So richtig will Motorolas Linux-Offensive, so man sie denn als solche bezeichnen möchte, nicht ins Rollen kommen. Auf die Freigabe von Motorolas A760 bis A780 für den deutschen Markt wartet man bislang vergeblich, bzw. E680i kommen - wenn überhaupt - ein Jahr zu spät. In Südostasien sollen die Geräte in nicht näher benannten Stückzahlen verkauft worden sein, hierzulande kann man höchstens in Form von teuren Importgeräten Gebrauch von geballter Linux-Power im Hosentaschenformat machen. Der amerikanische Konzern schreckt aber nicht davor zurück, immer wieder neue Modelle mit dem alternativen Betriebssystem vorzustellen. Diesmal zeigt Motorola anlässlich der diesjährigen Entwicklerkonferenz JavaOne in San Francisco das E895, ein auf Linux basierendes Smartphone mit zeitgemäßen Features und einem entfernt MPx220 / RAZR-ähnlichen Design. Ohne Außenantenne und mit erträglichen Maßen wirkt es äußerlich wie die meisten High-End Phones des Herstellers sehr ansprechend, Fans dürften sich davon aber nicht blenden lassen - auf die Innereien kommt es an. Und von denen gibts eine Menge zu bestaunen: Das Handy wird in erster Linie für den Multimedia-Sektor bestimmt sein und verfügt über eine 1,3Megapixel-Kamera, 10MB internes RAM und einen Slot für Transflash-Speicherkarten.
Die erweiterten Imaging-Funktionen können sich sehen lassen: 8x Digitalzoom, Lichtmesser und Foto-LED machen das Gerät konkurrenzfähig. Die Displaykomponente des Folders ist offensichtlich dem E1000 entlehnt und zeigt 262.144 Farben auf 240x320 Pixeln Auflösung an. Ein stattliches Außendisplay bringts auf die gleiche Farbzahl bei 128x108 Pixeln Auflösung. Darüber hinaus sorgt die vorinstallierte Software für Flexibilität der Grundausstattung: Programme für Videoaufnahme und Fotonachbearbeitung sind ebenso mit an Bord wie ein streamingfähiger Mediaclient, der alle gängigen Formate wiedergeben können soll. HTML-Browser, Instant-Messaging-Client und eine aktuelle, mit vielen JSRs aufgewertete Java-Maschine auf MIDP2.0-Basis sind weitere Highlights. Wem das nicht reicht, kann sich einen ganzen Zoo von embedded Linux-Software auf dem Gerät nachinstallieren, darunter auch viele Programme fürs mobile Office und die PIM-Verwaltung.
Connectivity-Features weist das E895 ebenfalls reichlich auf und verbindet sich via Bluetooth oder direktem USB-Port mit der Außenwelt; ebenso soll ein direkter Klinkenanschluss für handelsübliche Kopfhörer vorgesehen sein. Telefonieren bzw. Online-Gehen lässt es sich mit dem Gerät dank Triband-GSM in fast allen Ländern der westlichen Welt, bei Verfügbarkeit bewegt man sich mit der GSM-Aufsatztechnologie EDGE mit halber 3G-Geschwindigkeit durchs WWW. Trotz eines angesichts der Features etwas "schwachen" Akkus mit 1000mAh Leistung soll das E895 ein 4,5 Stunden langes Dauergespräch durchalten und 10 Tage im Standby erreichbar bleiben. Über die Verfügbarkeit wird noch spekuliert; das 4.Quartal 2005 könnte aber - wie für viele Geräte - eine guter Startzeitpunkt des E895 sein. Datenblatt | Mehr Bilder zum Motorola E895
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