Nach einer Meldung der amerikanischen Zeitung „Wall Street Journal“ prüft die Deutsche Telekom einen Verkauf ihrer amerikanischen Mobilfunksparte T-Mobile USA. Als Grund gab die Zeitung die Kosten für einen Umbau des Handynetzes an, welche in den kommenden Jahren auf rund 10 Mrd. Dollar geschätzt wird. Der Verkauf könnte nach Experten zwischen 25 und 30 Mrd. Dollar in die Kassen der Bonner spülen. Nach Meinung der Zeitung sollen mit diesem Geld Zukäufe in Europa getätigt werden. Diese Strategie muss jedoch als bedenklich eingeschätzt werden, da T-Mobile in den Wachstumsregionen Europas, etwa in Osteuropa, bereits vertreten ist. Die anderen Länder leiden unter Sättigungsproblemen, was ein Wachstum recht schwierig gestalten lässt.
Gerade T-Mobile USA hatte in der jüngsten Vergangenheit stark zum Wachstum beigetragen. So wurde allein im ersten Quartal 2005 die Kundenzahl in den USA um 957.000 auf 18,3 Millionen Nutzer erhöht. Auch beim Gewinn trägt T-Mobile USA einen beträchtlichen Anteil: So konnte 2004 ein Gewinn von 2,2 Mrd. Euro eingefahren werden, der ohne Währungsschwankungen sogar 2,7 Mrd. Euro betragen hätte. Man darf allerdings nicht die möglichen Gewinne aus einem Verkauf des amerikanischen Mobilfunkgeschäfts vergessen und dass die Deutsche Telekom allein für die Übernahme von Voicestream im Jahre 2000 knapp 24 Mrd. Dollar investieren musste, um überhaupt auf dem US-Markt Fuß zu fassen. Gerade der amerikanische Markt mit einer Penetrationsrate von unter 70 Prozent wird in den nächsten Jahren auch weiterhin einer der wichtigsten Wachstumsmärkte bleiben, jedoch muss T-Mobile versuchen weiter aufzuschließen. Auf dem ersten Platz behauptet sich Cingular, die durch die Übernahme von AT&T Wireless im vergangenden Jahr als Branchenführer hervorgegangen ist, gefolgt von Verizon Wireless, dem Konsortium aus Sprint und Nextel.
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