Ein neuer Slider und ein neues Barrenhandy, über dessen Erscheinen bereits seit März spekuliert wird, wurden nun möglicherweise zum letzten Mal unter dem Brand Siemens offiziell vorgestellt. Das Siemens SL75 ist ein kompromissloser Nachfolger des passablen Sliders SL65, der im vergangenen Jahr an der koreanischen Konkurrenz scheiterte. Das S75 beerbt Siemens Pioniermodell mit Megapixelkamera S65 und wurde dem Design der 75er-Serie angepasst. Wie alle Modelle, die die scheidende Mobilfunksparte Siemens Communications dieses Jahr vorstellte werden die beiden Handys über einen multitaskingfähigen MP3- und AAC++-Player (beim SL75 auch Real Video 8) verfügen, mit denen sich gängige Soundfiles wiedergeben lassen. Dabei wird der Medienplayer Metadaten von Soundfiles auslesen und Playlists entsprechend filtern und sortieren können. Beide Geräte verfügen über ein 132x176 Pixel großes transflektives Display mit einer Farbtiefe von 262.144 Farben.
Das SL75 spricht wie zu erwarten wieder Lifestyle-orientierte Kundschaft an. Der Slider wurde diesmal laut Aussagen von Siemens in "aktiver" Bauweise gefertigt und springt bei leichtem Druck automatisch auf, ähnlich wie bei Samsungs D500. Das Design erinnert wieder eher an den Vorläufer SL55, Kanten und Ecken wurden abgerundet und selbst der bei fast allen Modellen der 75er-Serie verwendete und vom SK65 übernommene Navkey weist in der Slider-Variante keine Ecken mehr auf. Dafür gibts ein breit und schmal angelegtes Zifferntastenfeld, zwei Softkeys und zwei Shortcuts auf der Oberseite des Geräts, von denen einer explizit für "Zusatzfunktionen" der Netzbetreiber bereitgestellt wird. Mit 52MB Speicher passen aufs SL75 etwa so viele MP3-Files aufs Handy wie bei Samsungs E720, außerdem funkt Siemens Slider via Bluetooth Daten an (Stereo-)Headsets und PCs. Das designierte "Business"-Modell S75 wird auch von Siemens mittlerweile alles andere als für den reinen Geschäftsalltag platziert: ein Konkurrent zu 6230i und K750i soll es werden, abgesehen vom "i" fehlt dafür aber noch einiges. So bringt das S75 zwar die Erweiterungsmöglichkeit via RS-MMC mit (ein 128MB großes Exemplar soll mitgeliefert werden), auf Sony Ericssons Musikhandy passen aber im Extremfall dank MemoryStick sogar 4GB. Der interne Speicherausbau wurde beim S75 bewusst gering gehalten und bringt es gerade einmal auf 20MB. Dafür verfügt es über einen auf der Vorderseite angebrachten Music-Key, der automatisch zum Medienplayer umschaltet. Abgesehen vom Geschmack orientiert sich der Formfaktor des S75 eher am K750i als am Vorgänger und setzt auf deutlich voneinander abgesetzte Zifferntasten sowie einen eckigen Navkey in Plättchenoptik und zwei Shortcut-Keys in ziemlich unkonventioneller Position zwischen Navkey und Telefonietasten.
Adressbuch und Messaging-Clients sollen in den neuen Software-Versionen überarbeitet worden sein und auch Presence-Funktionalität für Instant-Messaging und Erreichbarkeitsinformationen sind in beiden neuen Modellen integriert - bei vielen Nokias gehört diese Funktionalität bereits seit einem Jahr zur Standardausrüstung. Eine 1,3-Megapixel-Kamera mit Blitz-LED und 5x Digitalzoom entspricht dem Zeitgeist und wurde in beide Geräte integriert, ins Internet geht man mit S75 und SL75 ggf. via EDGE oder GPRS der Klasse 10 und WAP2.0-Browser. Eine MIDP2.0-konforme Java Virtual Machine gehört selbstverständlich ebenfalls dazu, beide Handys werden darüber hinaus auch die Java-3D-API unterstützen; wenn Siemens hier gegenüber dem S65 nicht deutlich nachgebessert hat, bleibt dieses Feature aber größtenteils überflüssig.
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