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Autor: Tobias Czullay 19.03.2016 - 18:00 | 0

Teurer Spaß: Mobiles Internet am Tablet nutzen

Einige Tablets sind nicht nur mit einem Funkmodul für WLAN-Netzwerke, sondern auch für den Unterwegsgebrauch mit einem LTE-Modem ausgestattet. Vor allem die Mobilfunkanbieter wollen Nutzern ein solches, oft deutlich teureres Tablet schmackhaft machen. Doch wann lohnt der Einsatz wirklich und wie kostspielig ist der ganze Spaß?

Teurer Spaß: Mobiles Internet am Tablet nutzen

Mit dem Tablet ins Internet | (c) AM

Das Tablet hat im größeren Bildschirm einen offensichtlichen Vorteil gegenüber dem Smartphone, das Surfen im Internet oder das Schreiben von Texten ist darauf in der Regel komfortabler. Allerdings wird eine Vielzahl an Android- und Windows-Tablets auch heute nur optional und meist deutlich teurer mit einem Modem für den Zugang ins Mobilfunkinternet verkauft, die meisten Geräte bleiben durch ihr WLAN-Modul vermeintlich auf den Coucheinsatz beschränkt. Nun, nicht ganz, denn natürlich kann auch das Tablet ohne eigenen LTE-Zugang außerhalb der eigenen vier Wände trotzdem für das Internetsurfen genutzt werden, sofern die Verbindung des Smartphones genutzt wird. Über das sogenannte "Tethering" kann das Tablet per Bluetooth oder WLAN Kontakt mit dem Smartphone herstellen und ganz einfach dessen Internetleitung nutzen. Bis vor einigen Jahren war das Tethering durch die Vertragsbedingungen einiger Mobilfunkanbieter noch strikt verboten, in den heutigen Verträgen von O2 und der Telekom ist die Leistung enthalten, bei Vodafone ab dem Tarif Red M.

Tethering für Power-User keine Option

Das Tethering ist allerdings auch mit einigen Nachteilen behaftet. Zum einen wird vor allem durch das schnellere WLAN-Tethering der Akku des gekoppelten Smartphones empfindlich belastet. Damit eignet sich dieser Weg eher für kurze Ausflüge oder Situationen, in denen eine Steckdose in der Nähe ist. Zum anderen wird dadurch natürlich das Datenvolumen des mit dem Smartphone genutzten Vertrags aufgebraucht. Und das oft sogar etwas schneller als auf dem kleinen Bildschirm: Da viele Webseiten auf dem Tablet keine optimierte und datensparsame Anzeige schalten, ist der Verbrauch im Browser höher. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass die auf dem Tablet installierten Apps die WLAN-Verbindung mit dem Smartphone dazu nutzen, ausstehende Updates zu installieren - die automatische Aktualisierung müsste demnach manuell in einem der App-Stores ausgeschaltet werden.

Apple iPad Pro Unboxing | (c) Areamobile

iPad Pro mit SIM-Slot | (c) Areamobile

Das Tethering ist durch diese Einschränkungen für den gelegentlichen Einsatz zwar durchaus eine Option, wer sein Tablet jedoch häufiger unterwegs für den Zugang ins Internet nutzen möchte, der sollte sich nach Alternativen umschauen. Diese sind in der Regel mit Mehrkosten verbunden, sei es über einen zusätzlichen Mobilfunkvertrag oder die Anschaffung eines geeigneten Tablets, das mit einem eigenen Internetmodem ausgestattet ist. Letztere sind nur sehr selten im Niedrigpreissegment anzutreffen und noch dazu meist 50 bis 100 Euro teurer als die entsprechende Wifi-only-Ausgabe. Bei Apple zahlt man für ein "Cellular"-iPad mittlerweile schon 120 Euro mehr, das aktuelle iPad Pro mit LTE-Modem kostet sogar stolze 150 Euro mehr als ohne.

Teurer Spaß: Die Datentarife von Vodafone, O2 und Telekom im Überblick

Die großen Mobilfunkanbieter haben allesamt spezielle Tablettarife im Angebot, die preislich nach dem mitgelieferten Datenvolumen gestaffelt sind. Die DataGo-Tarife bei Vodafone beginnen bei 1 GB und 14,99 Euro und reichen bis 6 GB und 29,99 Euro im Monat bei einer Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten. In jeder der drei Preisklassen ist eine LTE-Bandbreite von bis zu 225 Mbit/s ausgeschrieben. Bei O2 geht es für Neukunden ebenfalls bei 14,99 Euro und 1 GB Datenvolumen los, die maximale Downloadgeschwindigkeit im LTE-Netz beträgt aber nur 14,4 Mbit/s. Der Blue-Data-Tarif mit bis zu 50 Mbit/s LTE-Bandbreite kostet 29,99 Euro. Ohne Mindestlaufzeit fallen für jeden der insgesamt drei Tarife je 5 Euro mehr im Monat an, außerdem gibt es für O2-Bestandskunden preislich reduzierte Kombi-Pakete. Zusätzlich zu den reinen Datentarifen bieten die Provider auch Pakete mit entsprechenden Geräten an, die meist monatlich über zwei Jahre abgezahlt werden. Die Kosten für die Geräte übersteigen die Straßenpreise der Geräte jedoch mitunter deutlich.

Die Telekom bietet zwei der insgesamt drei Datentarife nur mit einem zusätzlich gebuchten Gerät an, wahlweise einem Surfstick oder einem Tablet. Für den Data-Comfort-Tarif mit 2 GB Volumen fallen monatliche Fixkosten von 19,95 Euro an, jener mit 5 GB schlägt mit 29,95 Euro zu Buche - plus der jeweiligen Monatskosten für das Zusatzgerät. Der Einsteigertarif mit 1 GB und ohne Gerätezwang kostet 14,95 Euro im Monat. Für alle Telekom-Datentarife gilt eine maximale LTE-Bandbreite von 150 Mbit/s sowie eine Mindestvertragslaufzeit von zwei Jahren.

Die günstigeren (aber langsameren) Alternativen

Die Angebote von Vodafone, O2 und der Telekom erscheinen reichlich teuer, viele Drittanbieter bieten da einen Tablet-Internetzugang zu deutlich niedrigeren Preisen an. Bei 1&1 gibt es eine Tablet-Flat mit 2 GB Datenvolumen im UMTS- und LTE-Netz von E-Plus mit bis zu 25 Mbit/s und ohne Mindestlaufzeit für 9,99 Euro, bei Simyo kosten 3 GB im UMTS-Netz von E-Plus und O2 über 24 Monate 14,90 Euro. Bei Smartmobil sind 1 GB mobiler Internettraffic im UMTS- und LTE-Netz von E-Plus ohne Mindestvertragslaufzeit bereits für 6,99 Euro im Monat zu haben, 5 GB schlagen mit 17,99 Euro zu Buche. Für Vielsurfer bietet Mobilcom-Debitel einen 15-GB-Datentarif im Vodafone-Netz und mit einer Bandbreite von bis zu 225 Mbit/s an, der über 24 Monate 39,99 Euro kostet.

Eine weitere Alternative zu einem komplett eigenständigen Tablet-Datentarif ist die Nutzung einer Multi-SIM, also einer zweiten SIM-Karte für den im Smartphone genutzten Vertrag. Entsprechende Zweit-SIMs sind in einigen höherpreisigen Tarifen der Netzbetreiber kostenlos erhältlich, bei günstigeren werden monatliche Zusatzkosten von rund 5 Euro erhoben. Wirklich lohnenswert ist der Einsatz einer Mulit-SIM allerdings nur dann, wenn im Smartphone-Tarif auch genügend Datenvolumen enthalten ist - das wird nämlich dann zwischen Smartphone und Tablet je nach Nutzung aufgeteilt.

Fazit

Die Nutzung von mobilem Internet am Tablet in Deutschland ist kostspielig. Beim Tablet-Kauf fallen zum einen höhere und nicht selten völlig unverhältnismäßige Zusatzkosten für das Internetmodem an, und dann kommen noch die Kosten für den Datentarif hinzu. Damit ist das Surfen mit einem anderen Gerät als dem Smartphone für viele Interessenten unattraktiv, sofern sie auf die großen Anbieter setzen. Ein Blick auf die Tarife kleinerer Anbieter kann sich da lohnen - auch wenn hier meist nur eine langsamere Bandbreite angeboten wird.

Mehr zum Thema: iPad, Daten-Flatrate, LTE, Mobilfunkbetreiber, UMTS, Tablet, Android-Tablet, Apple-Tablets, Tarif

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