Gestern wurde bekannt, dass der deutsche Technologiekonzern Siemens mit dem taiwanesische Konzern BenQ endlich einen Partner für seine verlustreiche Handy-Sparte gefunden hat. Heute wurden weitere Details veröffentlicht, wonach BenQ das gesamte Siemens-Mobiltelefongeschäft mit mehr als 6.000 Mitarbeitern weltweit übernimmt. Die Transaktion soll im Laufe des vierten Quartals des Siemensgeschäftsjahres 2004/05 (30. September) abgeschlossen werden. Siemens erwartet sich insgesamt eine Ergebnisbelastung in Höhe von rund 350 Millionen Euro vor Steuern. Der zukünftige Hauptsitz des weltweiten Geschäfts wird voraussichtlich München sein.
Im Rahmen der Transaktion hat sich BenQ darüber hinaus die Marken- und Namensrechte gesichert, welche die Taiwanesen für die Dauer von fünf Jahren nutzen dürfen. Siemens wird im Gegenzug neue Aktien von BenQ im Wert von 50 Millionen Euro zeichnen. Das entspricht etwa 2,5 Prozent des Grundkapitals. Die Münchner bauen nach eigenen Angaben in Zukunft auf BenQ als bevorzugten Partner für Komplettlösungen im Bereich mobiler Kommunikation.
Siemens ist davon überzeugt, dass dieses Ergebnis die beste Lösung darstellt und zur Zukunftssicherung beitragen wird. Immerhin verfügt BenQ über hohe Kompetenzen im Consumer-Geschäft und ist in Asien ansässig – der Wirtschaftsregion, die immer mehr Taktgeber in diesem Geschäftsfeld ist und die die höchsten Zuwachsraten hat. Die regionalen Stärken beider Unternehmen sollen sich nach eigenen Angaben ideal ergänzen: während BenQ vor allem in Taiwan, China sowie Indien stark vertreten ist, bringt Siemens BenQ wiederum Zugang zum europäischen und lateinamerikanischen Markt. Auch Marktanalysten sind davon überzeugt, dass BenQ mit seinem Gespür für neue Markttrends der angeschlagenen Siemens Handy-Sparte wieder auf die Sprünge helfen wird. An der Börse legte die Siemens-Aktie zu Handelsbeginn um knapp zwei Prozent zu und führte damit die Gewinnerliste an.
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