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Autor: AreaMobile Redaktion | 30.06.2005 - 09:15 | 0

Sendo pleite, Motorola übernimmt Mitarbeiter und Patente

Sendo pleite, Motorola übernimmt Mitarbeiter und Patente

So ambitioniert wie Sendo angefangen hat, so kämpferisch gab man sich bei der Produktpalette. Nach dem völlig , als erster Hersteller ein Windows-Smartphone auf den Markt zu bringen - man könnte dieses Ereignis möglicherweise bereits als Anfang vom Ende des Unternehmens deuten -, versuchten sich die Briten zunächst an einigen Lifestyle-Modellen, bis sie zum Hammer ausholten: das Sendo X gehört zu den besten Series60-Smartphones, die es am Markt gibt - leider kam es deutlich zu spät und man fand keinen Netzbetreiber, der das Handy in seine Regale stellen wollte.

sendo x2

Foto: RIP, Sendo X2

Alle Ankündigungen neuer Geräte, darunter auch ein Nachfolger des X, verschleiern nicht, dass es um Sendo nicht zum Besten stand - gestern beantragte das Unternehmen Gläubigerschutz. Gefundenes Fressen für einen großen Fisch: Motorola hat angekündigt, den insolventen britschen Hersteller übernehmen zu wollen. Ohne bislang einen Kaufpreis genannt zu haben, werde Motorola etwa 170 Ingenieure aus dem Standort Birmingham übernehmen und etwa 30 aus dem Entwicklungszentrum in Singapur. Darüber hinaus werden 50 eingetragene und 40 beantragte Patente den Besitzer wechseln - das gesamte intellektuelle Eigentum von Sendo. Gerade für den europäischen Markt verspricht sich Ron Garriques, Vorstand des Bereichs Mobile Devices bei Motorola, neue Impulse: hier habe die britische Firma in den letzten 18 Monaten Erfolge verzeichnen können.

Sendos Know-How könnte Motorola ebenfalls gut nutzen: neben den Erfahrungen bei der Produktion und Vermarktung von Low-End-Handys können die Amerikaner auch im Bereich der beliebten Series60-Phones von ihrem Zukauf lernen. Am globalen Handymarkt war Sendo eher ein kleines Licht und hält etwa 0,9% Marktanteil weltweit - immerhin schätzt man den Umsatz des laufenden Geschäftsjahres auf ca. 300 Mio. Euro. Zuletzt beschäftigte Sendo 300 Mitarbeiter. Alleine die Schnelligkeit, mit der Motorola auf Sendos gestern bekanntgewordene Insolvenz antwortete, überrascht: es liegt nahe, dass die Amerikaner schon im Vorfeld informiert waren und der Beschluss unterschriftsreif in der obersten Schublade lag. Nach Siemens Communications ist Sendo das zweite europäische Mobilfunk-Unternehmen, das mangels ausgereifter Produktpolitik (nicht unbedingt -qualität) und handfester Marketingstrategie ins Ausland verkauft wird.

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