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Autor:
Steffen Herget
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Samsung, Facebook, LG: Die Virtuelle Realität ist ganz real

Ein Trend ist auf dem Mobile World Congress 2016 allgegenwertig: VR, die Virtuelle Realität. Mit Samsung und LG rücken zwei Schwergewichte der Branche das Thema ins Zentrum ihrer MWC-Pressekonferenzen. Doch ist die Technik schon weit genug, um wirklich Spaß zu machen?

Samsung, Facebook, LG: Die Virtuelle Realität ist ganz real

Virtual Reality | (c) Areamobile

LG hatte am ersten Tag des MWC vorgelegt, Samsung zog am Abend gewaltig nach. Die Rede ist vom Thema Virtual Reality, das den Messebesuchern in diesem Jahr von den Herstellern erstmals so richtig aufs Auge gedrückt wird. LG hat für sein G5 eine ganze Menge spannendes Zubehör präsentiert, darunter eine VR-Brille, die an das Smartphone angeschlossen wird und neue Multimedia-Erlebnisse bieten soll. Samsungs Gear VR kennt man bereits: Es gibt die Brille, in die ein Galaxy-Smartphone eingelegt wird und dann als Display dient, schon seit einigen Monaten zu kaufen.

Bei der Präsentation des Galaxy S7 waren schon vor Beginn der Pressekonferenz die Vorzeichen klar: Auf jedem der mindestens 2.000 Plätze im Kongresszentrum am Willy-Brandt-Platz in Barcelona lag eine angeschlossene Gear VR samt Smartphone drin, die während der Veranstaltung zum Einsatz kommen sollte. Die Kosten und die Infrastruktur dahinter dürften immens gewesen sein. Zwar wurden die Brillen nur für zwei kurze Demos eingesetzt, doch dahinter steckt mehr. Zusammen mit der 360-Grad-Kamera Gear 360 möchte Samsung, dass die Kunden am liebsten die Brille für alle möglichen Arten von Videos, Bildern und sogar zum Telefonieren nutzen.

Facebook macht Ernst

Ganz alleine macht die Sache aber keinen Spaß, und deshalb hat sich Samsung einen Partner an die Seite geholt. Als Überraschungsgast kam Facebook-Chef Mark Zuckerberg auf die Bühne und kündigte eine Kooperation mit Samsung an. Facebook hat bereits mit der Übernahme von Oculus das Interesse an der Virtuellen Realität klar gemacht, nun zündet das Social Network die nächste Ausbaustufe. Zusammen mit Samsung will Facebook neue Inhalte für VR-Brillen anbieten, etwa eine Version von Minecraft. Samsung ist für Zuckerberg die einzige Firma, die Geräte zu erschwinglichen Preisen und in den nötigen Stückzahlen anbieten kann. Am Erfolg von VR lässt er keinen Zweifel: "VR ist die nächste Plattform. Es ist, als wäre man da."

Mark Zuckerberg bei Samsung | (c) Mark Zuckerberg

Mark Zuckerberg bei Samsung | (c) Mark Zuckerberg

Virtual Reality auf dem MWC 2016 | (c) Areamobile

Virtual Reality auf dem MWC 2016 | (c) Areamobile

 

Unscharf und pixelig macht VR keinen Spaß

Genau letzteres ist aber momentan noch ein Problem, denn die Technik scheint noch nicht weit genug fortgeschritten zu sein. Die Brille von LG ist zwar schlank und leicht, wirkt aber nicht besonders hochwertig. Die Gear VR ist besser verarbeitet, aber ein schwerer Klotz auf der Nase. Beide Brillen kommen nicht ohne teures Smartphone des selben Herstellers aus. Noch wichtiger ist aber die Bildqualität, denn VR ist ein extrem Optik-lastiges Erlebnis. Genau da hapert es aber noch bei allen Lösungen, auch bei eher für die Gamer gedachten Brillen wie der Playstation VR oder der HTC Vive. Überall sind fiese Pixelraster zu sehen, die Kontraste sind längst nicht so scharf wie am Monitor oder Fernseher. Das liegt nicht einmal unbedingt an der Auflösung, die Gear VR etwa leidet eher an der Pentile-Matrix der Super-AMOLED-Displays. Außerdem braucht man viel Platz, um die Brillen richtig auszunutzen, denn erst wenn man sich im virtuellen Raum auch frei bewegt, wird der Erlebnis richtig gut. Die HTC Vive verlangt nach mindestens 15 Quadratmeter freiem Raum, das wird in nahezu jeder normalen Wohnung schwierig, und selbst Hausbesitzer haben vielleich auch besseres zu tun als ihre Garage zum VR-Spielzimmer umzuwidmen.

Das wäre aber auch noch irgendwie zu verkraften, schließlich hat man es momentan noch mit der allerersten VR-Generation zu tun, die man tatsächlich kaufen kann. Beim Thema "Kaufen" liegt aber der Hase im Pfeffer, denn die Hardware für die Virtuelle Realität ist noch lange kein Schnäppchen. Hunderte oder gar tausende von Euro auszugeben für eine Technik, die noch alles andere als einigermaßen fertig wirkt, ist ein enormes Hindernis. Samsung hat hier mit der kostenlosen Beigabe der Gear VR für Vorbesteller des Galaxy S7 zwar einen richtigen und wichtigen Schritt gemacht, dauerhaft wird man die Brillen aber nicht verschenken können, nur um das Thema in den Markt zu drücken. Für die gedachten Anwendungen müssen die Kunden außerdem ja auch noch spezielle Kameras wie die Gear 360 oder die Cam 360 von LG kaufen. Das werden nur die Enthusiasten tun, das gilt als sicher. Vom Massenmarkt ist die Technologie noch weit entfernt.

Warten oder nicht?

Die Krux an der Sache: Eigentlich müsste man noch warten, bevor man sich als Kunde der Virtuellen Realität widmet. Die Technik ist teuer und überzeugt noch nicht, die Zahl und Qualität der Inhalte ebenso wenig. Doch faszinierend ist das Eintauchen in virtuelle Sphären allemal, und deshalb sind die Anbieter auf aktive Nutzer und deren Feedback angewiesen. Mittelfristig dürfte sich das aktuelle Engagement von großen Firmen wie Samsung, LG, Sony, HTC und Facebook auszahlen, denn die technikbegeisterte Kundschaft sucht schon länger nach Wegen, ihre Smartphones und Computer anders, spannender und intensiver zu nutzen. Man darf gespannt sein, wie sich das Thema Virtual Reality in den kommenden Monaten entwickelt, falls die Industrie ohne Rücksicht auf finanzielle Verluste weiter so stramm vorweg marschiert.

Virtual Reality auf dem MWC 2016 | (c) Areamobile

Virtual Reality auf dem MWC 2016 | (c) Areamobile

Mehr zum Thema: App, MWC, Smartphone, Virtual Reality (VR)

VR ist faszinierend, da beißt die Maus keinen Faden ab. Die Demo der HTC Vive ist ein echtes Erlebnis, die Samsung-PK hat mich mit dem Einsatz des neuen Mediums wirklich beeindruckt. Ich warte aber trotzdem lieber noch, irgendwann muss das Holodeck aus Star Trek doch fertig sein!

Persönlicher Kommentar von Steffen Herget

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Kommentare
  1. 22.02.16 15:51 M.a.K (Handy Master)

    @ Steffen,

    "Ich warte aber trotzdem lieber noch, irgendwann muss das Holodeck aus Star Trek doch fertig sein!"

    Aber bitte auf der Voyager und die Borg können kommen :)

  2. 22.02.16 14:47 foetor (Advanced Handy Profi)

    "Unscharf und pixelig macht VR keinen Spaß"

    Tja auf meinem S6 wirkt das Ganze auch sehr pixelig, da müssen erstmal neue und schärfere Displays her. Dennoch halte ich viel von der Technik. Was auch lustig wäre, wenn man ein Geb feiert aber ein Freund nicht dabei sein kann, Kamera aufstellen, Online verbinden, schwups kann er doch "mitfeiern".

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