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Fairphone 2: Die Ökobilanz des modularen Smartphones

Björn Brodersen 20.11.2016 - 13:00|0
Fairphone 2: Die Ökobilanz des modularen Smartphones

Durch die modulare Bauweise können Produktion und Nutzung des Fairphone 2 einen um 30 Prozent geringeren CO2-Ausstoß erzeugen als herkömmlich gebaute Smartphones. Das bescheinigt eine Studie des Fraunhofer-Institut IZM dem niederländischen Gerätehersteller. Alles steht und fällt allerdings mit dem Nutzer.

Eine modular aufgebautes Smartphone senkt den CO2-Ausstoß bei Rohstoffförderung, in der Produktion und während der Nutzung um 30 Prozent. Allerdings nur, wenn die Modularität dazu führt, dass das Smartphone über einen längeren Zeitraum von fünf Jahren genutzt wird. Das ist das Ergebnis eines Ökobilanz-Berichts des Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM zum Fairphone 2. Zwar führe die modulare Bauweise des Geräts in einigen Bereichen zu einem höheren CO2-Ausstoß als bei herkömmlichen Smartphones, weil mehr integrierte Schaltkreise, eine größere Leiterplatte und für jedes Modul eine Kunststoffummantelung benötigt werden. Allerdings würden die durch die Möglichkeiten, die das Modul-Konzept des Fairphone 2 bietet, mehr als ausgeglichen, schreibt der niederländische Gerätehersteller in einem Blogbeitrag.

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Ökobilanz des Fairphone 2 | (c) Fairphone
Ökobilanz des Fairphone 2 | (c) Fairphone

CO2-Emissionen der Modul-Produktion | (c) Fairphone

CO2-Emissionen über Lebenszyklus | (c) Fairphone

 

Positiv auf die Ökobilanz des Fairphone 2 wirken sich beispielsweise das Angebot an erschwinglichen Ersatzteilen und die Möglichkeit der Do-It-Yourself-Reparaturen aus. Da es laut Hersteller in 95 Prozent der Fälle reicht, im Garantiefall dem Kunden ein Ersatzteil zum Selbereinbauen zuzusenden, anstatt das Smartphone hin- und herzusenden, werden etwa Transportwege eingespart. Über den gesamten Lebenszyklus des Fairphone 2 gesehen, trägt der Transport der Umweltwirkungsanalyse zufolge nur zu 6,8 Prozent bei. Würde der Hersteller hier mehr auf die Schiene, als auf das Flugzeug setzen, könnte dieser Wert noch geringer sein, doch die Schiene als Transportweg sei nicht ausreichend entwickelt, unsicher und zu langsam, so Fairphone.

Vor einem Dilemma sieht sich das Unternehmen noch beim Umgang mit alten Modulen, denn das Transportwege reduzierende und kosteneffizientere Recycling vor Ort erzeugt höhere CO2-Emissionen als Rücknahme, Aufbereitung und Wiederverwendung (Refurbishment). Komplex sei auch die Einschätzung der Umweltwirkung von Gold in Konnektoren: Einerseits erhöhe mehr Gold den abiotischen Ressourcen-Verbrauch (Abiotic Depletion Potential bzw. ADP), andererseits steige dann auch die Wahrscheinlichkeit, dass das Gerät fachgerecht recycelt wird.

Fairphone hat nach eigenen Angaben das Fraunhofer-Institut IZM mit der Studie beauftragt, um mehr über die Umweltwirkungen des Smartphones zu erfahren. Am Ende hänge aber alles von den Anwendern elektronischer Geräte wie dem Fairphone 2 ab, so die Niederländer. Nutzt das Gerät so lange wie möglich, zögert Geräteupgrades möglichst lange hinaus und repariert es bei Defekten nach Möglichkeit selbst mit Ersatzteilen, lautet ihre Empfehlung an User.

Die Lebenszyklusanalyse (Life Cycle Assessment bzw. LCA) wird das Fraunhofer-Institut IZM am kommenden Dienstag veröffentlichen.

Mehr zum Thema: Android-Smartphone, Smartphone

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