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Autor:
Björn Brodersen
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"Mama, mach doch mal ein einfach zu bedienendes Smartphone"

Das ID1 ist ein Android-Smartphone mit neuartigem Interface, das Anwendern den Zugriff auf alle Apps mit einer fließenden Bewegung an der Unterseite des Bildschirms ermöglicht. Die Idee für das Bedienkonzept regte der 18-jährige Sohn der Macherin hinter dem Smartphone an. Im Interview mit Areamobile spricht ID2ME-Chefin Christina Agger über die Entwicklung und den Verkaufsstart des ID1 in Deutschland.

Christina Agger, CEO von ID2ME | (c) ID2ME

Ab heute ist das Smartphone ID1 aus Dänemark auch bei uns bestellbar: Im Online-Shop des Herstellers ID2ME kostet das zunächst auf rund 1.000 Geräte limitierte Android-Gerät 399 Euro und wird ab 6. April ausgeliefert. Auf die Idee für das neuartige Bedienkonzept kam die ID2ME-Chefin Christina Agger durch ihren Sohn, der Name spielt auf das Smartphone als Ausdruck der Identität (ID) an, eine Crowdfunding-Kampagne für das Projekt scheiterte kläglich, und in Deutschland ist das ID1 (lest auch unseren Hands-on-Bericht) anders als in Dänemark nur über den herstellereigenen Online-Shop verfügbar. Über die Entwicklung und den Auftakt des ID1 im deutschen Markt haben wir mit der ID2ME-Chefin Christina Agger gesprochen.

Areamobile: Frau Agger, was ist das Besondere am ID1?

Christina Agger: Mobile Geräte werden größer und dadurch schwieriger mit einer Hand zu bedienen. Die wachsende Zahl unserer Apps, macht es schwerer, die Lieblings-Anwendungen zu finden und darauf zuzugreifen. Das ID1 ist ein brandneues Smartphone, das Android Struktur und ein neues Gesicht verleiht. Es besteht aus Hardware und Software, die das Smartphone benutzerfreundlich und einfach zu bedienen macht. Die Steuerung erfolgt ganz einfach durch eine Daumenbewegung im unteren Bereich des Bildschirms. Außerdem kann sich der Nutzer seinen Weg zu den Apps "erfühlen" und so das ID1 bedienen, ohne auf das Gerät zu schauen.

AM: Wie sind Sie auf die Idee gekommen und wann haben Sie mit der Entwicklung des ID1 begonnen?

Agger: Ich habe 15 Jahre Erfahrung in der Mobile-Branche und dabei unter anderem für Nokia, Provider und Mobilfunkbetreiber gearbeitet. Seit langem gibt es den Wunsch nach etwas neuem - eine neue Software, ein neues Interface -, weil alles gleich aussieht. Gleichzeitig wird das Smartphone, das quasi unsere Identität geworden ist, immer größer und wir nutzen viele Apps auf dem Smartphone. Eine von uns in Dänemark durchgeführte Studie zur Smartphone-Nutzung ergab, dass das Smartphone dasjenige Gerät ist, für das die Menschen zurück nach Hause gehen und es holen, wenn sie es vergessen haben.

An einem Tag vor etwa einem Jahr sagte mein Sohn zu mir: "Mama, warum entwickelst du nicht ein Smartphone, auf dem du auf alle Apps mit einer Wischgeste zugreifen kannst?" Ich dachte, das sei genau das, was der Markt braucht: ein Smartphone, das viel einfacher zu bedienen ist und das meinen Apps Struktur verordnet. Also habe ich mich mit einigen hervorragenden Software-Entwicklern zusammengetan und einen Business-Plan erstellt. Einen Plan, ein Smartphone samt Hard- und Software in einem Jahr herauszubringen. Das geschah am 1. April 2015.

ID1 | (c) ID2ME

ID1 mit verschiedenfarbigen Wechselschalen | (c) ID2ME

AM: Es gab eine Crowfunding-Kampagne für das Id1, die scheiterte. Wie haben Sie die Entwicklung des Smartphones schließlich finanziert?

Agger: Man braucht Geld, um selbst mit der Smartphone-produktion zu beginnen. Erst dachte ich, Crowdfunding wäre die beste Idee. Aber da wir zu dem Zeitpunkt nicht zuviel vorab vom Gerät zeigen wollten, gelang es uns nicht, Unterstützer zu bekommen. Stattdessen haben wir jetzt zwei private Investoren und einen staatlichen Förderungsfonds an Bord.

AM: In Dänemark bieten Sie das ID1 über einen Mobilfunkbetreiber und über einen Fachhhändler an. Warum vertreiben Sie das Gerät in Deutschland nur über Ihren eigenen Online-Shop?

Agger: Wir haben vor, das ID1 international nur über unseren eigenen Online-Channel zu verkaufen. Verbraucher sind Online-Shopping gewohnt, und wir können durch den Web-Store des Gerätepreis auf attraktivem Niveau halten und gleichzeitig Support und Gewährleistung für das Smartphone liefern. Dänemark ist unser Testmarkt und zum Start haben wir uns mit einem Operator und einem Retailer zusammengetan. Diesen Freitag werden wir aber auch einen Online-Shop in Dänemark öffnen.

AM: Erzählen Sie uns bitte mehr über die Community.

Agger: Unsere Kunden wissen, was sie von einem Smartphone erwarten. Daher haben wir von Anfang eine Community-Strategie verfolgt, über die wir Anwender einbinden und Feedback von unserer Zielgruppe einholen. In Dänemark betreiben wir das IDLab: Das ist ein Schirm für einen Showroom und eine Online-Community, von der wir Feedback erhalten. Es ist noch zu früh, um sagen zu können, wie IDLab in Deutschland Form annehmen kann. Aber wir werden Wege suchen, über die wir mit unseren Nutzern in Kontakt treten können.

IDLab | (c) ID2ME

IDLab | (c) ID2ME

AM: Was ist die Zielgruppe des ID1 und was sind Ihre Pläne für dieses Jahr?

Agger: Unsere Zielgruppe sind die sogenannten "First Movers", junge Leute und Junggebliebene. Also jeder, der nach einer neuen Erfahrung mit dem Smartphone sucht und von den bislang existierenden Alternativen gelangweilt ist. Unser Ziel ist es, im ersten Jahr in Dänemark und zwei anderen Ländern zu starten. Bis jetzt haben wir dies in Dänemark und Deutschland getan.

AM: Was sind Ihre Pläne hinsichtlich Updates? Wir des Android Marshmallow für das ID1 geben? Und wie sieht es mit den monatlichen Sicherheits-Patches und Bugfixes für Android von Google aus?

Agger: Wir planen eine hohe Frequenz von Updates, für das ID1 alle zwei oder drei Monate. Updates werden hauptsächlich auf dem Feedback der Nutzer basieren: Diese werden beeinflussen, wie es mit dem Betriebssystem weitergeht. Sicherheit ist natürlich ein Bestandteil der Updates.

Weitere Informationen: ID2ME hat seinen Sitz in Kopenhagen. Das dänische Team aus 20 Mitarbeitern kümmert sich um Software-Entwicklung, Support, Marketing und Administratives, ein weiteres Team in China betreut den Produktionsprozess. Für Deutschland hat ID2ME das Unternehmen DAT Ingram Micro als Partner für den Kundendienst ausgewählt.

Mehr zum Thema: Android-Smartphone, Smartphone

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Kommentare
  1. 17.03.16 23:56 AlfredENeumann (Handy Profi)
    Wird ein Flop

    Ich hab mir ein paar Videos angeschaut mit dem Launcher. Sehr umständlich und auch sehr hakelig. Da gibt es bessere Ansätze.

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