Die neue Zauberwelt des mobilen Ultra-Highspeeds UMTS hat schnell an Farbe verloren. Zwar ist die Geschwindigkeit des Netzes durchaus akzeptabel, weder Abdeckung noch Tarife sind in Deutschland offenbar ausreichend, um massenweise Kundschaft anzulocken. Einer Studie des Marktforschers Forrester Research zufolge würden mittlerweile zwar 60% aller Nutzer zwischen 16 und 24 Jahren in Europa ein WAP-fähiges Telefon besitzen, nur 18% von ihnen würden das Internet aber auch nutzen - und zwar vorrangig lediglich für den Download von Klingeltönen und Spielen. Multimedia-Messaging steckt mit 14% Akzeptanz unter allen Nutzern nach wie vor in den Kinderschuhen, 17% aller Europäer würden das Handy für den mobilen Internetzugang nutzen.
In Österreich hält man dem Trend mit massivem Ausbau der mobilen Datenleitungen entgegen. So hat der Marktführer mobilkom austria seine im Januar 2005 angekündigte EDGE-Offensive nach eigenen Angaben abgeschlossen.
97% der österreichischen Bevölkerung hätten demnach Zugang zum leistungsfähigen "2,5G"-Standard, mit man etwa halb so schnell als mit UMTS und etwa doppelt so schnell wie mit GPRS durchs Web surfen kann. Der Ausbau von UMTS in Österreich ist - wie auch in Deutschland - mit 62% Abdeckung vor allem in ländlichen Gebieten eher noch unterrepräsentiert. Ab 2006 soll es dafür noch bedeutend schneller gehen: Die mobilkom plant, ab Ende 2005 das UMTS-Netz in urbanen Regionen mit HSDPA upzudaten, das Downloadraten von bis zu 1,5 MBit/s im normalen Datenverkeher erlauben wird.
Der kleinste österreichische Netzbetreiber 3, der ausschließlich UMTS-Netze betreibt, bekommt das Desinteresse der Kundschaft schon lange zu spüren: trotz innovativer Dienste ist die Größe seines Kundenstamms nicht gerade aufsehenerregend. 3 macht aus der Not eine Tugend und bringt dank freier Kapazitäten 4 TV-Sender on Air - während ONE und mobilkom noch aufs Radio übers UMTS-Netz setzen.
Weiterhin neu im Programm: der Finanzdienst 3Finance, der in Kooperation mit dem Börsenportal TeleTrader zeitnah über aktuelle Finanznachrichten und Kurse informiert. Die Abfrage eines Aktienkurses schlägt mit 29 Cent zu Buche, pro Finanznachricht berechnet 3 15 Cent.
Streaming-Dienste wie der Radiosender LoungeFM, der ausschließlich über UMTS-fähige Handys "empfangen" werden kann, sind dank vergleichsweise niedriger Kosten im Aufwind. In Planung sei seitens Netzbetreiber ONE bereits eine Radio-Flatrate, die monatlich mit 5-10€ Gebühren zu Buche schlagen soll.
Die über UMTS angebotenen Musik-Downloaddienste der Betreiber mobilkom und ONE erfreuen sich dagegen deutlich niedrigerer Beliebtheit: bei €1,90 pro MP3-Titel sei die Akzeptanz sehr gering - laut ONE's Unternehmenssprecher Florian Pollack ließen sich die Plattenlabels aber nicht zu günstigeren Preisen erweichen.
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