Werde Teil der Community - Registriere dich jetzt kostenlos! | Login
 
 
Autor: Stefan Schomberg 28.01.2016 - 18:03 | (4)

Jolla erklärt Misere und verspricht Entschädigung

Eigentlich wollte das finnische Unternehmen Jolla schon in der letzten Woche bekannt geben, was mit den offen stehenden Tablet-Rückständen für Unterstützer des Jolla-Tablets passiert, jetzt gibt es mit etwas Verzögerung endlich ein Statement. Die gute Nachricht: Alle Backer bekommen entweder das Tablet oder ihr Geld zurück.

Jolla erklärt Misere und verspricht Entschädigung

Jolla Tablet | (c) Anbieter

Das Jolla-Tablet mit Sailfish OS wurde in zwei Runden über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo finanziert, das versprochene Tablet haben bislang aber nur die wenigsten Unterstützer erhalten. Jetzt ist  das Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten. Dennoch gibt Mitgründer Antti Saarnio von Jolla Entwarnung - im Firmen-Blog verspricht er, dass alle Unterstützer entweder das Tablet oder ihr vollständiges Geld zurückerhalten werden. Genaugenommen spricht er von einer letzten Runde von 540 Tablets, die entsprechend an einige wenige Backer ausgeliefert werden sollen. Durch die ganzen Verzögerungen seien teilweise die Zubehörteile für eine größere Charge nicht mehr verfügbar. Der Rest der Unterstützer wird daher ausbezahlt - inklusive dem Geld für Versand und Zubehör. Wegen der finanziellen Situation werde ein Teil der Fans sein Geld schon im ersten Quartal 2016 erhalten, der Rest im Laufe des Jahres.

Viel Pech und ein zu enger Zeitplan

In seinem Blog-Eintrag geht der Firmenchef auch darauf ein, wie es zu der aktuellen Situation kommen konnte. Man habe zwar nach den Finanzierungsrunden über Indiegogo bereits gemerkt, dass der Zeitplan recht straff gesetzt war, sei aber Anfang 2015 noch guter Dinge gewesen, wie geplant liefern zu können. Einen ersten Dämpfer gab es durch Lieferschwierigkeiten und Problemen mit der Display-Qualität, allerdings sei man noch in August und September während der Pre-Order-Kampagne guter Dinge gewesen, dass alles klappen würde. Diese Erwartung wurde gestärkt durch die erfolgreiche Auslieferung der ersten 212 Tablets, die als Testlauf diente.

Kurz darauf sei es allerdings zu Komplikationen beim Zulieferer gekommen, der daraufhin zwei mal die Fabriken wechseln musste und somit für erste Verzögerungen sorgte. Das wirkte sich gleichzeitig auf das Budget von Jolla aus und sorgte so zu dem Teufelskreis, aus dem das Unternehmen nicht wieder ungeschoren davonkommen sollte. Zu allem Überfluss habe sich dann auch noch überraschend eine Finanzierungsrunde im Herbst verzögert. Als Resultat habe man Subunternehmer nicht mehr bezahlen können, was nicht nur zu weiteren Verzögerungen führte, sondern auch dazu, dass Jolla kurz vor der Pleite stand. Zwar sei dann Ende Dezember 2015 die Finanzierung weitestgehend gesichert gewesen, um allerdings überleben zu könenn habe man sich umstrukturieren müssen, so Saarnio. Er entschuldigt sich im Blog-Eintrag nochmals eindringlich bei der Comunity - das dürfte das verlorene Vertrauen aber auch nicht mehr zurückbringen können.

Mehr zum Thema: Tablet

Quelle: Jolla

Gefällt dir der Artikel?
Gefällt mir
Gefällt mir nicht
Kommentar schreiben

Die Kommentarfunktion ist hier leider nur für angemeldete Benutzer freigegeben.

Du bist nicht dabei?
Werde Teil der Community
Registriere Dich jetzt kostenlos! | Login
Sichere Dir Deinen Usernamen, damit Deine Beiträge und Bewertungen nicht verloren gehen.
 
Kommentare
  1. 28.01.16 21:22 Gandalf (Advanced Handy Profi)

    Crowdfunding kann auch gut gehen & exzellente Arbeit hervorbringen.

    Gibt genug Positivbeispiele. Siehe OnePlus. War zwar keine Crowdfunding Firma im klassischen Sinne, aber das Startup dürfte mittlerweile jeder kennen.

    Auf Jolla hatte man wohl schlicht und ergreifend keinen Bock.

  2. 28.01.16 19:29 bocadillo (Professional Handy Master)

    Ibnam

    Pech gehabt ? Besser gesagt verzockt und keinen blöden gefunden der einem die Bude für viel Kohle abkauft .

    Armer handyhacho ... Was der jetzt wohl machen wird

  3. 28.01.16 19:02 IchBinNichtAreamobile.de (Handy Master)

    @chief: Ich bin mir nicht ganz sicher was du erwartet hast, aber Crowdfunding ist definitiv keine sichere Sache. Das dürfte dir wohl auch im Vorfeld klar gewesen sein oder? Jedenfalls arbeitet man einfach mit Geld, dass man sowieso übrig hat, sonst ist Crowdfunding sowieso nicht ratsam.

    Sein Geld bekommt man in aller Regel auch nicht zurück beim Crowdfunding. Man kann also davon ausgehen, dass Jolla das Geld nicht einfach vergurkt hat, wie es bei vielen anderen Crowdfunding-Projekten ja schon passiert ist, sondern tatsächlich Pech gehabt hat.

  4. 28.01.16 18:37 chief (Advanced Handy Master)

    Das ich das noch erleben darf.

    Das vertrauen ist bei mir definitiv futsch. Nicht nur in Jolla sonder allgemein in solche Croudfounding Geschichten.

antworten
 
Anzeige
Aktuelle Geräte im Test
Anzeige