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Googles Pixel-Event: Ringelpietz ohne Anfassen

Steffen Herget 05.10.2016 - 10:22|6
Googles Pixel-Event: Ringelpietz ohne Anfassen

Anderswo hätte die Überschrift für diesen Artikel wohl so ausgesehen: Google hat das Pixel-Smartphone vorgestellt - doch was dann passierte, machte mich sprachlos! Ein Kommentar zum "Made By Google"-Event.

Manche Dinge sind ohne Anfassen besser als mit, zum Beispiel ein Zahnarztbesuch oder geschätzt jedes zweite Date bei Tinder. Eine Smartphone-Präsentation zählt allerdings nicht dazu. Leider nein, leider gar nicht. Das wusste ich aber noch nicht, als ich mich auf den Weg zu meiner ersten Smartphone-Vorstellung von Google machte. Das Event in Berlin war angenehm familiär, keine Riesen-Keynote wie bei anderen Herstellern. Selbst die Haupt-Veranstaltung in den USA, die per Stream gezeigt wurde, hatte einen vergleichsweise kleinen Rahmen. Damit war nicht unbedingt zu rechnen, hatte Google im Vorfeld doch ziemlich getrommelt und angekündigt, über den 4. Oktober 2016 werde man noch jahrelang sprechen.

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Nach der Übertragung aus den USA und einigen Worten zum deutschen Markt - Google Home etwa wird hierzulande zunächst nicht angeboten, daüber hinaus wurden die Preise für das Pixel verkündet - sollte es ans Ausprobieren der Smartphones gehen. Das ist der übliche Ablauf bei einer Smartphone-Vorstellung. Ganz und gar nicht üblich dann aber: Die versammelten Journalisten in Berlin durften das Pixel (XL) - anders als auf dem US-Event - überhaupt nicht ausprobieren, Anfassen war ausschließlich und konsequent nur bei ausgeschaltetem Display möglich. Softwarefunktionen wurden zwar durch zahlreiche freundliche Google-Mitarbeiter vorgeführt, aber das ist nun wirklich nicht das Selbe - eben Ringelpietz ohne Anfassen.

Google macht's wie MC Hammer

Ich habe so etwas bisher zwar nicht oft, aber doch schon mehrmals erlebt. Das Blackberry Playbook wurde ebenso wie das erste Surface RT von Microsoft zum Launch mit großem Trara sogar nur hinter Glas präsentiert, eine absolute Lachnummer. Beim Nokia Lumia 920 und 820 durfte ich die Smartphones zwar anfassen, aber den Homescreen nicht verlassen - und dafür war ich extra nach New York gereist! Der Grund war in allen drei Fällen gleich und er wird auch beim Google Pixel nicht anders sein: Die Software war schlicht nicht fertig geworden, der Zeitplan mit zu heißer Nadel gestrickt. Wer die Geräte nicht ausprobieren lässt, erweckt stets den Eindruck, man habe etwas zu verbergen. Das ist, bei allem Verständnis, für so große Firmen wie Google einfach nur peinlich, vor allem bei einem solchen Prestige-Produkt wie dem Pixel. "U Can't Touch This" war bei MC Hammer ein Riesen-Hit, bei Google nicht.

Unverständnis regte sich bei der versammelten Presse zudem, als die Preise für das Pixel und das Pixel XL durchgegeben wurden. Bei 759 Euro geht es los, und das für nur 32 GB Speicher. Das teuerste Modell kostet gar über 1.000 Euro! Ganz davon abgesehen, dass es psychologisch sicher klüger wäre, den Preis 10 Euro niedriger und damit bei 999 Euro und unter der vierstelligen Schallmauer anzusetzen, ist das einfach richtig, richtig viel Geld für ein Smartphone. Glaubt man bei Google ernsthaft, ausgerechnet beim Preisschild mit Apple konkurrieren zu müssen? Dem Internet-Giganten muss es doch daran gelegen sein, möglichst viele Nutzer auf seine Dienste zu ziehen, damit verdient Google schließlich sein Geld. Meine Prognose ist: Wird hier nicht der Preis flott gesenkt, wird das Pixel wie Blei in den Regalen liegen, und mag es auch noch so ein tolles Smartphone sein.

Am Ende bleibt mein Eindruck von der Präsentation des Google Pixel gespalten. Die Präsentation war recht lang, hatte aber alle relevanten Informationen zu bieten. Die Location war gut gewählt, es gab genügend Geräte - aber wenn ich die nicht wirklich ausprobieren kann, bringt das ja am Ende auch nichts. Das Pixel scheint ein tolles Smartphone zu sein und ich freue mich darauf, die vielen neuen Features zu testen. Aber bei den Preisen wird sich die Mehrheit der Interessenten eher nach Alternativen von anderen Herstellern umsehen, die mit Daydream und Android 7.1 erscheinen. Schade eigentlich, aber auch absolut verständlich.

Mehr zum Thema: Android-Smartphones, Smartphone, Kurioses

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Kommentare
  1. 08.10.16 17:02 chief (Professional Handy Master)

    Schon sehr seltsam, dass man die Geräte nicht nutzen durfte. Eigentlich fällt mir sogar kein einziger plausibler Grund ein.

  2. 06.10.16 09:30 Steffen Herget (areamobile.de)

    @Tong: Dann hast du vielleicht einen Mitarbeiter erwischt, der beim Briefing nicht so genau hingehört hat. Und ich bin um kurz nach acht losgefahren, um zuhause Bilder zu bearbeiten und Texte zu schreiben, wenn du es genau wissen möchtest. :)

  3. 05.10.16 21:53 TONG (Gesperrt)

    Ich weiß garnicht was paar Leute falsch gemacht haben.

    Ich habe die Geräte mit eingeschalteten und freigegebenen Display bekommen und konnte mit denen ein bissl rumspielen.
    Nur den Assistenten sollte oder durfte ich auch nicht aktivieren.

    Komischerweise habe ich aber Steffen nirgends rumlaufen oder stehen sehen.

  4. 05.10.16 21:35 Mr.No (Handy Profi)

    Dieses Verhalten ist untypisch für ein Riesenkonzern wie Google. Da muss wirklich etwas schief gelaufen sein. Meine Vermutung ist, dass vielleicht die Übersetzung nicht so ganz geklappt hat, oder so. Sonst macht das gar kein Sinn wenn die Pressevertreter in den USA die SP benutzen können und hier nicht.
    Nebenbei gesagt, die Preis sind unverschämt. Die Pixels haben gute Featuers, aber nichts herausragendes, geschweige denn was die Preise rechtfertigt.

  5. 05.10.16 20:24 peter0815 (Handy Profi)

    ja ich denke auch das steffen da falsch liegt - das ist alles fertig, so tolle features sind ja gar nicht dabei - und dann wird es schwer sich einzigartig zu machen - der preis fetzt ja schon mal so richtig - echt da kann ich nur schmunzeln....

  6. 05.10.16 16:36 N73Willi (Handy Profi)

    >Die Software war schlicht nicht fertig geworden, der Zeitplan mit zu heißer Nadel gestrickt.

    Mir wohl doch wohl keiner erzählen, dass 3 Wochen vor dem Verkaufsstart noch keine vorzeigbaren Geräte vorhanden sind, die Produktion läuft schon längst und die Teile werden auch nicht erst in 2 Wochen mit der entgültigen Version bespielt und verpackt - die Version die jetzt stand der Dinge ist, wird auch auf den Geräten sein , die Ende Oktober an die ersten Kunden gehen... es wäre also Google durchaus möglich gewesen ein Fertiges Gerät zu präsentieren (wenn sie das nicht sogar gemacht haben)... viel mehr glaube ich, dass Google ganz genau weiß was sie da vorgestellt haben und nun die direkte Konfrontation mit der Presse scheuen, aus Angst man könnte sich zu sehr einen Überblick verschaffen und die Situation für den Leser "sondieren", sodass man nun noch keine wirklichen Schlüsse über die tatsächlichen Qualitäten der Geräte für den Preis ziehen kann und zumindest die Vorbesteller (auf die Google sicher hofft) die Katze im Sack kaufen und sich lediglich auf due Uhhh und Ahhh der bunten Produktseite beziehen können...

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