Das britische Unternehmen Vodafone hat ein vorläufiges Angebot für den türkischen Mobilfunkanbieter Telsim abgegeben. Wie ein Unternehmenssprecher mitteilte, sei die Abgabe eines endgültigen Angebots allerdings noch nicht sicher. Die türkische Regulierungsbehörde hatte im vergangenen Jahr das Telsim-Aktienpaket, das der einflußreichen Uzan-Familie gehörte, beschlagnahmt und will es nun für einen Startpreis von 2,8 Milliarden US-Dollar meistbietend versteigern. Dem Uzan-Klan wurde vorgeworfen, er habe einen Kredit von insgesamt 2,7 Milliarden US-Dollar für den Aufbau eines UMTS-Netzes aufgenommen, aber nie vorgehabt diesen zurückzuzahlen.
Der staatliche kontrollierte Einlagensicherungsfonds TMSF organisiert die Versteigerung des Telsim-Aktienpaketts. Laut dem Fond haben bereits zehn in- und ausländische Unternehmen ihr Interesse an Telsim bekundet. Vorläufige Gebote können bis zum 30. September, endgültige bis zum 5. Dezember eingereicht werden. Am 13. Dezember soll dann der Sieger der Auktion mitgeteilt werden. Neben Vodafone gilt auch die börsennotierte russische Mischholding AFK Sistema als Interessent. "Wir wollen die Nummer zwei in der Türkei kaufen", bekräftigte der Sistema-Chef und Hauptaktionär Wladimir Jewtuschenkow noch einmal in der Wirtschaftszeitung "Vedomosti".
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.