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Verkaufsstopp: Nächster Android-Hersteller reagiert auf Patenturteil

Björn Brodersen 27.12.2016 - 18:00|3
Verkaufsstopp: Nächster Android-Hersteller reagiert auf Patenturteil

Nach Asus hat offenbar auch der französische Android-Hersteller Archos auf ein von Philips angestrengtes Patenturteil reagiert: Die meisten mit Android 5.0 oder einer neueren Betriebssystemversion laufenden Smartphones und Tablets von Archos sind derzeit nicht in Deutschland verfügbar.

Das Archos 55 Diamond Selfie ist mehr als nur ein Kamera-Smartphone zum Knipsen von Selbstporträts - das haben wir im Test des Geräts festgestellt. Schade nur, dass das neue Archos-Smartphone derzeit nicht zu kaufen ist. Und ein Blick auf die Archos-Website zeigt: Der Großteil der dort vorgestellten Smartphone-Modelle ist zurzeit "nicht verfügbar". Offenbar befolgt Archos inzwischen den richterlich angeordneten Vertriebsstopp bestimmter Smartphone-Modelle wegen einer angeblichen Patentverletzung. Im September hatte der niederländische Konzern Philips vor dem Landgericht Mannheim Unterlassungsurteile gegen die vier Android-Hersteller Archos, Asus, HTC und Wiko angestrengt, darunter im Juli eines gegen Archos und Asus (Az.: 7 O 240/15), das im September vollstreckt wurde. Asus befolgte daraufhin den Verkaufsstopp für die betreffenden Geräte, eine Reaktion von Archos war Ende Oktober noch nicht erkennbar gewesen.

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Jetzt im Weihnachtsgeschäft fiel uns anlässlich des Tests des 55 Diamond Selfie auf, dass auch dieses und weitere Archos-Geräte mit dem Google-Betriebssystem zurzeit nicht zu kaufen sind. Auf der Archos-Website werden derzeit fast alle angezeigten Smartphone-Modelle als "nicht verfügbar" gelistet, darunter das 55 Diamond Selfie, das 55 Helium Ultra, das 55 Cobalt Plus, das Diamond S und das 50 Power. Zu den Ausnahmen zählen das mit Android 6.0 laufende 50f Helium und das Windows-10-Smartphone 50 Cesium. Auch das neue Outdoor-Smartphone 50 Saphir wird als verfügbar, aber als derzeit nicht auf Lager geführt. Ähnliches Bild bei den Tablets: Von zehn vorgestellten Geräten sind den Archos-Angaben zufolge derzeit nur zwei verfügbar.

Archos 55 Diamond Selfie - derzeit

Archos 55 Diamond Selfie - derzeit "nicht verfügbar" | (c) Archos

Wie bereits berichtet betrifft das von Philips angestrengte Patenturteil zahlreiche Android-Smartphones und -Tablets der vier Hersteller mit der Betriebssystemversion 5.0 oder neuer. Nach Angaben von Asus geht es um ein von dem Unternehmen Koninklijke Philips N.V. gehaltenes Patent (EP 0888687) auf die Darstellung der Liste der zuletzt verwendeten Anwendungen. Android-Betreiber Google bietet bereits seit Oktober einen Patch an, mit dem die Patentprobleme umgangen werden können. Doch die Hersteller müssen diesen Patch auf ihre Geräte anpassenden und per Update ausliefern, bevor diese wieder in Deutschland angeboten und beworben werden dürfen.

Android-Hersteller gehen gegen das Philips-Patent vor

Asus hat gegen das Urteil des Landgericht Mannheim Rechtsmittel eingelegt. Und auch Wiko geht gegen den Richterspruch vor, wie uns der französische Hersteller auf Nachfrage bestätigte. "Es ist richtig, dass ein entsprechendes Urteil auch gegen die Wiko Germany GmbH ergangen ist", teilte uns das Unternehmen per E-Mail mit. "Wiko hält dieses Urteil für falsch und das Patent für nichtig. Wiko hat daher Berufung gegen das Urteil des Landgerichts eingelegt und zudem eine Nichtigkeitsklage gegen das Klagepatent zum Bundespatentgericht erhoben." Vorerst werde Wiko sich aber an das Urteil halten und habe "entsprechende Maßnahmen" getroffen. Archos gab uns gegenüber mit Verweis auf das laufende Verfahren keinen Kommentar ab.

Laut einem Bericht des Wirtschaftsanwalts-Portals juve.de sind auch vor Gerichten in Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden Klagen von Philips gegen die Android-Hersteller anhängig. Google sei einigen der Verfahren beigetreten.

Mehr zum Thema: Android-Smartphones, Smartphones

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Kommentare
  1. 28.12.16 22:04 nohtz (Professional Handy Master)

    Weil man wohl gehofft hatte, das ohne Aufwand aussitzen zu können.
    Hat nicht so wirklich funktioniert

  2. 28.12.16 21:59 chief (Professional Handy Master)

    "Android-Betreiber Google bietet bereits seit Oktober einen Patch an, mit dem die Patentprobleme umgangen werden können. Doch die Hersteller müssen diesen Patch auf ihre Geräte anpassenden und per Update ausliefern, bevor diese wieder in Deutschland angeboten und beworben werden dürfen."

    Verstehe da die Hersteller nicht. Wenn es einen Patch von Google gibt, warum lässt man sich dann vors Gericht zerren, anstatt ein Update für die betroffenen Geräte zu verteilen.

  3. 28.12.16 12:45 Fritz_The_Cat (Advanced Handy Master)
    Bis diese Auseinandersetzung letztinstanzlich endgültig entschieden wurde…

    … dürften die betroffenen Geräte schon fast "im Museum" stehen.

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