CES 2017: Das sind die Smartphone-Trends des neuen Jahres

Björn Brodersen 09.01.2017 - 17:46|0
CES 2017: Das sind die Smartphone-Trends des neuen Jahres

An den auf der CES gezeigten Geräten lassen sich die Smartphone-Trends des neuen Jahres ablesen. Statt schneller, schärfer, flacher werden die Smartphones 2017 intelligenter und raffinierter im Design. Ein Überblick über die wichtigsten Handy-Neuvorstellungen in Las Vegas.

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Die CES ist keine Handymesse, doch in Las Vegas werden regelmäßig die ersten Smartphone-Neuheiten des Jahres vorgestellt. An diesen Geräten lassen sich jeweils die kommenden Trends ablesen, die dann im Februar auf dem Mobile World Congress in Barcelona im Vordergrund stehen. Zu den spannendsten Smartphones auf der CES 2017 gehörten das Googles VR-Plattform Daydream sowie Augmented-Reality-Anwendungen unterstützende Asus Zenfone AR, das mit Künstlicher Intelligenz (KI) arbeitende Honor Magic und das Xiaomi Mi Mix mit außergewöhnlichem Design. Doch auch Mittelklasse-Smartphones mit attraktivem Preis-Leistungs-Verhältnis wie das Honor 6X bekamen viel Aufmerksamkeit.

Virtuelle und erweiterte Realität auf dem Smartphone

Mit der virtuellen und der erweiterten Realität halten spannende Technologien auf den Smartphones Einzug. Das Smartphone als Hub dafür bietet sich an, denn mittlerweile hält fast jeder ein solches Gerät in den Händen. So haben Entwickler von VR- oder AR-Anwendungen und -Diensten die Möglichkeit, einfach und kostengünstig viele Menschen zu erreichen - aus dem gleichen Grund mausert sich das Smartphone derzeit auch zur Schaltzentrale für das Smart Home. Zubehör wie beispielsweise VR-Headsets gibt es für wenig Geld hinzuzukaufen.

Doch auf absehbare Zeit werden Virtual Reality und Augmented Reality ein Nischendasein fristen, denn die Anwendungszenarien betreffen bislang das Gaming (und passionierte Gamer setzen meist auf leistungsfähigere Geräte wie PC oder Spielekonsolen), den E-Commerce (Raum- oder Ausstattung visualisieren) und den Bildungsbereich (für im Raum eingeblendete Anschauungsobjekte wie beispielsweise Planeten). Daran ändert auch die zunehmende Zahl an Daydream-kompatiblen Android-Smartphones nichts.

Künstliche Intelligenz hilft im Alltag

In diesem Jahr werden Smartphones über (Sprach-) Assistenten auch vermehrt auf Künstliche Intelligenz zugreifen können, um die Anwender situationsbezogen mit Erinnerungen, Empfehlungen und nützlichen Informationen im Alltag zu unterstützen. Google hat im vergangenen Jahr den KI-Assistenzdienst Google Assistant auf den Pixel-Smartphones eingeführt, Apple begegnet mit dem vorgestellten Konzept der Differential Privacy Datenschutzbedenken. Von den in Las Vegas ausgestellten Smartphones arbeitet das bislang nur in China erhältliche Honor Magic schon mit Künstlicher Intelligenz (siehe Hands-on-Bericht), wobei nur ein Teil der dafür benötigten Rechenleistung auf dem Gerät stattfindet. Und Huawei-Chef Richard Yu hat in einer Keynote angekündigt, dass Amazons intelligenter Sprachassistenzdienst Alexa auf das Mate 9 kommen wird. Huawei, Leica, in einem Fall Porsche Design und jetzt auch noch Amazon - langsam wird der Platz für Herstellerlogos knapp auf dem Huawei-Phablet.

Dual-Kameras, wohin man auch schaut

Was sich an den Smartphone-Neuheiten der CES auch ablesen lässt: In diesem Jahr wird fast jedes bessere Mittelklasse-Smartphone mit einer Dual-Kamera ausgestattet sein. In Las Vegas haben die chinesischen Hersteller Honor und ZTE Android-Smartphones für jeweils deutlich unter 300 Euro mit einer Doppel-Knipse vorgestellt. Das mit 249 Euro günstigere Honor 6X gewinnt dabei den Leistungsvergleich mit dem 269 Euro teuren ZTE Blade V8 und kann jetzt auch außerhalb Chinas schon gekauft werden, während das ZTE-Gerät erst im März herauskommt.

Huawei Honor 6X CES Hands-on | (c) Areamobile
ZTE Blade V8 | (c) Areamobile
Asus Zenfone 3 Zoom Hands-on | (c) Areamobile

Huawei Honor 6X (Bildergalerie) | (c) Areamobile

ZTE Blade V8 (Bildergalerie) | (c) Areamobile

Asus Zenfone 3 Zoom (Bildergalerie) | (c) Areamobile

 

Bei den Dual-Kameras für Smartphones gibt es verschiedene Konzepte, von denen aber alle bessere Bildqualität versprechen. Häufig beliefert ein niedrig auflösender Zusatzsensor den Hauptsensor mit Tiefen- und weiteren Bildinformationen. Ist die Hauptkamera mit zwei gleichermaßen hochauflösenden Bildsensoren ausgerüstet, stehen in der Regel auch Funktionen wie das Verändern von Schärfe bzw. Unschärfe im Hintergrund des Motivs und das nachträgliche Verschieben des Fokuspunkts sowie manchmal auch ein Schwarz-Weiß-Aufnahmemodus zur Verfügung. Allerdings tummeln sich auch schon etliche Billigsmartphones mit Dual-Kamera im Markt, bei denen man vermutlich nicht allzu hohe Bildqualität erwarten darf. Es kommt ja noch auf andere Faktoren an.

Smartphones mit besonderem Design

Das Honor Magic steht auch für den Versuch von Herstellern, bestimmte Smartphone-Modelle durch besonderes Design von den Geräten der Konkurrenz abzuheben. Die Glasabdeckungen an Vorder- und Rückseite des Honor-Smartphone sind jeweils an allen vier Rändern gewölbt. Mal mehr, mal weniger stark. Neben der Power- und den Lautstärketasten gibt es als Steuertaste nur den Home-Button mit integriertem Fingerabdrucksensor, der auch die an anderen Geräten meist kapazitiven Zurück- und Taskmanager-Tasten ersetzt. Noch ungewöhnlicher kommt das Xiaomi Mi Mix daher: Das 6,4 Zoll große Display dieses Smartphones hat an drei Seiten einen superschmalen Rand und eine am unteren Rand sitzende Frontkamera - dreht man das Handy, sitzt sie oben. Außerdem gibt es keinen herkömmlichen Telefonlautsprecher, sondern eine piezoelektrische Akustik-Technologie, die den Keramikrahmen des Smartphones zur Schallerzeugung nutzt. Und statt eines Infrarotsensors sitzt unterhalb des Display-Panels ein Ultraschall-Näherungssensor. Hier lest ihr unseren ersten Erfahrungsbericht zum Mi Mix.

Das Problem der kurzen Akkulaufzeit

Für ein Problem suchen die Smartphone-Hersteller allerdings noch die Patentlösung: die vergleichsweise kurze Akkulaufzeit von Smartphones. Bisherige Ansätze liegen darin, einen möglichst großen Akku im Gerät zu verbauen, unterschiedlich stark in die Systemanwendungen eingreifende Energiesparmodi zu integrieren oder zumindest durch Quick- oder Fast-Charging für ein schnelles Aufladen des geleerten Energiespenders zu sorgen. Großer Akku und Schnellladen zusammen geht bislang aufgrund der Hitzeproblematik und daraus erwachsender Gefahren nicht.

Das Unternehmen Hisense hat noch eine weitere Lösung parat: Es zeigte in schon auf der IFA in Berlin und jetzt wieder in Las Vegas ein Smartphone mit einem zusätzlichen E-ink-Display auf der Rückseite. Das soll mit 20 Prozent verbleibender Akkukapazität noch bis zu zehn Stunden aktive Nutzung von Apps erlauben. Und kurz bevor die Batterie ganz geleert ist, kann man noch schnell ein Flug- oder Bahnticket oder einen Kartenausschnitt der Umgebung auf das E-ink-Display legen und auch in den kommenden Stunden vorzeigen bzw. ablesen. Das chinesische Hisense A2 wirkt ausgereifter als das gefloppte russische Yotaphone. Doch für die Masse der Anwender kommt so ein ungewöhnliches Gerät nicht in Frage, glaube ich - Schwarz-Weiß zieht nicht. Dabei soll es mit einem Verkaufspreis ab 250 US-Dollar recht erschwinglich sein.

In knapp sechs Wochen werden wir die ersten Flaggschiff-Smarthones des neuen Jahres kennen lernen. Da stellen Samsung, LG, Lenovo & Co. ihre neuen Highend-Geräte auf dem Mobile World Congress vor. Die hier besprochenen Technologien und Features werden dann ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.

Mehr zum Thema: Akku, Android-Smartphone, CES, Smartphone, Augmented Reality (AR)

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