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Autor: Tobias Czullay 04.03.2016 - 09:26 | (2)

Sicherheit: Amazon entfernt Verschlüsselung aus Fire OS

Im Februar hat Amazon Fire OS 5 für die Fire-Tablets, das Fire Phone und die Fire TV Settop-Boxen ausgeliefert. Jetzt wurde bekannt, dass das Unternehmen darin keine Verschlüsselung der auf den Geräten gespeicherten Daten mehr anbietet. Amazon setzt damit ein falsches Signal.

Sicherheit: Amazon entfernt Verschlüsselung aus Fire OS

Amazon Fire Phone | (c) Areamobile

Die Datenverschlüsselung auf Smartphones und Tablets ist nicht zuletzt durch den Clinch zwischen Apple und dem FBI in aller Munde, der US-Geheimdienst verlangt vom iPhone-Hersteller die Bereitstellung einer Hintertür für sein iOS-Betriebssystem. Mehr als 40 große und kleinere IT-Unternehmen haben Apple bereits ihre Unterstützung in der als Präzedenzfall geltenden Auseinandersetzung mit der Behörde zugesagt. Dazu zählt neben Schwergewichten wie Microsoft, Facebook und Twitter auch der Plattformbetreiber und Gerätehersteller Amazon, der nun allerdings in die entgegengesetzte Richtung ausschert: Nutzerberichten zufolge hat das Unternehmen die Verschlüsselung mit dem im Februar ausgelieferten Fire OS 5 für die Fire-Tablets, das Fire Phone und den Fire TV Stick still und heimlich gestrichen.

Die zuvor auf einem Gerät möglicherweise eingeschaltete Verschlüsselung wird mit Aufspielen des Updates kurzerhand deaktiviert, eine Möglichkeit diese manuell wieder einzuschalten gibt es bei Fire OS 5 nicht. Lokal auf den Geräten gespeicherte Daten wie Account- und Zahlungsinformationen, App-Daten, Videos, E-Mails und Fotos können so im möglichen Falle eines Datendiebstahls ohne Umwege ausgelesen werden, während Hacker mit verschlüsselten Daten nur wenig anfangen könnten. Die Abkehr von der Verschlüsselung ist auch deshalb überraschend, da das Betriebssystem auf Googles Android 5.1 Lollipop basiert, das standardmäßig mit einer solchen Verschlüsselungsfunktion ausgestattet ist. Gegenüber The Verge erklärte ein Unternehmenssprecher, dass aus Fire OS einige Features für Unternehmen entfernt wurden, die von den Besitzern kaum genutzt werden. Dem Magazin Ars Technica sagte Amazon weiter, dass die Verschlüsselung persönlicher Daten auf den Cloud-Servern den hohen Standards für Datenschutz und Privatsphäre entspricht.

Lösung: Verzicht auf das Update?

Nutzer eines Amazon-Geräts haben nur wenige Möglichkeiten, diesem Umstand zu begegnen: Entweder sie verzichten auf das Update (sofern es noch nicht aufgespielt wurde) und verbleiben auf der älteren Betriebssystemversion mit der Möglichkeit der Datenverschlüsselung oder sie hoffen, dass kein unbefugter Dritter die Daten abschöpft - oder verzichten ganz auf die Nutzung des Geräts. Noch ist nicht bekannt, ob Amazon gegensteuern und mit einem kommenden Patch die Datenverschlüsselung wieder anbieten wird.

Auch angesichts des Bestrebens von Amazon, weiter mit eigenen Geräten in den Bereich Smart Home vorzudringen ist die Entscheidung gegen die Datenverschlüsselung beunruhigend - Tablets und TV-Sticks sind da nur der Anfang. Mit Echo hat das Unternehmen in den USA bereits einen Always-on-Sprachassistenten im Angebot, über den im Zusammenspiel mit einem verbundenen Fire-OS-Gerät theoretisch tiefe Eingriffe in die Privatsphäre möglich wären - von Hackern, aber auch von Geheimdiensten.

Mehr zum Thema: Amazon Fire TV, Amazon Echo

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Kommentare
  1. 04.03.16 12:52 M.a.K (Handy Master)

    Eines ist aber schon defekt und auf den anderen beiden läuft inzwischen CyanogenMod ^^

  2. 04.03.16 11:30 polli69 (Advanced Handy Profi)

    Ok. Den drei Firephone Kunden ist das eh egal.

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