Der amerikanisch-chinesische Hersteller UTStarcom bringt mit dem F1000 ein reines WLAN-VoIP-Handy auf den Markt, bei dem auf einen GSM-Chip verzichtet wurde. So ist die Kommunikation ausschließlich über wireless LAN und das Internet möglich. Nach Angaben von Sipgate, dem Anbieter des F1000 in Deutschland, sind damit Telefonate bereits für Null Cent möglich. Die Entwicklung von Sprachtelefonie via VoIP war eines der dominierenden Themen auf der diesjährigen CeBIT. Um den neuen Dienst nutzen zu können, ist jedoch ein breitbandiger Internet-Zugang vorausgesetzt.
Das F1000 ist nicht gerade für die Westentasche entworfen: bei Maßen von 110x45x22 mm und einem Gewicht 111 g kann es nur schwer gegen herkömmliche Mobiltelefone mithalten - jedoch sollte ein enger Vergleich mit Vorsicht behandelt werden, denn genau dieser ist auf Grund der unterschiedlichen Standards äußerst schwierig. Der WLAN-Chip funkt im Bereich von 2,4 GHz und ist auf einen Zugang nach IEEE 802.11b angewiesen. Dass sich UTStarcom nur für ein monochromes Display entschieden hat, war vermutlich eine reine Kostenrechnung und sollte daher eher positiv betrachtet werden, schließlich ist das F1000 mit 169 Euro nicht gerade billig. Nach Angaben von Sipgate fallen je Gespräch etwa 100 kBit/s für Up- und Download an, über eine Flatrate sollte man daher schon verfügen.
Der Lithium-Ionen Akku hat eine Leistung von 1500 mAh und hält im Standby-Modus rund 80 Stunden, die maximale Gesprächszeit wird mit 240 Minuten angegeben, womit das F1000 bereits an die Werte eines GSM-Handys herankommt. Für eine Verbesserung der Sprachqualität verfügt das Gerät über einen Rausch- und Echofilter, ein zusätzlicher "adaptive jitter buffer" soll die Unterschiede bei den Laufzeiten der Datenpakete ausgleichen. Um Mobiltelefone wie das F1000 von UTStarcom in Zukunft auch überall einsetzen zu können, ist der Endkunde auf einen massiven Ausbau der WLAN-Hotspots angewiesen. Besonders in öffentlichen Bereichen, wie etwa Bahnhöfen, Flughäfen, Restaurants und großen Plätzen, wurden bereits Stationen aufgebaut und erlauben den Zugang ins mobile Internet. Derzeit ist die Deutsche Telekom mit etwa 4.500 Hotspots größter Anbieter, Vodafone hatte vor zwei Wochen angekündigt, in den kommenden zwei Jahren rund 10.000 WLAN-Zugänge bereitzustellen.
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