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Samsung: Darum brannten einige Galaxy Note 7

Björn Brodersen 23.01.2017 - 06:59|0
Samsung: Darum brannten einige Galaxy Note 7

Samsung hat sich bei den Kunden für die Hitzeprobleme des Galaxy Note 7 entschuldigt und eine bessere Qualitätssicherung angekündigt. Ursache der Vorfälle des inzwischen zurückgerufenen und vom Markt genommenen Stift-Phablets seien Kurzschlüsse der Akkus.

Fünf Monate nach dem Launch des Galaxy Note 7 hat der südkoreanische Hersteller Samsung in Seoul seinen Bericht zu den Hitzeproblemen des Geräts vorgelegt. Demnach haben Qualitätsmängel bei den Akkus und in der Produktion zu Kurzschlüssen und damit zur Überhitzung mehrerer ausgelieferter Note 7 geführt. Einige Geräte gerieten sogar in Brand. Samsung nahm daraufhin das neue Stift-Phablet vom Markt und startete eine milliardenteure Rückrufaktion der bis dahin verkauften rund drei Millionen Einheiten. Die Probleme traten auf, bevor der für Anfang September 2016 geplante offizielle Startschuss für den Verkauf des Smartphones in Deutschland erfolgte, daher waren hierzulande vergleichsweise wenige Geräte im Umlauf.

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Nach dem Produktions- und Vermarktungsstopp begann Samsung eine gründliche Untersuchung der Vorfälle. 700 Techniker im Unternehmen haben den Angaben zufolge in einer extra errichteten Testanlage rund 200.000 Geräte und 30.000 Akkus intensiv geprüft. Der Hersteller hatte auch unabhängige Sachverständigenorganisationen beauftragt, darunter den TÜV Rheinland, und nahm neben der Elektronik des Note 7 auch Software, Fertigung und Logistik unter die Lupe. Eigene Fehler gestehen die Südkoreaner nicht ein. Nur, dass sie vor dem Release des Galaxy Note 7 die Qualitätsmängel bei den Akkus nicht festgestellt haben.

Samsung hatte allerdings auch von der eigenen Konzerntochter SDI Akkus für das Galaxy Note 7 bezogen. Bereits zu einem früheren Zeitpunkt war spekuliert worden, dass diese zu große Abmessungen für das Note 7 hatten. Nach den ersten Berichten über überhitzende Geräte orderte der Hersteller mehr Akkus beim chinesischen Zulieferer ATL. Dort könnten beim eiligen Hochfahren der Produktion weitere Probleme aufgetreten sein.

Künftig will der Marktführer durch einen acht Punkte umfassenden Batterie-Check sowie ein aus vier Experten bestehendes Beratungsgremium ein erneutes Desaster bei der Einführung eines neuen Smartphone-Modells ausschließen. Erste Verbesserungsmaßnahmen bei der Produktion bereits eingeleitet worden.

DJ Koh, President Mobile Communications Business bei Samsung Electronics, gab detaillierte Einblicke in die Untersuchungen, drückte sein tiefes Bedauern über die Vorfälle aus und dankte gleichzeitig Galaxy Note7 Kunden, Mobilfunkbetreibern sowie Vertriebs- und Geschäftspartnern für ihre Geduld und fortwährende Unterstützung. "Wir haben aus den vergangenen Monaten wichtige Erkenntnisse ziehen können, die wir tief in unsere Prozesse und unsere Unternehmenskultur haben einfließen lassen. Mit diesem verstärkten Bewusstsein für Produktsicherheit werden wir uns künftigen Herausforderungen stellen", sagte der Samsung-Manager auf einer Pressekonferenz in Seoul. "Wir setzen heute mehr denn je alles daran, das Vertrauen unserer Kunden durch Produkte zu gewinnen, die in Produktsicherheit und Leistung gleichermaßen neue Maßstäbe setzen."

Am morgigen Dienstag wird Samsung die Zahlen für das vierte Quartal 2016 veröffentlichen. Vorab schätzt Samsung den in Oktober, November und Dezember erzielten Umsatz auf 53 Billionen Won (umgerechnet 42 Milliarden Euro) und geht von einem operativen Gewinn von 9,2 Billionen Won (7,3 Milliarden Euro) aus.

Chronologie: Vom Launch des Galaxy Note 7 bis zur Ursachenklärung

Mehr zum Thema: Akku, Android-Smartphone, Smartphone, Galaxy-Smartphone

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