Immer häufiger kommt die Frage auf, ob Mobiltelefone tatsächlich zur Kontrolle genutzt werden, und nach Meinung des Sozialwissenschaftlers Günter Burkart, Professor von der Lüneburger Universität, ist dies ausgesprochen oft der Fall. Besonders häufig trifft es bei Paaren, Eltern mit Kindern aber auch bei beruflichen Kontakten zu. "Wer weiß, dass er erklären muss, warum er nicht erreichbar ist, der muss sich schon gut überlegen, ob er sein Handy in bestimmten Situationen abschaltet", glaubt Burkart. Diese starke Überwachungsfunktion des Handys wird in Zukunft wahrscheinlich noch ansteigen.
Auf beruflicher Ebene könnten es sich bald nur noch Führungskräfte leisten, nicht immer erreichbar zu sein. "Sie könnten eine Art Filter vor ihre persönlichen Erreichbarkeit setzen, haben zum Beispiel eine Sekretärin". Andererseits: wer jedoch kein Handy besitze, beispielsweise aus finanzieller Sicht, gelte als gesellschaftlicher Außenseiter. "Jugendliche verabreden sich heute oft nicht mehr im voraus, sondern ganz spontan über Handy und wer keins hat, ist draußen“, so Burkart.
Professor Günter Burkart meint auch, dass es allgemein zu einer "Verwahrlosung der öffentlichen Kommunikation" kommt, seit der starken Verbreitung des Handys. "Die Leute reden hemmungsloser in der Öffentlichkeit, sie reden laut, sie lassen ihre Klingeltöne oder Popsongs lauter und länger abspielen als nötig", kritisiert der Sozialwissenschaftler. Man konzentriert sich beim Telefonieren auf den Gesprächspartner und schirmt sich gleichzeitig von seiner direkten Umgebung ab, indem die Menschen aus der momentanen Realität ausgeblendet werden. Das führt letztlich zu einem lauteren Gesprächston als nötig wäre.
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