Monaten ab dem so bestimmten Herstellungsdatum eingesendet wurde, erfolgt eine Reparatur gemäß der  Garantiebedingungen, wenn ein Fehler trotz normaler Nutzungs- und Wartungsbedingungen vorliegt."

Samsung rät trotz aller eigener Kulanz den Kunden, den Kaufnachweis stets sicher aufzubewahren und im Schadensfall eine Kopie des Belegs mit dem Gerät einzusenden. Denn anhand des Kaufbelegs lässt sich das tatsächliche Kaufdatum überprüfen. Ohne Kaufbeleg gilt dagegen das per Geräte-ID ermittelte Herstellungsdatum - mit Pech ist die Garantiefrist für ein neu aufgekauftes Smartphone oder Tablet dann quasi schon abgelaufen.

Mehr zum Thema: Smartphone, Areamobile, AM Thema

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Kommentare
  1. 21.01.16 22:18 REhuus (Handy Profi)

    Ibnam,

    Die mutmaßliche Verwechslung von Garantie und Gewährleistung im Text, bzw. das Unverständnis über den Unterschied beim Autor, ergibt sich durch den Aufbau des Artikels und seinem Fazit. Einfache Plausibilitätsprüfungen der einzelnen Textpassagen zeigen das auch. Natürlich darfst du vermuten, dass man gewollt aus richtigen Informationen falsche Schlüsse gezogen hat - ich halte das aber für unwahrscheinlich, denn: auch hier reicht eine einfache Prüfung der Plausibilität.


    Fritz,

    Es würde in einen guten Artikel schon beides gehören, also Gewährleistung und Garantie, meiner Meinung nach. Das wäre dann aber Komponentenküche und nicht gemixter Eintopf oder püriertes Allerlei, stimmt.


    GreatMaker,

    Richtig. Und das gilt auch für die Kundschaft (mit wenigen Ausnahmen).


    Chief,

    Wo bleibt die Schachtel Pralinen? (anders ausgedrückt: na, die Dozentin ausgefragt..?)

  2. 20.01.16 16:53 IchBinNichtAreamobile.de (Handy Master)

    @FTC:"- Entweder man spricht über Garantie bzw. einen Garantiefall. Dann hat Gewährleistung bzw. die Verbraucherrechte daraus in dem Text nichts verloren … und führt nur zur Konfusion. … So wie im vorliegenden Fall.
    - Oder man spricht über Gewährleistung. Dann hat Garantie in dem text nichts zu suchen."
    >>Klar kann man Garantie und Gewährleistung in dem Text erwähnen, um die Merkmale derer klar zu machen z.B. (was wohl auch die Intention war). Es kommt halt ganz drauf an wie man es schreibt, ob es dann zur "Konfusion" führt.

    "Hier aber wurde beides in einen Topf geworfen, dreimal kräftig umgerührt, dazu ein Schuss konjunktive und fertig war die undefinierbare aber zugegeben kreative Soße."
    >>Nein wurde es nicht, aber es liest sich wirklich nicht gut.

  3. 20.01.16 16:24 Fritz_The_Cat (Advanced Handy Master)

    Es ist doch ganz einfach:
    - Entweder man spricht über Garantie bzw. einen Garantiefall. Dann hat Gewährleistung bzw. die Verbraucherrechte daraus in dem Text nichts verloren … und führt nur zur Konfusion. … So wie im vorliegenden Fall.
    - Oder man spricht über Gewährleistung. Dann hat Garantie in dem text nichts zu suchen.

    Hier aber wurde beides in einen Topf geworfen, dreimal kräftig umgerührt, dazu ein Schuss konjunktive und fertig war die undefinierbare aber zugegeben kreative Soße.

  4. 20.01.16 14:16 GreatMaker (Advanced Handy Profi)

    @ Rehuus

    Wenn beim Kauf des Geräts eine Garantie gegeben wird, muss sich Samsung in der Folge auch zwingend dran halten. Freiwillig heißt ja nur, dass die Gewährung der Garantie an sich freiwillig ist.

  5. 20.01.16 14:15 IchBinNichtAreamobile.de (Handy Master)

    @REhuus:"Es gibt keinen Anspruch und Samsung muss nicht."[ohne Kaufbeleg]
    >>Das ist genau der Part bei dem ich dir Recht gebe. Allein die Verwechslung mit der Gewährleistung sehe ich nicht. Der größte Teil zur Garantie ist korrekt und zur Gewährleistung ebenso, man hat allein den Konjunktiv vergessen an einer Stelle und daraus eine inhaltlich falsche Aussage gemacht. Das war es dann aber auch. Die selbe Aussage /mit/ Konjunktiv ist ja auch zu finden. Ist also eher eine inhaltliche Übertreibung als eine Verwechslung.

  6. 20.01.16 14:03 REhuus (Handy Profi)

    Chief,

    "Garantie-Anspruch auch ohne Kaufbeleg"

    "Somit hätte Samsung das Smartphone eigentlich auch ohne das Vorlegen eines Kaufbeleges reparieren müssen"

    Es gibt keinen Anspruch und Samsung muss nicht.
    Das hast du ja selbst eingeräumt:

    "Garantie freiwillig -> Check
    Garantie nur mit Kaufbeleg -> nach den Garantiebestimmungen check
    Kein Anspruch auf Garantie -> ohne Kaufbeleg und nach den Bestimmungen check"

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