So viel Zeit musste dann doch noch sein: nachdem gestern noch der Bieterwettstreit um PalmSource zwischen Palm und Access zugunsten des japanischen Browser- und Applikationsherstellers ausfiel, stellte die Smartphone- und PDA-Schmiede ihre Quartalsergebnisse vor.
Foto: Hagenuk S200: ein externes Produkt auf PalmOS-Basis
Palm's CEO Ed Colligan bescheinigte dem Unternehmen ein gesundes Umsatz- und Gewinnwachstum. Bei der "feindlich" übernommenen Schwesterfirma siehts derzeit eher mau aus: Nach der Veröffentlichung der Finanzergebnisse des ersten Bilanzquartals 2006, das am 2. September 2005 endete, ging der Umsatz von 18,2 Mio. US-Dollar im Vorjahresquartal auf 15,8 Mio. US-Dollar zurück. Rechnet man nach der US-Buchhaltungsnorm GAAP, haben die Entwickler des bekannten Betriebsystems PalmOS 2 Mio. US-Dollar bzw. 12 Cent je Aktie Verlust eingefahren; zum Vergleich: Palm schüttet seinen Aktionären derzeit über 30 Cent je Aktie Gewinn aus. Derzeit läuft im kalifornischen Unternehmen ein vom neuen CEO Patrick McVeigh auferlegtes Umstrukturierungsprogramm, um dem Bröckeln von absatzstarker Kundschaft und interessanten Endgeräteplattformen noch entgegenzuwirken.
Jedoch setzen immer mehr Mobilfunkhersteller auf Konkurrenzprodukte wie Symbian OS oder das neue Windows Mobile 5.0. Der ehemalige Mitstreiter Palm sattelt derzeit die Pferde neu: bis zur offiziellen Vorstellung des Treo700w mit Microsoft-Betriebssystem dürften eher Wochen als Monate vergehen.
Im abgelaufenen Geschäftsquartal konnte PalmSource rund 1,2 Millionen PalmOS-Lizenzen absetzen. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 1,4 Millionen Einheiten. Alles andere als positiven Einfluss auf die Moral dürfte auch die Übernahmeschlacht zwischen Palm und dem japanischen Softwarehaus Access haben, in dem die Japaner längeren Atem und auch die größere Kriegskasse vorweisen konnten. Was bisher geschah und was die Zukunft möglicherweise bringen könnte, erfahren Sie in unserem PalmOS-Special.
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