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Telefónica verkauft Kundendaten: Widerspruch gegen Weitergabe der Bewegungsdaten möglich

Björn Brodersen 22.09.2016 - 18:30|1
Telefónica verkauft Kundendaten: Widerspruch gegen Weitergabe der Bewegungsdaten möglich

Die Telefónica will jetzt auch in Deutschland anonymisierte Bewegungsdaten ihrer Mobilfunkkunden zu Geld machen. Betroffen sind neben O2-Kunden auch Nutzer von SIM-Karten der Marken Aldi-Talk, Base, Blau, Fonic und Tchibo Mobil. Allerdings können diese der Weitergabe ihrer Bewegungsdaten an Unternehmen oder Behörden widersprechen. Wir zeigen, wie es geht.

Es geht los: Die Telefónica will künftig in Deutschland die Daten ihrer Kunden anonymisiert auswerten und an Unternehmen und Behörden verkaufen. Das bestätigte der Telefónica-Deutschland-Chef Thorsten Dirks der "Wirtschaftswoche". Bereits vor drei Jahren hatte der spanische Telekommunikationskonzern diesen Versuch unternommen, die Umsetzung der neuen Geschäftsidee aber nach Protesten von Datenschützern vorerst ausgesetzt. Die seitdem verstrichene Zeit hat das Unternehmen offenbar genutzt, um Kritikpunkte zu entschärfen. "Wir werden uns nicht noch mal die Finger verbrennen", sagte Dirks der "Wirtschaftswoche". "Eines habe ich gelernt: Datenschutz ist ein ganz kritischer Punkt."

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Das aus dem ursprünglich "Smart Steps" genannten Projekt entstandene B2B-Produkt der Telefónica nennt sich "Mobility Insight". Im August vergangenen Jahres erläuterte das Unternehmen, das 43 Millionen Mobilfunkkunden in Deutschland zählt, was sich dahinter verbirgt. Die Bewegungsdaten der Kunden werden über die Basistationen des Funknetzwerks erfasst und zeigen im Gesamtbild, wo sich wann wie viele Menschen bewegen. Unternehmen können beispielsweise mit Hilfe dieser Daten herausfinden, welches die besten Standorte für neue Filialen oder die besten Öffnungszeiten für ihre Läden sind.

Um alle dafür ermittelten Kundendaten zu anonymisieren, hat die Telefónica ein spezielles Verfahren mit dreistufigem Algorithmus (DAP bzw. Data Anonymization Platform) entwickelt und zum Patent angemeldet, das laut Konzern von der Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit abgesegnet worden ist.

Kunden können der Weitergabe ihrer Bewegungsdaten widersprechen

Kunden der Telefónica, die Marken wie Aldi-Talk, Base, Blau, Fonic und O2 betreibt, können per Opt-out der Weitergabe ihrer anonymisierten Bewegungsdaten widersprechen. Dazu benötigen sie ein SMS-fähiges Mobilgerät mit einer SIM-Karte einer Telefónica-Marke und müssen im Browser (Firefox oder Chrome wird empfohlen) diese Website aufrufen. So läuft der Widerspruch ab:

  • persönliche Mobilfunknummer im Formularfeld eingeben
  • zugesandtes Einmalpasswort per SMS eingeben
  • angezeigten Status überprüfen und bei Bedarf ändern

Kunden, die ihre Daten freigeben, können laut Dirks mit einer Belohnung zum Beispiel in Form von Rabatten rechnen. Wie und wann diese Belohnung erfolgen wird, ließ der Telefónica-Deutschland-Chef noch offen.

Mehr zum Thema: Mobilfunkbetreiber

Bewegungsdaten

Würdet ihr dem Verkauf eurer anonymisierten Bewegungsdaten an andere Unternehmen zustimmen oder widersprechen?

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    5.04%
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  • weiß nicht
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Kommentare
  1. 23.09.16 16:36 Andre2779 (Advanced Handy Profi)

    "Widerspruch gegen Weitergabe der Bewegungsdaten möglich"

    Wieso muss ich dem Widersprechen obwohl ich die Option nie gebucht / gewollt habe? Der gleiche Rotz mit dieser tollen "Datenautomatik". Von einem Monat auf den anderen wurde mir diese Option dazugebucht, obwohl ich vorher 10 Jahre ohne Datenautomatik ausgekommen bin. Um das ganze wieder zu deaktivieren, muss ich auch erst Widersprechen und die Option deaktivieren lassen.

    Also Kunde will ich bei Bedarf selbst entscheiden was ich möchte und was nicht und nicht irgendwelchen Blödsinn dazugebucht bekommen, dem ich dann erst Widersprechen muss. o2 ist Paradebeispiel dafür, wie man die eigenen Kunden am meisten gängelt.

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