Eigentlich sollte der Name des gestern bekannt gegebenen Partners für die Handy-Sparte von Siemens erst am Dienstag genannt werden, aber wie so oft waren die Medien schneller als die offiziellen Pressemeldungen des Konzerns. Unter Berufung auf interne Kreise soll sich Siemens demnach mit dem taiwanesischen Elektronikkonzern BenQ auf ein Gemeinschaftsunternehmen verständigt haben.
BenQ ist mit Sicherheit nicht die allererste Wahl von Siemens gewesen, aber andere Mobilfunkunternehmen wie Samsung, Motorola oder Acer waren bereits frühzeitig abgesprungen. Dennoch könnten die Taiwanesen neben ihren Marktkenntnissen auch ihr Gespür für Branchentrends in das gemeinsame Unternehmen einbringen. Derzeit hält BenQ, die 60 Prozent seines Umsatzes mit der Produktion für andere Unternehmen erwirtschaften, bei Handys einen weltweiten Marktanteil von vier Prozent. Durch die Produktion für ein gemeinsames Unternehmen könnte sich das Unternehmen vor allem dem Preisdruck der chinesischen Konkurrenz entziehen und höhere Margen erzielen. Siemens würde dabei wohl vor allem seinen in Asien besonders angesehenen Markennamen besteuern.
Die Siemens-Anleger sind nach der monatelangen "Hängepartie" jedenfalls zufrieden, dass nun ein Partner gefunden wurde und blicken zuversichtlich in die Zukunft. Dies wirkte sich heute auch auf den Aktienkurs aus, der entgegen dem allgemeinen Börsentrend deutliche Kursgewinne erzielte.
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