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EU: Facebook soll falsche Angaben bei WhatsApp-Übernahme gemacht haben

Tobias Czullay 20.12.2016 - 14:45|0
EU: Facebook soll falsche Angaben bei WhatsApp-Übernahme gemacht haben

Die Europäische Kommission wirft Facebook vor, im Zuge der Übernahme von WhatsApp vor knapp drei Jahren falsche Angaben gemacht zu haben. Facebook habe damals angegeben, dass ein Kontenabgleich zwischen dem Social Network und dem Messenger – so wie er seit August dieses Jahres vorgesehen ist - unmöglich sei.

Die Europäische Kommission erhebt schwere Vorwürfe gegen den Social-Network-Betreiber Facebook. In einer Mitteilung bezichtigt die Wettbewerbsprüfbehörde das Unternehmen, im Rahmen der Übernahme von WhatsApp Anfang 2014 falsche oder irreführende Angaben gemacht zu haben. In der Anmeldung des Zusammenschlusses und auf ein Auskunftsersuchen der Kommission hätte Facebook angegeben, dass ein automatischer Abgleich zwischen den Facebook- und WhatsApp-Nutzerkonten nicht möglich sein werde. Das Gegenteil kündigte der Konzern im vergangenen August im Zuge aktualisierter Nutzungsbedingungen von WhatsApp an: Telefonnummern von WhatsApp-Nutzern sollten künftig mit Facebook-Profilen verknüpft werden.

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Die EU-Kommission wirft Facebook in einem Beschwerdebrief nun vor, dass eine entsprechende Möglichkeit zum Abgleich von Facebook- und WhatsApp-Profilen bereits zur Zeit der Anfrage im Jahr 2014 bestanden habe und vorsätzlich oder fahrlässig falsche oder irreführende Angaben dazu gemacht wurden. Das Unternehmen hätte danach seine Verpflichtungen nach der EU-Fusionskontrollverordnung verletzt. Zwar wurde die - nun infrage gestellte - Auskunft von Facebook bei der Zustimmung des Zusammenschlusses berücksichtigt, die Kommission hat die Freigabe allerdings "nicht nur auf dieser Grundlage beschlossen."

Facebook könnte hohes Bußgeld zahlen müssen

Die Freigabe des Zusammenschlusses von Facebook und WhatsApp wird nicht neu aufgerollt, es wird nun der Verstoß gegen Verfahrungsvorschriften geprüft. Facebook hat nun bis zum 31. Januar 2017 Zeit, um Stellung zu den Vorwürfen zu nehmen. Sollten sich die Bedenken der Kommission bewahrheiten, könnte sie vom Konzern eine Strafzahlung in Höhe von bis zu 1 Prozent seines Umsatzes einfordern - gemessen am Jahresumsatz von 2015 wären das bis zu 179 Millionen US-Dollar.

In einer ersten Reaktion gegenüber US-Medien erklärt Facebook, stets wahrheitsgemäße Angaben zu den technischen Möglichkeiten und Plänen gegeben zu haben - sowohl bei der Anmeldung des Zusammenschlusses, als auch bei freiwilligen Versammlungen im Vorfeld der Aktualisierung der Nutzungsbedingungen. Man zeigt sich erleichtert, dass die Prüfung - in der man mit der Kommission zusammenarbeiten möchte - keine Änderung an der Fusion mit WhatsApp nach sich zieht.

Mehr zum Thema: Facebook, WhatsApp

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