Autor: Tobias Czullay 18.02.2016 - 09:11 | (52)

Nach FBI-Forderung: Google-CEO schlägt sich auf Apples Seite

Ein US-Gericht fordert von Apple, dem FBI eine Hintertür für iOS zur Verfügung zu stellen, das Unternehmen lehnt das Gesuch ab. Jetzt bezieht auch Google-CEO Sundar Pichai Stellung zum Thema und schlägt sich dabei auf die Seite der Konkurrenz.

Nach FBI-Forderung: Google-CEO schlägt sich auf Apples Seite

Sundar Pichai | (c) Google

Die Forderung des kalifornischen Bezirksgerichts ist gleichermaßen haarsträubend und besorgniserregend: Apple soll dem FBI eine Methode bereitstellen, mit der die US-Behörde die Verschlüsselung eines iPhone umgehen kann. Das kommt für das Unternehmen nicht infrage, so zumindest die Aussage von Tim Cook in einem gestern veröffentlichten offenen Brief. Apple geht darin auf Konfrontationskurs mit der US-Regierung, und das ist auch gut so. Neben Apple sehen in der Forderung offenbar auch andere Firmen eine Gefahr für die Privatsphäre und den Datenschutz, denn nun stellt sich mit Google ein weiteres Schwergewicht der IT-Branche gegen eine solche erzwungene Hilfestellung.

In einer Serie von Tweets stellt sich der CEO des Suchmaschinenriesen, Sundar Pichai, hinter Tim Cook. Er sehe zwar ein, dass die Behörden und Sicherheitsdienste beim Schutz der Öffentlichkeit vor Kriminalität und Terrorismus vor Herausforderungen stehen. Außerdem gebe Google den Behörden auf Geheiß auch Zugang zu bestimmten Daten. Allerdings sei die Forderung an Unternehmen, eine Möglichkeit bereitzustellen, mit der Geräte und Nutzerdaten gehackt werden können, nun eine ganz andere Geschichte, eine besorgniserregende Entwicklung. Pichai wünscht sich daher einen offenen und konstruktiven Diskurs zu diesem brisanten Thema.

Auch die "Reform Government Surveillance" genannte Allianzgruppe aus den größten Technikunternehmen, darunter neben Google auch Microsoft, Facebook und Twitter, hat sich zum Thema geäußert. In einem kurzen Beitrag gibt sie zu Protokoll, dass Technikfirmen nicht vorgeschrieben werden sollte, Hintertüren in ihrer Software einzubauen. Hintergrund der RGS-Allianz ist der Wunsch nach einer Reform bestehender Gesetze zur Überwachung von Personen durch Regierungsbehörden.

via Recode

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Kommentare
  1. 22.02.16 13:25 IchBinNichtAreamobile.de (Handy Master)

    @Echse:"[...] Apple ist nicht perfekt, beim Sammeln von Kundendaten( aus User Sicht )
    Aber sie sind userfreunflicher. Sie brauchen ab Sommer einfach nicht mehr soviele Daten. [...]"
    >>Google ist auch nicht perfekt, beim Sammeln von Kundendaten, lol ... Wie genau misst du die Userfreundlichkeit? Woher weißt du, wieviel Daten Apple braucht? Die betreiben doch Marktforschung. Das wirst du unmöglich verneinen können. Es gibt im Grunde nichts, was sich da nicht lohnen würde zu sammeln.

    Es stellt sich natürlich die Frage, was das jetzt noch mit der FBI-Forderung zu tun hat. Also indirekt kann man da schon was zusammenkonstruieren, aber im Grunde geht es bei dir einfach nur Google (oder irgendein Konkurrent) gegen Apple und du merkst gar nicht, dass bei deiner beschränkten Sichtweise Apple unglaublich schlecht wegkommt und das völlig zu Unrecht.

  2. 19.02.16 23:36 Echse (Handy Master)

    Ibnam

    Du hast nach dem Werbenetzwerk von Apple gefragt, ich habe geantwortet.
    Vielleicht hast du ja mit einer anderen Antwort bezüglich iAd gerechnet ?
    Und natürlich können wir differenzieren.
    Apple ist nicht perfekt, beim Sammeln von Kundendaten( aus User Sicht )
    Aber sie sind userfreunflicher. Sie brauchen ab Sommer einfach nicht mehr soviele Daten.
    Es gibt sicherlich noch weiter Luft nach oben. Aber Apple ist auf einem sehr guten Weg, wie ich finde.
    Vielleicht bekommt ja das Bild, was einige von Apple haben, bezüglich Datensammlen auch erste Risse.
    Solche Sprüche , wie sie hier immer von einigen kamen (Apple sammelt genauso Daten wie Google ) ziehen dann halt nicht mehr .

  3. 19.02.16 21:40 IchBinNichtAreamobile.de (Handy Master)

    @FTC:"==> Erkenne den Widerpruch in Deinem Text. Kleiner Tip: hat was zu tun mit: hinreichender Tatverdacht ./. Tragweite dieses Paragraphen + enge gesetzliche Grenzen…"
    >> <°)))><

  4. 19.02.16 21:32 Fritz_The_Cat (Handy Master)

    @ Ibnam:
    "Ich finde es durchaus sinnvoll, dass im Zuge der Abhörung bei hinreichendem Tatverdacht(?) auch Geräte konfisziert werden und auch ausgelesen werden. Ich finde es sogar nicht mal verwerflich, dass man mit den Herstellern zusammenarbeitet, jedenfalls nicht per se. Was mich wirklich stört und was vermutlich auch Apple und Google stört, ist die Tragweite dieses Paragraphen. Die unbedingte Zusage, dass man mit den Behörden zusammenarbeiten muss, egal um welchen Preis. Da muss man enge gesetzliche Grenzen stecken, damit die Zusammenarbeit der Firmen bei der Aufklärung von Verbrechen sie nicht in den Ruin führt und den Bürger vor gesetzlicher Willkür schützt. Der Einbau von Sicherheitslücken ins System ist dann genau das: geschäftsschädigend und offen für Willkür. Hier gewinnt am Ende wirklich keiner. "

    ==> Erkenne den Widerpruch in Deinem Text. Kleiner Tip: hat was zu tun mit: hinreichender Tatverdacht ./. Tragweite dieses Paragraphen + enge gesetzliche Grenzen…

  5. 19.02.16 21:24 Fritz_The_Cat (Handy Master)

    @ Ibnam:
    "Apple toll, Google schlecht. Das hat schon religiöse Züge. Für manche ist es so einfach, aber mit diesen Leuten möchte ich gar nicht reden ehrlich gesagt. Wer nicht in der Lage ist zu differenzieren und der auch nicht gewillt ist eine andere Position zu diskutieren, dem muss ich keine Aufmerksamkeit mehr schenken."
    ==> Umgekehrt wird hier aber mindestens ebenso häufig ein Schuh draus. Möchtest Du mit diesen Leuten auch nicht reden?

  6. 19.02.16 21:08 IchBinNichtAreamobile.de (Handy Master)

    Apple toll, Google schlecht. Das hat schon religiöse Züge. Für manche ist es so einfach, aber mit diesen Leuten möchte ich gar nicht reden ehrlich gesagt. Wer nicht in der Lage ist zu differenzieren und der auch nicht gewillt ist eine andere Position zu diskutieren, dem muss ich keine Aufmerksamkeit mehr schenken.

    @Applenerd: Ja, das schließt allerdings nicht aus, dass man Werbung jetzt eben anders betreibt. Dass Apple diese Daten sammelt, dürfte eigentlich auch kein Grund zur Verwunderung sein (ist es für dich wohl auch nicht). Es ist einfach Mode Marktforschung zu betreiben, denn vielleicht kann man die Information ja noch brauchen. Im englischen Raum nennt man das "information bias". Der Glaube, dass man mit noch mehr Informationen, noch genauere oder bessere Voraussagen oder Beurteilungen im Allgemeinen treffen kann. Das ist natürlich nicht immer der Fall, aber vielleicht irgendwann mal ... man weiß ja nie ;). Momentan fallen so viele Daten an, dass die nicht mehr sinnvoll analysiert werden können. Sieht man ja auch an den Terroranschlägen, dass mehr Informationen gegen diese Art von Kriminalität wenig bis gar nichts bringen.

    Um den Bogen zum Topic zu schlagen. Ich finde es durchaus sinnvoll, dass im Zuge der Abhörung bei hinreichendem Tatverdacht(?) auch Geräte konfisziert werden und auch ausgelesen werden. Ich finde es sogar nicht mal verwerflich, dass man mit den Herstellern zusammenarbeitet, jedenfalls nicht per se. Was mich wirklich stört und was vermutlich auch Apple und Google stört, ist die Tragweite dieses Paragraphen. Die unbedingte Zusage, dass man mit den Behörden zusammenarbeiten muss, egal um welchen Preis. Da muss man enge gesetzliche Grenzen stecken, damit die Zusammenarbeit der Firmen bei der Aufklärung von Verbrechen sie nicht in den Ruin führt und den Bürger vor gesetzlicher Willkür schützt. Der Einbau von Sicherheitslücken ins System ist dann genau das: geschäftsschädigend und offen für Willkür. Hier gewinnt am Ende wirklich keiner.

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