Motorola teilte heute abend gegen 18 Uhr Mitteleuropäischer Zeit mit:
Der 7.September 2005 wird damit als der Tag in die Geschichte eingehen, an dem Motorola sein iTunes-Handy endlich, wirklich, ganz in echt und völlig offiziell vorgestellt hat. Auch wenn dieser geschichtsträchtige Termin im Vergleich zu den wahren historischen Ereignissen dieser Wochen natürlich eher unbedeutend scheint, läutet der amerikanische Konzern gemeinsam mit Partner Apple eine neue Ära im Kampf um Features und Kunden ein.
Das "ROKR", wie es offiziell heißen wird, stellt mehr als jedes andere Handy die Musik in den Vordergrund, indem es Software für einen der beliebtesten und bekanntesten kommerziellen Downloaddienste der Welt - Apples iTunes - erstmals ab Werk vorinstalliert bekommt. Der iTunes-Client ist eine Wohltat für Motorola: Musikplayer von Windows Mobile- oder Series60-Smartphones oder die Software des Sony Ericsson W800i sind zwar nicht schwer zu kopieren, aber das für quasi jedermann verständliche iTunes-Menü, das beim ROKR sogar Albuminformationen und das Cover eines Albums zeigen kann, könnte für viele User ein ausschlaggebenes Kriterium für den Kauf des Handys sein.
Technisch ist das Gerät indessen alles andere als revolutionär: im wesentlichen handelt es sich beim ROKR tatsächlich um ein aufgebohrtes Motorola E398 im weißen Gewand, das über Stereo-Lautsprecher und eine via USB beschreibbare Transflash-Erweiterungskarte verfügt, die sich z.B. mit iTunes-Songs(M4A/AAC), MP3s, Audiobooks und Podcasts beschreiben lässt. Die Kamera ist mit VGA-Auflösung reichlich altmodisch bemessen, machte aber beim E398 eine relativ gute Figur. Auch die Connecitiviy-Features entsprechen weitestgehend dem, was man schon beim E398 kannte - das Bluetooth-Profil A2DP, wie es i300 oder D600 von Samsung beherrschen und damit kabellose Stereokopfhörer ansprechen können, kennt das ROKR nicht.
iTunes hin- oder her - etwas dramatischer hätte die Ausstattung schon ausfallen können, zumal das Handy mit 107g nicht gerade leicht ist. Sony Ericssons W800i verfügt mittlerweile über eine 2-Megapixel-Kamera, die zauberhafte Fotos macht und einen bis 2GB großen Memorystick, Samsungs SGH-i300 über Windows Mobile und eine 3GB große Festplatte und das vermutlich Anfang 2006 erscheinende neue Nokia N91 über ein Series60-System der neuesten Generation und eine 4GB große Festplatte. Da sieht das ROKR mit maximal 256MB Speicher und knapp 100 speicherbaren Titeln eher alt aus. Bleibt abzuwarten, dass Motorola seiner Ankündigung folgt, und eine ganze Modellreihe mit dem langersehnten Client ausrüsten wird. Was bisher geschah: » Die erste Ankündigung: Juli 2004 » Kommt's im Januar 05 ? Nein. » Ron Garriques in Las Vegas: iTunes noch im ersten Halbjahr. Von wegen... » Nur Geduld, es wird kommen: April 2005 » Kurz davor, dann doch nicht: E725 als W600i-Konkurrent » Schick sahs aus, aber es ist nicht das ROKR: ein verpufftes-ROKR-Gerücht » Das erste "echte" Bild inklusive Gerücht: wird Apple Provider ? » Selbstgemacht: iTunes aufs E398 flashen » Die NY Times weiß mehr als Motorola » Vor einer Woche: Ein iTunes-Gerät ist nicht genug...
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