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Autor:
Björn Brodersen
| 26

AM Thema: Soll Apple dem FBI beim Knacken des iPhone helfen?

Starke Sicherheitsmechanismen auf Smartphones machen nicht nur Hackern, sondern auch Straverfolgungsbehörden die Arbeit schwer. Ebenso würden die Guten und die Bösen von bewusst eingebauten Hintertüren in den Geräten profitieren. Im Fall des iPhone des Terrorverdächtigen von San Bernadino, auf das das FBI mit Hilfe von Apple zugreifen möchte, geht es um das große Ganze. Was ist eure Meinung zum Thema?

AM Thema: Soll Apple dem FBI beim Knacken des iPhone helfen?

iPhone 5C | (c) Areamobile

Niemanden kümmert wohl das Recht auf Privatsphäre eines erwiesenen, toten Terrorverdächtigen. Warum sollte Apple also nicht den Strafverfolgern vom FBI helfen, schneller Zugriff auf das iPhone 5C des mutmaßlichen Attentäters von San Bernadino im Dezember vergangenen Jahres zu erlangen? Zumal der Hersteller nicht selbst die auf dem iPhone liegenden Daten entschlüsseln, sondern "nur" eine modifizierte, genau auf die entsprechende Geräte-ID ausgerichtete Firmware auf das betreffende Handy spielen soll. In dieser angepassten Firmware sollen die von Apple in iOS implementierten zusätzlichen Datenschutzmaßnahmen bei mehrfachen Falscheingaben des persönlichen Passworts des Nutzers deaktiviert werden, so dass die Experten des FBI das iPhone des Terrorverdächtigen schneller entsperren und - hierbei kann Apple gar nicht helfen - mit der Entschlüsselung seiner Daten beginnen können.

Einzel- oder Präzedenzfall?

Apple weigert sich, eine solche modifizierte Firmware für das Terroristen-iPhone zu entwickeln - mit Verweis auf die größeren Implikationen eines solchen Falls und aus Sorge um die Sicherheit der Daten der Kunden, wie Apple-Chef in einem offenen Brief schreibt. Und sicherlich auch aus Marketinggründen. Würde Apple der gerichtlich gestützten Forderung Folge leisten, könnte dies beispielhaft für die Zukunft und für andere Strafverfolgungsbehörden sein und aus dem Einzelfall schnell Routine werden, so das von Cook gemalte Szenario. Andere Kritiker sehen diese Gefahr auch: Dies sei nichts anderes als die Forderung der Justiz, dass Gerätehersteller bewusst Schwachstellen ihre Software einbauen, die von Strafverfolgern bei ihren Ermittlungen als Hintertür ausgenutzt werden können - theoretisch aber auch von Hackern mit unredlichen Motiven. Das Beispiel könnte auch unter anderen Staaten mit einem anderen Verständnis von Recht und Unrecht Schule machen.

Es geht also ums große Ganze - Sicherheit, Datenschutz, Privatsphäre und Freiheit oder Kontrolle, Überwachung und möglicherweise effektivere Verbrechensbekämpfung, was auch für mehr Sicherheit der Bürger sorgen soll. Für die Technologie-Unternehmen steht das Vertrauen der Kunden, dass ihre persönlichen Daten sicher vor dem Zugriff durch andere sind, auf dem Spiel. Deshalb auch der Schulterschluss von Google, Facebook, Twitter & Co. mit Apple in dieser Sache. Strafverfolgungsbehörden kritisieren dagegen, dass starke Sicherheitsmechanismen ihre Arbeit bei der Aufklärung oder beim Verhindern von Verbrechen behindern. Was meint ihr: Soll Apple dem FBI in diesem Fall helfen oder nicht? Und sollen Strafverfolgungsbehörden über bewusst eingebaute Hintertüren leichter Zugriff auf Smartphones von Verdächtigen erhalten oder nicht?

Vielen Dank fürs Mitmachen! Wir freuen uns auch über eure Meinung zum Thema in den Kommentaren. Und hier das Ergebnis unserer Umfrage vom vergangenen Samstag:

Mehr zum Thema: iPhone, Smartphones, Apple-Smartphones, AM Thema

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Kommentare
  1. 23.02.16 10:52 AaronDonald (Newcomer)

    Nein.Verschlüsselung Schutz Abstreifen nicht Sicherheit helfen

  2. 23.02.16 10:50 AaronDonald (Newcomer)

    definitiv nicht.

  3. 22.02.16 16:04 IchBinNichtAreamobile.de (Handy Master)

    @Applenerd:"In dem aktuellen Beispiel geht allerdings es um die *lokalen Daten* des Smartphones. Und wie diese durch die Verschlüsselung des Smartphones geschützt werden. Das sind zwei ganz unterschiedliche paar Schuhe. "
    >>Jap, wichtige Unterscheidung. Wobei man sagen muss, dass sich das Urteil selbst auch auf Dropbox, Cloud und Co anwenden lässt. Trotzdem wichtig, dass man das erstmal unterscheidet.

    "2 Außerdem liegt es am eigenen Nutzungsverhalten, wer wieviele Daten hat. Apple mag pro durchschnittlichem iOS-Nutzer weniger Daten erfassen, als Google durchschnittlichem pro Android-Nutzer, trotzdem hat Apple vermutlich mehr Daten von mir als Google. Ich nutze die Suche Youtube etc, nur unangemeldet. Meine E-Mails, meine Daten und meine Karten liegen bei Apple. Apple kann bei mir sicherlicher mehr über mich an die Behörden geben als Google."
    >>Bei dem "Alles aus einer Hand"-Ökosystem kann man potentiell mehr Daten abgreifen. Ob Apple das tut, wissen wir nicht, genauso wie wir bei Google nicht wissen, was sie speichern. Die Datenskandale bei Apple sprechen aber eine recht deutliche Sprache. Ich glaube keinen Moment, dass Apple weniger Daten sammelt als Google pro Nutzer. Man sieht nunmal auch nicht mehr als die Spitze des Eisberges und muss anhand dessen urteilen.

    Es ist für meine Betrachtung dieses Sachverhaltes daher auch ein einfach wichtig, was überhaupt (automatisiert und unbemerkt) möglich ist. Meist ist das nämlich nicht weit weg vom tatsächlichen Ausmaß.

  4. 22.02.16 15:42 Applenerd (Handy Profi)

    >> letztendlich geht es doch darum, dass je mehr Daten der jeweilige Anbieter/Hersteller/Firma sammelt,
    >> desto mehr könnte dem FBI, Staat oder Geheimdiensten an Daten zur Verfügung gestellt werden.

    Ja, das stimmt, wenn wir von den Daten der Online-Dienste (Suche, Maps, Cloud, etc.) sprechen.

    1. Bei Google fallen aufgrund der vielen beliebten Onlinedienste (Suche, Maps, Mail, Youtube, etc.) und aufgrund des Geschäftskonzepts (massgeschneiderte Werbung) mehr Daten an als bei z. B. Apple.

    In dem aktuellen Beispiel geht allerdings es um die *lokalen Daten* des Smartphones. Und wie diese durch die Verschlüsselung des Smartphones geschützt werden. Das sind zwei ganz unterschiedliche paar Schuhe.

    2 Außerdem liegt es am eigenen Nutzungsverhalten, wer wieviele Daten hat. Apple mag pro durchschnittlichem iOS-Nutzer weniger Daten erfassen, als Google durchschnittlichem pro Android-Nutzer, trotzdem hat Apple vermutlich mehr Daten von mir als Google. Ich nutze die Suche Youtube etc, nur unangemeldet. Meine E-Mails, meine Daten und meine Karten liegen bei Apple. Apple kann bei mir sicherlicher mehr über mich an die Behörden geben als Google.

  5. 22.02.16 15:38 IchBinNichtAreamobile.de (Handy Master)

    @tvbanane:"Ich bin eigentlich sehr stark auf Seite der Datenschützer, deshalb versuche ich nicht zu viele Daten online preiszugeben, aber bin mir unsicher wie man das Thema bei Strafverfolgung machen sollte. Fakt ist es kann ja von den "Guten"(wer weiß wer das jeweils ist) genauso schlecht verwertet werden..."
    >>Datenschützer sind eher darin bestrebt, dass die Dienste so wenig Daten wie möglich preisgeben, die sie bereits haben, nicht dass du keine oder so wenig wie möglich Daten weitergibst. Das ist viel mehr eine Folge daraus, dass Datenschutz allgemein mit Füßen getreten wird.

  6. 22.02.16 15:24 tvbanane (Newcomer)

    Mist mein langer Beitrag hats nicht geschafft, er ist orgendwo verschwunden :( Jedenfalls wollte ich zusammengefasst sagen, dass ich es nicht so sehr aus dem Zusammenhang gerissen finde, denn wer viele Daten von sich preisgibt, von dem können auch viele Daten für die Strafverfolgung weitergegeben werden und dadurch auch in falsche Hände geraten...

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