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Autor: Tobias Czullay 15.03.2016 - 11:45 | 10

Update-Klage gegen Samsung scheitert vor Gericht

Rund zwei Monate ist es her, dass eine Klage des niederländischen Verbraucherschutzbunds gegen Samsung für Aufsehen sorgte: Dem Hersteller wird vorgeworfen, Smartphone-Nutzer durch ausbleibende Updates wissentlich der Gefahr von Hackerangriffen auszusetzen. Die Klage wurde nun abgewiesen.

Update-Klage gegen Samsung scheitert vor Gericht

Samsung | (c) Areamobile

Im vergangenen Januar wurde bekannt, dass die niederländische Verbraucherschutzorganisation Consumentenbond Klage gegen den Smartphone-Marktführer Samsung erhebt. Der Vorwurf: Samsung lässt Nutzer darüber im Unklaren, welche Geräte wann und über welchen Zeitraum Updates auf neue Android-Versionen erhalten. Insbesondere im Falle der im Sommer 2015 bekannt gewordenen Stagefright-Sicherheitslücke, die vor allem Smartphones mit einer älteren Betriebssystemversion betrifft und durch die Angreifer theoretisch die Kontrolle über das Gerät erlangen können, blieben nach Ansicht des Verbraucherschutzbundes sowohl Informationen an Betroffene als auch entsprechende Sicherheits-Patches aus.

Nach einem ersten Treffen der zwei Streitparteien folgte im Februar die Austragung vor dem Amsterdamer Bezirksgericht, Anfang März wurde die Klage schließlich abgewiesen. In der Urteilsverkündung vom 8. März heißt es dazu, dass das Gericht in der Stagefright-Sicherheitslücke keine akute Gefährdung für die Smartphone-Nutzer erkennen könne. Samsung konnte überzeugend nachweisen, dass es sich nicht um eine Sicherheitslücke per se, sondern um eine "Schwachstelle" im Betriebssystem handelt, die nur über äußerst komplexe Wege ausgenutzt werden könnte. Das Risiko für die Nutzer sei nach Ansicht des Herstellers und auch des Gerichts minimal. Zudem gebe es noch keinen Beleg dafür, dass die Stagefright-Schwachstelle auch tatsächlich auf einem Samsung-Smartphone ausgenutzt werden könnte. Der Verbraucherschutzbund sei in diesem Falle Beweise dafür schuldig, dass Stagefright auch außerhalb einer Testumgebung eine Bedrohung für den Kunden darstelle.

Samsungs Update-Aufwand steht in keinem Verhältnis zur Sache

Darüber hinaus hat Samsung den Nachweis erbracht, dass der Großteil der seit Juli 2013 in den Niederlanden verkauften Galaxy-Smartphones entsprechende Sicherheitspatches gegen Stagefright und die später bekannt gewordene Schwachstelle Stagefright 2.0 erhalten haben. Einige Geräte wie Galaxy Ace 2, Galaxy S3 und Galaxy S3 Mini könnten zwar theoretisch noch anfällig für Exploits sein, doch auch hier hat es der Consumentenbond nach Einschätzung des Gerichts versäumt zu belegen, dass eine große Anzahl an Nutzern betroffen ist. Nicht zufriedenstellend sei auch die Beweislage bei zwei anderen Sicherheitslücken, namentlich Certigate und Linux (CVE-2016-9728), weswegen die Klage schlussendlich abgewiesen wurde.

Die Forderung nach flächendeckenden Updates für eine Vielzahl an Geräten und Android-Versionen durch den Verbraucherschutzbund in einer nicht nachgewiesenen Bedrohungslage steht nach Ansicht des Gerichts nicht im Verhältnis zum finanziellen und logistischen Aufwand des Herstellers, der ohnehin abhängig ist von der Bereitstellung von Updates durch Google. Ob Sicherheitslücken wie Stagefright ausgenutzt werden oder nicht, darüber könne heute noch kein Urteil gefällt werden.

In einer Erklärung zeigt sich der Consumentenbond enttäuscht über die Entscheidung des Gerichts und erwägt nun weitere Schritte. Vom eigenen Standpunkt will man dort jedenfalls nicht abweichen, "Verbraucher haben ein Recht auf Updates und ein Recht darauf, ausreichend über sie informiert zu werden." Die im Juli 2015 durch den niederländischen Verbraucherschutzbund ins Leben gerufene "Update!"-Kampagne verzeichnet mittlerweile 21.000 Unterstützer.

Mehr zum Thema: Android-Update, Stagefright

via Smart Droid

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Kommentare
  1. 15.03.16 22:36 pixelflicker (GURU)

    Ja, aber wenn es doch so Überlebensnotwendig ist?

  2. 15.03.16 21:43 chief (Advanced Handy Master)

    "Nur fürchte ich, dass die gleichen Kunden, die jetzt danach schreien dann nicht bereit wären extra dafür zu zahlen."

    Natürlich nicht, wo kommst du den auch her das zu denken? (Also das sie zahlen würden) ;)

  3. 15.03.16 21:32 pixelflicker (GURU)

    Ich verstehe ja nicht, warum die Hersteller es nicht so machen, wie es bei Software schon seit Jahrzehnten üblich ist:
    Sicherheitsupdates werden von vorneherein für einen bestimmten Zeitrahmen zur Verfügung gestellt, Versionsupdates kosten extra. Das war schon immer so und so könnten die Hersteller noch extra Geld verdienen. Nur fürchte ich, dass die gleichen Kunden, die jetzt danach schreien dann nicht bereit wären extra dafür zu zahlen.

    Die Hersteller haben sich das Ei selbst gelegt. Warum auch müssen sie Geräte wie die Verrückten auf den Markt werfen bis sie selber nicht mehr durchblicken?

  4. 15.03.16 19:03 IchBinNichtAreamobile.de (Handy Master)

    @M.a.K: Ja, aber Versions-Updates sind für mich nichts, was man einfordern könnte von den Herstellern. Die Mehrkosten sind durchaus signifikant. Auch gibt es nicht viele Apps, die 4.3 nicht unterstützen. Sicherheitsupdates bzw Bugfixes generell sind für den Hersteller nicht sehr teuer und in der Klage geht es eben auch genau um solche Updates.

    Dass man Featureupdates als Selbstverständnis ansieht, halte ich schon für äußerst fragwürdig.

  5. 15.03.16 18:55 M.a.K (Handy Master)

    @ IBNAM,

    ich meine schon richtige Updates mit Versionssprüngen, aber nicht nur von von 4.4 auf 5.0, sondern auch Updates, z.B von 4.1 auf 4.3.

    Sicherheitsupdates allein bieten ja keinen Mehrwert. Wenn eine App 4.4 benötigt, der Hersteller aber nur für 4.3 Sicherheitsupdates liefert, dann bringt das die App ja leider auch nicht zum laufen.

  6. 15.03.16 18:46 IchBinNichtAreamobile.de (Handy Master)

    @M.a.K:"die Hersteller würden am liebsten gar keine Updates für ihre Geräte rausbringen und machen nur das absolut Mindeste was von ihnen erwartet wird. Im Gegensatz dazu versucht Google möglichst oft ein neues Update seines OS rauszuhauen damit die Hersteller die keine Updates bringen wollen fleißig neue Geräte mit der neuesten Version bauen."
    >>Liest sich nicht nur verrückt, sondern auch irgendwie falsch. Also vorne weg, man kann es richtig auslegen, aber ich glaube du meinst das Falsche. Google haut mehrmals wöchentlich neue Versionen raus und ich nehme nicht an, dass du tatsächlich diese Updates meinst, sondern neue OS-Versionen (also wie JB, KK, LP, MM etc) und das sind dann doch zwei ganz verschiedene Paar Schuhe. OS-Versionen werden nämlich auch nach der neuen Versionen noch aktualisiert (2-3 Jahre insgesamt).

    Kein Vorwurf, es fällt mir nur häufiger auf, dass gerne Sicherheitsupdates und Featureupdates durcheinander geworfen werden (ist ja auch nicht komplett losgelöst voneinander).

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