Autor:
Steffen Herget
| (8)

Motorola-CEO Rick Osterloh: "Wir wollen wieder global auftreten"

Motorola hat auf dem Mobile World Congress keine neuen Smartphones oder Smartwatches vorgestellt. Das Handy-Urgestein wird aber auch 2016 nicht untätig sein. Im Gespräch mit dem CEO Rick Osterloh wird klar, wie die Strategie für das laufende Jahr aussehen soll. Änderungen wird es beim Moto G geben.

Motorola-CEO Rick Osterloh:

Motorola-CEO Rick Osterloh | (c) Areamobile

Seit der Übernahme der Mobile-Sparte von Motorola durch Lenovo sind bereits anderthalb Jahre ins Land gegangen. Erst jetzt haben die beiden Unternehmen die Integration in weiten Teilen abgeschlossen. Das hat alles ein wenig länger gedauert und wohl auch zu Verzögerungen bei der Planung der kommenden Smartphones geführt. Das war zumindest am Rande des Mobile World Congress zu erfahren. CEO Rick Osterloh und Marketing-Chefin Adrienne Hayes gaben im Gespräch bereitwillig Auskunft über die weiteren Pläne des Unternehmens.

Moto G wird aufgesplittet

Die Smartphones von Motorola und Lenovo werden künftig in zwei Serien angeboten, wie Adrienne Hayes erläuerte. Die Vibe-Serie von Lenovo kommt vor allem für günstige Einsteigergeräte zum Einsatz, die Preise werden bis etwa 300 Euro gehen. Alles darüber fällt in die Moto-Sparte. Dabei werden aber auch die günstigeren Motorola-Smartphones Moto E und Moto G weitergeführt und nicht durch Vibe-Modelle ersetzt, hier nimmt Lenovo Überschneidungen in Kauf. Das Moto G wird dabei künftig ebenso wie schon jetzt das Moto X nicht mehr ein einzelnes Smartphone bleiben, sondern mit Beinamen in unterschiedlichen Versionen auf den Markt kommen. Modelle wie ein Moto G Play, Moto G Style oder ähnliches sind also künftig möglich. Ob die ShatterShield-Technologie aus dem Display des Moto X Force als Alternative in ein günstigeres Modell kommen wird, steht unterdessen noch nicht fest. Man sei zwar bestrebt, möglichst viel der Technik aus den Top-Modellen in die unteren Preisklassen weiterzugeben, eine Entscheidung über das bruchfeste Display sei aber noch nicht gefallen, so Rick Osterloh.

Osterloh und Hayes gaben weitere Einblicke in die Modellpolitik. So sei das mit Google entwickelte Nexus 6 schlicht einfach zu groß geraten. Zur Zeit der Entwicklung sei der Trend zu größeren Displays gerade voll im Gange gewesen, so Hayes, da sei man wohl etwas übers Ziel hinaus geschossen. Was das generelle Design des Nexus-Smartphones angeht, habe Google dem Hersteller einigermaßen freie Hand gelassen, in Kleinigkeiten wie der Platzierung der Knöpfe redet der Suchmaschinenriese aber durchaus ein gehöriges Wörtchen mit.

Schnelle Updates und nacktes Android bleiben

Den kürzlich aufgetauchten Mutmaßungen, Motorola werde als Benutzeroberfläche künftig ein UI von Lenovo einsetzen, schob Osterloh einen Riegel vor. "Pures Android und schnelle Updates werden nicht angetastet, sondern bleiben eine Kernfunktion der Motorola-Smartphones", so der CEO. Hersteller-Oberflächen wie Touchwiz, Sense oder Xperia UI haben zwar Vorteile wie eigene Apps oder zusätzliche Funktionen, bremsen aber auch die Geschwindigkeit bei der Auslieferung von Updates und lösen nicht bei allen Android-Fans Begeisterung aus.

Bis zum nächsten Motorola-Flaggschiff wird es unterdessen noch dauern. Das Moto X Force sei de facto das Top-Modell für 2016, schließlich sei das bruchsichere Smartphone erst im Januar in den meisten Ländern auf den Markt gekommen. Im Laufe des zweiten Halbjahres könnte man sich allerdings trotzdem gezwungen sehen, in der Oberklasse noch einmal nachzulegen. Schließlich geht es für Motorola in diesem Jahr vor allem darum, nach der zweiten Übernahme und einem gewissen Schrumpfungsprozess endlich wieder zu wachsen. Rick Osterloh drückt das so aus: "Wir wollen wieder global auftreten."

Mehr zum Thema: MWC, Smartphone, Smartphone-Markt, Smartwatch

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Kommentare
  1. 25.02.16 11:55 Svensemann (Newcomer)
    @pikachus

    Dich stören die Beinamen wie Style, Play, etc.?

    Das sind die verschiedenen Modelle einer Serie. Schon mal bei Autos geschaut? Das gibt es haufenweise Zahlen als Modellnamen...das ist doch ganz normal.

  2. 25.02.16 11:53 Svensemann (Newcomer)
    schnelles Update? aaaaahja

    Also von einem wirklich schnellen Update bei Motorola kann leider keine Rede mehr sein.

    Ich fand es für das X Play doch recht lange... das Style war deutlich früher dran obwohl es später erschien. Und auch der Rollout zog sich über mindestens 2 Wochen hin.
    Das ist nicht mehr schnell. Aber zum Glück noch nicht so LANGSAM wie bei anderen Herstellern

  3. 25.02.16 11:48 chief (Advanced Handy Master)

    @Gandalf

    Apple schwimmt aber auch in seinem eigenen Aquarium ;) Die können machen was sie wollen.

  4. 25.02.16 11:36 Gandalf (Advanced Handy Profi)

    Wieso zu spät?
    Nur weil man nicht direkt vorgestellt hat?
    Es hat jeder seinen Rhythmus.
    Apple stellt auch erst vor & die Kunden werden es kaufen, auch wenn das Galaxy S7 schon ein paar Monate auf dem Markt ist.
    Man darf ja nicht vergessen, dass über das ganze Jahr gesehen immer wieder Menschen neue Smartphones brauchen, nicht nur nach dem MWC. ;-)
    Von daher, ist das Gerät gut, wird es zwangsläufig abgesetzt, egal zu welcher Jahreszeit.
    Und die ersten Teaser + Livebilder vom One M10 sehen deutlich besser aus, als das, was bisher vorgestellt wurde.
    Daher dürfte sich auch das Warten lohnen.

  5. 25.02.16 10:46 IFA (Advanced Member)
    zu spät

    "Wir wollen wieder global auftreten"

    Haha, Motorola das wars mit euch! Der Zug ist schon bei euch schon längst abgefahren. Wie für Sony und HTC.

  6. 24.02.16 21:19 IchBinNichtAreamobile.de (Handy Master)

    @Pikachu: Whoa, ja wirklich, immer wenn ich sowas sehe, dann bin ich auch total verwirrt. ... ne Mal ehrlich wen kratzt es, dass das Gerät XYZ Play Style Boom Ding Dang Dong heißt, wenn einem das Gerät gefällt. Und sprich nicht von "dem Kunden", sondern sprich für dich selbst. Bist du verwirrt, wenn das Gerät Play Style Boom Ding Dang Dong heißt?

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