Mit Push-Mail hat alles angefangen: der Wunsch des Geschäftstreibenden, möglichst sekundengenau über seine EMails informiert zu sein, hat einen Wirtschaftszweig erschaffen, der für den mobilen geschäftlichen Datenaustausch so lukrativ ist wie kein zweiter. Microsoft erkannte bei seinem neuen Betriebssystem Windows Mobile 5.0 die Zeichen der Zeit und integriert Push-Funktionalität - den Echtzeit-Versand von Informationen aufs mobile Endgerät - für viele Bereiche der PIM-Funktionalität in seine neuen Kommunikationslösungen.
Dass Marktführer Nokia nachziehen und ebenfalls eine eigene Lösung vorstellen wird, war nur eine Frage des Wann - heute stellt das Unternehmen sein neues "Nokia Business Center" vor. Die derzeit ausschließlich mit Microsoft Exchange kompatible und zum Releasedatum auch mit Lotus Notes und Domino funktionierende Kommunikationslösung geht sogar über den Ansatz von Microsoft hinaus. Sie abstrahiert eine Kommunikationsschicht, über die sich alle Arten von Unternehmensdaten in Echtzeit vom Server zum Endgerät übertragen und synchronisieren lassen. Nokia stellt hierfür zwei Clients auf Java MIDP2.0-Basis zur Verfügung. Als Endgeräte kommen derzeit die beiden Communicatoren 9300 und 9500 sowie die UMTS-Handsets 6680 und 6630 sowie das GSM-Gerät 6681 in Frage.
Während der Standard-Client für den Kunden kostenlos sein und elementare EMail-Features bereitstellen wird, soll die professionelle Version der ausgereifteste Manager für PIM-Daten auf dem Handy werden, den Unternehmen derzeit nutzen können.
Nokia setzt dabei auf eine optisch ansprechende, an Microsofts Outlook angepasste Nutzerführung, die es erlaubt, EMails zu schreiben, zu lesen und zu löschen (synchron auf Endgerät und Server), lokale Ordnerstrukturen anzulegen und auch Meeting-Vorschläge und sortierte Ansichten sowie Attachments beliebiger Größe und Ausprägung darzustellen. Statt wie bei Blackberry ein Attachment auf dem Server vorzuhalten und stückchenweise ans Endgerät abzugeben, sollen sie beim Business Center bei Bedarf vollständig aufs Handy geladen und dort dargestellt werden.
Das korrespondiert auch mit dem Sicherheitsgedanken bei Nokias Lösung: statt auf eine "Store-and-Forward"-Lösung zu setzen, verwenden die Finnen einen direkten, verschlüsselten Datenkanal, über den ihr Business-Server direkt mit dem Endgerät kommuniziert, ohne Daten vorher zwischenzuspeichern. Partnerunternehmen haben bereits angekündigt, auf der neuen Business Center-Lösung unternehmenskritische Anwendungen aus den Bereichen CRM, ERP und Unified Messaging bereitstellen zu wollen. Der polnische Netzbetreiber Plus GSM hat bereits angekündigt, seinen Geschäftskunden Nokias Business Center im Rahmen eines Evaluierungszeitraums zur Verfügung stellen zu wollen. Für Unternehmen und Netzbetreiber soll Nokias Business Center im 4.Quartal 2005 offiziell erhältlich sein.
Der Markt dürfte Nokias Business Center begrüßen. Laut IDC-Studien gibt es derzeit 650 Millionen geschäftlich genutzte EMail-Postfächer weltweit, aber nur 10 Millionen Nutzer, die EMails auch auf ihrem Smartphone oder Handy lesen. Die Frage, welche Unternehmensanwendungen ein Unternehmen seinen Mitarbeiteren als erstes mobil zur Verfügung stellen würde, beantworteten 82% aller befragten Unternehmen mit mobiler EMail. » Homepage: Nokia Business Center » Special: PIM-Synchronisation: professionelle Unternehmenslösungen » Praxistest: Blackberry 7100v
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