Wer einen PDA ohne QWERTZ-Tastatur sein eigen hat, kennt das Problem: Texteingabe ist auch nach längerer Übung weniger komfortabel als es einem das der Hersteller vesprochen hat. Entweder man tippt mit dem Stylus auf einem virtuellen Miniaturkeyboard vor sich hin oder man krakelt in der Hoffnung, die integrierte Handschrifterkennung könne etwas aus den zittrigen Schriftzügen erkennen, auf dem Display herum. Eine gänzlich neue Variation des Themas "Schriftzugerkennung" stammt aus den Laboren von IBMs Thinktank Alphaworks. "Shorthand-Aided Rapid Keyboarding" - kurz SHARK - heißt der Hai unter den Süßwassertippern. Das Eingabesystem basiert zunächst auf einer deutlich anderen Tastaturanordnung im Vergleich zu QWERTZ - sie nennt sich ATOMIK und ist dem neuen Nutzungsvorgehen angepasst. SHARK basiert auf der Erkennung von typischen Bewegungen (sog. Strokes) des Stylus bzw. des Fingers auf dem Tastenfeld. Um ein Wort einzugeben, bewegt man den Stift in einem für das Wort typischen Strichzug über das Bedienfeld. Diese Züge merkt sich SHARK und erkennt auf Basis eines Lernvorgangs das gewünschte Wort auch dann, wenn man nicht einmal mehr die Tasten trifft. Geübte Nutzer können laut IBM kurze Texte völlig ohne die Zuhilfenahme der Tastatur schreiben, indem sie im Laufe der Zeit die Stylus-Züge auswendig lernen.
Das Prinzip von SHARK ist nicht nur revolutionär, es ist vor allem exponentiell schneller für die Eingabe von Texten auf Touchscreens als die herkömmlichen Handschrift- oder T9-Erkenner. Die Software, die das Alphaworks-Team als Demoversion zum Download bereitstellt, erlaubt darüber hinaus auch die Aufnahme von neuen, bislang unbekannten Wörtern ins Wörterbuch. Sollte nämlich ein Wort nicht durch seinen Strichzug erkennbar sein, muss man es dem System zunächst durch Antippen (Tapping) der einzelnen Buchstaben bekannt machen, ähnlich wie bei T9. Zum Erlernen der SHARK-Eingabe werden darüber hinaus kleine Hilfsmittel bereitgestellt, die beispielsweise Züge zu gängigen Wörtern in einer Voransicht anzeigen. Ein Demo-Video im Quicktime-Format, das die Nutzung von SHARK illustriert, findet man auf der Entwicklerseite bei Alphaworks@IBM.
Ob oder wann die ersten PDAs oder Smartphones mit dieser Eingabemethode vorgestellt werden, ist natürlich noch offen. Viele Nutzer werden sich von ihrer über 150 Jahre liebgewonnenen QWERTZ-Eingabe auch nur schwer trennen können. Der Effizienzvorteil von SHARK liegt aber klar auf der Hand.
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