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Autor: Stefan Schomberg 08.07.2016 - 09:58 | 10

Forbes: Niemand will sichere Smartphones für die Privatsphäre

Das Nachrichtenmagazin Forbes hat die Nachfrage nach besonderen Smartphones untersucht, die die Privatsphäre schützen. Das Ergebnis kommt wenig überraschend: Das Interesse des normalen Smartphone-Nutzers an sicheren Smartphones ist gering.

Forbes: Niemand will sichere Smartphones für die Privatsphäre

Das Blackphone 2 soll die Privatsphäre schützen | (c) Hersteller

Silent Circle ist der Hersteller des Blackphone und Blackphone 2. Das Smartphone soll besonders sicher sein und damit das Ausspähen der Privatsphäre des Nutzers durch Dritte unterbinden. Nur leider gibt es bei Silent Circle derzeit interne Probleme, der Hersteller hat sich gerade von 20 Prozent seiner Mitarbeiter getrennt und liegt in einem Rechtsstreit mit Partner Geeksphone. Das Nachrichtenmagazin Forbes hat hinter die Kulissen geschaut: Grund für die Probleme von Silent Circle ist der simple Umstand, dass es kaum Käufer für das Blackphone gibt. Wie kann das sein, wo der Aufschrei wegen des NSA-Skandals doch so groß war?

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Damals hatte sich herausgestellt, dass der US-amerikanische Sicherheitsdienst nicht nur eigene Bürger, sondern auch den Rest der Welt ohne Wissen oder gar Zustimmung der Betroffenen abhörte. Aber das ist offenbar schon wieder so lange her, dass es kaum mehr einen interessiert. Damals wurde das Blackphone entwickelt und Silent Circle hat offenbar die Nachfrage dramatisch überschätzt. Als Folge nahm das Unternehmen Kredite auf, um 250.000 Geräte produzieren zu können. Immerhin hatten Netzbetreiber großes Interesse bekundet und angedeutet, eine sechsstellige Anzahl an Blackphones kaufen zu wollen. Am Ende zogen die Netzbetreiber ihre Angebote zurück, lediglich 6.000 Geräte wurden an die Mobilfunkriesen verkauft - da war es aber bereits zu spät.

Inzwischen gibt es auch längst Konkurrenten wie Turing, Sirin Labs und Sikur, die ähnliche Produkte anbieten. Oder es ist einfach wie so oft: Dem durchschnittlichen Nutzer ist es egal, wenn er bespitzelt wird - er hat ja nichts zu verbergen. Und den anderen ist der Aufwand zu groß und die Einschränkungen eines sicheren Smartphones sind zu gravierend. Aber der kleine Rest, der bereit ist, für seine Privatsphäre zu zahlen und dafür Einschränkungen hinzunehmen reicht eben nicht aus, um damit ein lukratives Smartphone-Geschäft zu betreiben.

via Engadget

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Kommentare
  1. 09.07.16 22:20 xaml

    Das Interesse an bedeutungsvollen und langfristigen Partnerschaften, beziehungswiese die Fähigkeit dafür, ist anscheinend auch nicht besonders gross. Nur sagt das jetzt etwas über Partnerschaften aus oder sagt es etwas über gewisse Menschen aus? Und sagt es womöglich auch etwas über die Messmethode aus?
    ;)

  2. 09.07.16 09:35 Fritz_The_Cat (Advanced Handy Master)

    "Some onlookers, including your reporter, noted the high price of the Blackphone 2 as a concern; though it was an attractive device, the Apple's iPhone offered similar security for a lower cost."

    ==> Ist das nun ein Armutszeugnis für das Blackphone oder eine Auszeichnung für das iPhone?

  3. 08.07.16 17:18 pixelflicker (GURU)

    Das ist Unsinn. Vielleicht schon mal daran gedacht, dass die Geräte schlicht deswegen wenig gekauft werden, weil sie kaum verfügbar und zu teuer sind? Das ist wie mit den Leuten die immer behaupten, man könnte von den Verkaufszahlen auf alles schließen. So einfach geht das aber nicht.

  4. 08.07.16 14:44 nohtz (Professional Handy Master)

    "Und entsprechend empfinde ich die Überschrift als Frechheit."
    -->das is ja nix neues hier
    #Qualitätsjournalismus ;-)

  5. 08.07.16 14:24 GreatMaker (Advanced Handy Profi)

    Leute, lest doch mal die Originalquelle. Niemand hat irgendwelche Leute zu dem Thema befragt. Forbes hat nur die Managementfehler untersucht, die zur finanziellen Schieflage geführt haben. Unter anderem, dass man die Nachfrage dramatisch überschätzt hat. Und das hatte vor allen Dingen zwei Gründe:

    "The first Blackphone ended up being a “failure from a technical and design perspective” with “poor specifications” and “underperforming but overpriced hardware,”

    "Some onlookers, including your reporter, noted the high price of the Blackphone 2 as a concern; though it was an attractive device, the Apple's iPhone offered similar security for a lower cost."

    Die Probleme haben also überhaupt nichts damit zu tun, ob Konsumenten ihre Privatsphäre schützen wollen oder nicht. Die Geräte waren schlicht zu teuer und schlecht und haben aus Konsumentensicht keinen wirklich höheren Schutz als z.B. das iPhone geboten. That's all. Und entsprechend empfinde ich die Überschrift als Frechheit.

  6. 08.07.16 13:54 Frankfurter Knackarsch (Expert Handy Profi)

    Sonst könnten Facebook, Google (Android)& Co dicht machen.

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