Seit Monaten gibt es ein Hin und Her zwischen den Ergebnissen von Marktforschungsstudien, die zum Thema Handy-TV erhoben wurden. Mal kommen die Forscher zu dem Resultat, dass unter den Mobilfunknutzern kein Interesse besteht, dann wieder wollen sie herausgefunden haben, dass dafür durchaus ein lukrativer Markt existiert. Da durch Umfragen offenbar kein zufrieden stellendes Resultat ermittelt werden kann, dürfte es umso interessanter sein, was ein Testlauf mit 500 potenziellen Nutzern zu Tage gefördert hat.
Foto: TV-Handy Nokia 7710
Der finnische Handyriese Nokia hat jetzt die Ergebnisse dieses Testlaufs veröffentlicht, der zwischen dem 8. März und 20. Juni 2005 im Großraum Helsinki lief. Demnach sind 41 Prozent der beteiligten Testpersonen bereit, für TV-Sendungen auf dem Handy zu zahlen. Die Hälfte von ihnen hält einen fixen Monatspreis von bis zu zehn Euro für angemessen, aber auch an einem Pay-per-View-Modell besteht Interesse. Auf der Beliebtheitsskala stehen laut den Testergebnissen neben Familienprogrammen vor allem Inhalte für den kurzfristigen und gelegentlichen Konsum wie Nachrichten und Sportübertragungen ganz oben. Durchschnittlich verbrachten die Testpersonen täglich rund 20 Minuten vor dem Handy-TV.
Nokia geht davon aus, dass im kommenden Jahr in Europa die technischen, regulatorischen und kommerziellen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen geschaffen sind, damit ein Markt für kommerzielle Mobile TV-Dienste entstehen kann. „Das erste integrierte Mobile TV-Endgerät von Nokia wird 2006 kommerziell verfügbar sein", so Kai Froese, Manager Mobile TV im Unternehmensbereich Multimedia bei Nokia. Bereits im November vergangenen Jahres hatte Nokia verlautbart, dass die Testphase für den mobilen TV-Empfang mittels DVB-H-Standards (Digital Video Broadcasting – Handheld) auch in Berlin erfolgreich verlaufen sei. Auf der IFA in Berlin will Siemens eine neue Version des von ihnen eilig zusammengezimmerten und zur CeBIT vorgestellten DVB-H Empfangsterminals vorstellen.
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