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Autor: Tobias Czullay 19.02.2016 - 13:07 | 20

iPhone-Verschlüsselung: Neues Gesetz soll Apple unter Druck setzen

Apple weigert sich, dem FBI bei der Entschlüsselung eines iPhone zu helfen. Jetzt hat das Unternehmen noch mehr Bedenkzeit für eine endgültige Entscheidung zugestanden bekommen, während im Hintergrund bereits an einem neuen Gesetz gegen Verschlüsselung gearbeitet wird.

iPhone-Verschlüsselung: Neues Gesetz soll Apple unter Druck setzen

iPhone 5C | (c) Areamobile

Apple bekommt vom kalifornischen Bezirksgericht mehr Zeit zugestanden, um die öffentlich kund getane Entscheidung gegen die auferlegte Hilfestellung für das FBI bei der Entschlüsselung eines iPhone zu überdenken. Ursprünglich galt der 16. Februar als Ende der Entscheidungsfrist, nun hat Apple laut einem Bericht von Bloomberg noch bis zum 29. Februar Zeit, um eine Einschätzung dafür zu entwickeln, ob und auf welchem Wege die Entschlüsselung umzusetzen ist.

Für seine Entscheidung und die durch einen offenen Brief angestoßene öffentliche Debatte über die Rechtmäßigkeit einer solchen gerichtlichen Forderung, die immerhin auf der Grundlage eines Gesetzes aus dem 18. Jahrhundert fußt, erhält Apple derzeit Zuspruch von anderen IT-Unternehmen, darunter Google, WhatsApp und auch Twitter. Aus der US-Politik mehren sich aber auch die kritischen Stimmen, die schon seit Jahren eine Hintertür in verschlüsselter Software für Behörden fordern.

Verweigerte Hilfestellung bald unter Strafe?

Noch ist nicht absehbar, was genau geschieht, sollte Apple - und davon ist nach derzeitigem Stand auszugehen - an seiner Entscheidung festhalten. Allerdings würden nach einem Bericht des Wall Street Journal schon jetzt mögliche Pläne ausgearbeitet, mit denen das Unternehmen weiter unter Druck gesetzt werden kann. So sieht der Gesetzentwurf des Vorsitzenden des Geheimdienstausschusses des US-Senats, Richard Burr, angeblich vor, den Widerspruch gegen richterliche Anordnungen durch Unternehmen unter Strafe zu stellen. Eine Sprecherin von Burr dementierte ein entsprechendes Vorhaben mittlerweile wieder, zumindest ging es in dem Papier nicht um die Formulierung von Strafanzeigen an Unternehmen.

Apple wurde zum Anfang dieser Woche von einem US-Gericht per Beschluss dazu aufgefordert, dem FBI mehrere konkrete Methoden zur Verfügung zu stellen, mit denen die iOS-Verschlüsselung umgangen werden kann. Im speziellen Fall sollte das iPhone 5C eines der beiden Attentäter vom Anschlag im vergangenen Dezember in San Bernadino geknackt werden, der für den Mord an 14 Menschen mitverantwortlich ist. Apple lehnte das Gesuch ab, da das Unternehmen darin einen Präzendezfall für künftige Forderungen, in einer solchen Hintertür aber auch eine Gefahr für die Privatsphäre der Nutzer sieht.

Mehr zum Thema: iPad, iPhone, iOS 9

via Die Zeit, TechCrunch

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Kommentare
  1. 21.02.16 18:06 nohtz (Professional Handy Master)

    "Kommt da auch noch 'was sachliches von Dir? "
    -->diese frage gebe ich an dich zurück

  2. 21.02.16 12:00 Fritz_The_Cat (Advanced Handy Master)

    Kommt da auch noch 'was sachliches von Dir?

  3. 21.02.16 07:00 nohtz (Professional Handy Master)

    " Aber der nun von Dir beigezogene Fall ist ja das Gegenteil dessen, was wir hier bisher diskutiert haben."
    -->"wir" ?
    eher war das dein versuch, die argumente der anderen zu diskreditieren, indem du so einen extrem-fall ins spiel gebracht hattest

  4. 20.02.16 16:09 Fritz_The_Cat (Advanced Handy Master)

    Nö, ich fände das nicht gut. Aber der nun von Dir beigezogene Fall ist ja das Gegenteil dessen, was wir hier bisher diskutiert haben. Insofern hat Deine Frage mit der bisherigen Diskussion nichts zu tun.

  5. 20.02.16 14:17 nohtz (Professional Handy Master)

    "Einerseits im Internet 'nen virtuellen Strip zu machen und sich gleichzeitig darüber zu beschweren, daß die NSA Dinge über ihn herausfindet, die man vorher freimütig öffentlich gemacht hat, paßt m.E. einfach nicht zusammen"
    -->was ist mit den dingen, die die NSA herausfindet, die man vorher NICHT feimütig öffentlich gemacht hat?

    "Im Übrigen erhebt gerade Facebook Daten ja auch ganz ohne Zutun des Nutzers und also **UNfreiwillig**"
    -->ok, facebook wird von dir als verweigerer nicht wissen, wann du wo warst, aber die NSA weiß es.
    fändest du das gut?

  6. 20.02.16 12:39 Fritz_The_Cat (Advanced Handy Master)

    @ EcoWin:

    Grundsätzlich gilt: Das Internet vergißt NIE! Und Facebook nachgewiesenermaßen erst recht nicht.
    siehe: http://www.taz.de/!5110890
    und : http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/max-schrems-jahrelanger-kampf-gegen-facebook-13819522.html

    Einerseits im Internet 'nen virtuellen Strip zu machen und sich gleichzeitig darüber zu beschweren, daß die NSA Dinge über ihn herausfindet, die man vorher freimütig öffentlich gemacht hat, paßt m.E. einfach nicht zusammen.
    Im Übrigen erhebt gerade Facebook Daten ja auch ganz ohne Zutun des Nutzers und also **UNfreiwillig**

    Auch besteht das Risiko ja nicht in der Veröffentlichung bzw. im Kenntnisgewinn *einzelner* Aktivitäten sondern in der *Verknüpfung* der so gewonnenen (Er-)-Kenntnisse.

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