Als Nokia sein Multimedia-Device 7700 Ende 2003 vorstellte, war DVB-H eher ein geflügeltes Wort als eine in klarer Aussicht stehende Technologie. Wieder einmal ist es der Sport, der einer Übertragungstechnologie mit höchster Wahrscheinlichkeit zum Durchbruch verhelfen wird. Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 will T-Mobile Spiele erstmals auch in einem aktuellen für mobile Endgeräte geeigneten Standard übertragen - und gibt DVB-H den Zuschlag. Aus technischer Sicht sei der vom salonfähigen DVB-T abgeleitete Standard attraktiver als das konkurrierende DMB (Digital Media Broadcasting). Sollten bis zur WM nicht ausreichend Frequenzen für DVB-H vergeben sein, würde man regional auf DMB ausweichen.
Dabei zeichnet sich bereits ein neuer Kampf der Standards ab. Während das Land Berlin die Forschung am DVB-H-Fernsehen bereits mit finanziellen Mitteln unterstützte, stecken Bayern und Nordrhein-Westfalen ihr Geld lieber in die Verbesserung und den Aufbau von DMB. Projekte mit diesem Standard starten derzeit in Regensburg, München und am Bodensee. Im gesamten norddeutschen Raum liebäugeln Länder dagegen eher mit DVB-H. Gemessen an der Verfügbarkeit von Prototypen und Endgeräten scheint diese Wahl nicht die schlechteste - auch wenn Nokias 7700 nie am Markt erschien, erreichte dessen Nachfolger 7710 Marktreife. Mangels Angebot von Fernsehkanälen ist der Absatz aber mit Sicherheit allenfalls spärlich. Siemens Communications zeigte noch pünktlich zur CeBIT einen eilig zusammengezimmerten aber voll funktionalen Prototypen eines vergleichbaren Empfängers. Gemeinsam mit einem von Vodafone bereitgestellten DVB-H-Netz ließ sich hier das aktuelle Programm eines Musiksenders in flüssiger Qualität auf einem vergleichsweise großen Display bewundern.
Wer sich also kein Ticket zum überfüllten WM-Finale leisten möchte, kann das Geld auch in ein passendes mobiles Endgerät stecken, das T-Mobiles Programm empfangen kann. Das Endspiel lässt sich dann vorzugsweise mit Berliner Weiße und Schuss, Deutschland-Fanschal und Grillfleisch im Tiergarten genießen. » Mehr Infos zu DVB-H » Siemens präsentiert DVB-H-Prototypen
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