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Autor:
Björn Brodersen
| 22

AM Thema: Seid ihr fair beim Smartphone-Kauf?

Nichts klärt besser auf über die herrschenden Produktionsbedingungen von Smartphones als selbst ein Smartphone zu bauen und über die einzelnen Fertigungsschritte zu berichten: Das sagen sich die Macher des Fairphone. Doch damit Smartphones fairer hergestellt werden, müssen sich nicht nur Unternehmen, sondern auch Verbraucher wandeln. "Fair produzierte Smartphones" sind daher Thema unserer neuen Umfrage.

AM Thema: Seid ihr fair beim Smartphone-Kauf?

Produktion des Fairphone 2 in der Hi-P-Fabrik | (c) Fairphone

Eine fairere Produktion von Elektronikgräten - dieses Ziel hat sich der niederländische Smartphone-Hersteller Fairphone auf die Fahnen geschrieben. Das 2010 als Aufklärungs-Kampagne gestartete Unternehmen klärt dabei nicht nur über Rohstoffe aus Konflikt-Minen in Afrika, Arbeitsbedingungen in den Fabriken von Zulieferern und Auftragsfertigern in Asien sowie die Lebenszeit und das Recycling von elektronischen Geräten auf, sondern nimmt durch die eigene Smartphone-Produktion Einfluss auf die Herstellungsbedingungen. Das Fairphone-Smartphone als fairer und transparent hergestelltes Produkt in den Händen der Nutzer erzählt den Hintergrund viel besser als jeder theoretische Vortrag, meinen die Macher in Amsterdam, die auf ihrer Website ihre Zulieferer und Fertigungspartner sowie die Kosten für die Herstellung des Smartphones für jeden einsehbar veröffentlichen.

Seit vergangenem Dezember liefert das Unternehmen die zweite Generation des Fairphone aus, das für eine Lebenszeit des Geräts in den Händen der Nutzer modular aufgebaut ist. So erlaubt es den schnellen Austausch von (defekten) Bauteilen wie beispielsweise Display, Kamera oder Lautsprecher und in Zukunft möglicherweise auch Hardware-Upgrades. Über einen Erweiterungsanschluss können später auch Rückschalen mit neuen Funktionen fürs Fairphone 2 kommen. 525 Euro kostet das Smartphone für das gute Gewissen, dessen Hardware-Leistung vergleichbar ist mit der von Top-Smartphones aus dem Frühjahr 2014.

So setzt sich Fairphone für fairere Produktionsbedingungen ein:

  • Bezug von Rohstoffen wie Mineralien aus konfliktfreien Minen in Afrika, um lokale Ökonomien statt Warlords zu unterstützen
  • Entwicklung eines modulares Designs, damit das Smartphone möglichst einfach zu reparieren ist und möglichst lange verwendet wird und Nutzer mehr Kontrolle über ihr Gerät haben
  • Einsatz für sichere Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Interessenvertretungen für die Arbeiter in den Fabriken von Zulieferern und Auftragsfertigern sowie Auflegen eines Fonds für Arbeiter des Partners Hi-P
  • Aufklärung von Verbrauchern durch Transparenz bei eigener Smartphone-Produktion

Das Fairphone ist weit entfernt davon, ein komplett fair produziertes Gerät zu sein. Ein solches wird es auch niemals geben, sagen die Niederländer. Aber wichtig sei, dass die Diskussion über Produktionsbedingungen geführt wird, so die Macher im Interview mit Areamobile. Jeden Schritt auf dem Weg zu einem fairer hergestellten Smartphone werten sie als Erfolg. Noch gibt es allerdings wenig Anzeichen, dass etablierte Hersteller grundlegend etwas an ihrem Produktionsprozess umgestellt, und nicht nur die Hersteller, sondern auch die Verbraucher sind gefragt. Deshalb möchten wir von euch wissen: Wie wichtig sind euch faire Produktionsbedingungen bei der Smartphone-Wahl? Bitte beantwortet dazu die folgenden vier Fragen.

Mehr zum Thema: Android-Smartphones, Smartphones

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Kommentare
  1. 03.02.16 11:06 pixelflicker (GURU)

    @Fritz:
    Ja, kann man alles auf der Website nachlesen. Auch von dem Fond, der für die Arbeiter angelegt wurde, dass der Hersteller für die Fertigung des Fairphone die Arbeitszeiten verkürzt hat und die Löhne erhöht hat und auch wo die Rohstoffe und Teile bezogen werden, genauso wie die Kostenzusammensetzung. Das ist ja der Sinn des Konzepts. Hast du das noch immer nicht verstanden?

    Hi-P heißt der Hersteller:
    https://www.fairphone.com/2015/02/19/the-path-to-finding-our-new-production-partner-hi-p/

  2. 02.02.16 20:33 Fritz_The_Cat (Advanced Handy Master)

    In wessen Werk läßt Fairphone denn eigentlich produzieren? Ist das bekannt?

  3. 02.02.16 17:32 pixelflicker (GURU)

    Würde Fairphone nicht in China produzieren wäre das ganze Konzept hinfällig, denn dann könnten sie ja nicht belegen, dass man es besser machen könnte. Würden sie in den Niederlanden Produzieren, hätten sie nicht viel anderes als das, was Nokia früher gemacht hat. OK, sie könnten die Zulieferer natürlich trotzdem kontrollieren und da ansetzen, aber der Hauptaspekt, nämlich den Massenherstellern zu zeigen, dass es auch anders geht, hätten sie damit verloren. Die würden sagen: Natürlich habt ihr bessere Arbeitsbedingungen, ihr produziert ja auch in Europa.

  4. 02.02.16 12:03 Fritz_The_Cat (Advanced Handy Master)

    @ Willi:
    "Aber wie haben es denn früher Siemens, Nokia und Sony Ericsson gemacht... Haben die sich von der anderen Seite der Erde zu den Rohstoffen durchgegraben ?"
    ==> :D Nee, wahrscheinlich nicht. Vielleicht gab es diese Exportbeschränkungen seitens China damals nur noch nicht?…

    "Letztlich geht es auch gar nicht darum, dass China da die Hand drauf hält... Komponenten können ja auch in China hergestellt werden, du hast mich nicht richtig verstanden... Ich meinte doch das die meisten Zulieferer mit fair nichts anfangen und auch nicht mitziehen und weiter in Fernost produzieren..."
    ==> Ja, die (Komponenten-)-Zulieferer könnten in der Tat ein "Flaschenhals" in einer fairen Lieferkette sein.

    "Aber so wie Spritzgusswerke gibt es in jedem europäischen Land... und zusammengebaut (und dass war das worauf ich am meisten abzielte) muss das Zeug auch nicht in China in den gleich Werken wie alle, wenn man beachtet, wie die Preisspanne zwischen einem Fairphone und einem Huawei gleicher Klasse ist, dass geht nur zum Bruchteil in die Hände der chinesischen Arbeiter... Da könnte man eine niederländische Fabrik mieten und niederländische Arbeiter beschäftigen..."
    ==> Ja, nun verstehe ich Deinen Einwand und stimme Dir zu. Allerdings läßt sich mit einer Endmontage in China schneller und flexibler auf Nachfrageveränderungen reagieren, als wenn man die Bauteile erst 6 Wochen lang über die 7 Weltmeere von China nach Holland schippern läßt. Auch ein noch so fair hergestelltes Produkt darf eben den (Markt-)-preisrahmen nicht zu stark überspannen.…

  5. 02.02.16 09:43 nohtz (Professional Handy Master)

    boca
    ich befinde mich nicht im klassenkampf, mir ist es eben nur nicht egal, wie dieses spiel gespielt wird.
    dabei gehts mir nicht primär nur um den einfachen schrauber, sondern eher um die komplette infrastruktur, die durch dieses spiel nicht gesünder wird.
    die leute, mit denen ich mich darüber unterhalten habe, sind auch keine klassenkämpfer, weil gut bezahlte manager

    "Wir könnten auch gern mal anfangen zu rechnen"
    -->geht los, bin gespannt

  6. 02.02.16 09:38 IchBinNichtAreamobile.de (Handy Master)

    Die Idee dahinter ist wirklich rein hypothetisch, denn ein Aufpreis allein für fairere Bedingungen wäre allein kaum möglich (bzw nur theoretisch) für börsennotierte Unternehmen. Da müsste noch Marge mit dranhängen und dann muss man sich noch fragen, ob es sich für das Unternehmen lohnt selbst diesen zweckgebundenen Aufpreis zu zahlen und das ist ebenfalls nicht der Fall. Es ist viel günstiger einfach so zu tun. Das Verhalten einiger in Applethreads zeigt doch, dass pures Marketing völlig ausreicht und das ist preislich Peanuts gegenüber den Kosten die für fairere Bedingungen entstehen würden.

    Der Irrglaube, dass wenn man mehr zahlt ein besseres Produkt zu bekommen sollte mitlerweile wirklich erledigt sein.

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