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Ermittlungen: Google soll Entwicklung von Tizen behindert haben

Steffen Herget 17.02.2017 - 13:47|5
Ermittlungen: Google soll Entwicklung von Tizen behindert haben

In Südkorea wird derzeit gegen den Internet-Giganten Google ermittelt. Die Vorwürfe haben dieses Mal nur indirekt mit Android zu tun, sondern drehen sich um die Frage, ob Google die Entwicklung des Samsung-Betriebssystems Tizen behindert hat.

In Südkorea beschäftigen sich derzeit Juristen mit der Frage, ob Google die Entwicklung mobiler Betriebssysteme auf unzulässige Weise behindert, um die Stellung von Android zu verbessern. Laut dem Bericht der Korea Times dreht sich die Angelegenheit um das System Tizen, das maßgeblich von Samsung entwickelt und unter anderem auf Smartwatches und Smart-TVs genutzt wird. "Wir untersuchen gerade, ob Google den Wettbewerb im Betriebssystemmarkt behindert hat", so ein Sprecher der Wettbewerbsbehörde gegenüber der Zeitung.

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Im Fokus steht vor allem das Anti-Fragmentation Agreement (AFA), das Google Samsung und anderen Herstellern zur Unterschrift vorlegt. Darin wird verlangt, dass der Hersteller kein weiteres Betriebssystem entwickeln darf, das Google-Technik beinhaltet. Ohne diese Vereinbarung, so der Vorwurf, hätte Samsung Tizen nicht von Grund auf neu entwickeln, sondern auf dem Android Open Source Project aufsetzen können, was Vieles erleichtert hätte. Google sieht die Angelegenheit naturgemäß anders und argumentiert, dass die Patentvereinbarungen "komplett freiwillig" seien und Jeder Android ohne Google verwenden könne.

Tatsächlich bietet etwa Amazon mit Fire OS einen Android-Klon ohne Google-Dienste und mit eigenem Appstore an. Hätte Amazon auch Google-Dienste anbieten wollen statt nur das eigene Ökostsystem, hätte man Fire OS nicht nutzen können. So ganz freiwillig ist die Unterzeichnung des AFA allerdings nicht, denn bereits vor einigen Jahren war durchgesickert, dass Google die Hersteller dazu verpflichtet, die Vereinbarung anzuerkennen.

Mehr zum Thema: Tizen, Mobile Betriebssysteme

via Golem

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Kommentare
  1. 18.02.17 18:32 Frankfurter Knackarsch (Expert Handy Profi)

    "Andererseits hätte Android niemals funktioniert ohne die AFA, weil jeder sein eigenes Süppchen kochen würde."

    Googles-Android hätte nicht gut funktioniert und würde heute nicht mit über 80% Marktanteil da stehen, wenn Google Tizen Kompatiblität zugelassen hätte.

    "Tatsächlich bietet etwa Amazon mit Fire OS einen Android-Klon ohne Google-Dienste und mit eigenem Appstore an. Hätte Amazon auch Google-Dienste anbieten wollen statt nur das eigene Ökostsystem, hätte man Fire OS nicht nutzen können"
    Das wird in Googles MADA Knebelvertrag festgelegt

  2. 18.02.17 12:09 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @Laborant: Andererseits hätte Android niemals funktioniert ohne die AFA, weil jeder sein eigenes Süppchen kochen würde. Das haben wir doch mit Linux auf dem Desktop schon durch. Ich bin bekanntermaßen kein Fan von den Google-Diensten, aber die AFA ist zumindest für die Nutzer und Android gar nicht so schlecht. Dass das Ganze auch Nachteile hat, ist auch klar, aber in meinen Augen überwiegen die Vorteile die Nachteile hier deutlich.

    "Android behindert meines Erachtens die Einführung von innovativen Benutzungskonzepten."
    >>Du meinst Google oder AOSP, oder? Außerdem sehe ich die Behinderung nicht so richtig. Bedienkonzepte kannst du auch in Android implementieren ohne die AFA zu verletzen. Da hat das eine nicht viel mit dem anderen zu tun. Die OEMs können sogar am Entwicklungsprozess teilnehmen und tun dies zum Teil auch, obwohl diese Teilnahme "erstaunlich" zurückhaltend ist (ja klar, weil andere davon profitieren könnten).

  3. 18.02.17 11:40 Laborant (Expert Handy Profi)

    Für Juristen ist das eben nicht so einfach - tief im inneren hat ja beides einen Linux-Kernel. Also muss es das selbe sein ;)

    Dieses AFA halte ich allerdings für ziemlich Brisant. Wer das Google-Environment nicht auf dem Androiden will, kann ja gleich ein eigenes Betriebssystem bauen, bei welchem man ALLES selbst anpassen kann - und damit auch auf Restriktionen wie den Zurück-Button keine Rücksicht nehmen muss.
    Android behindert meines Erachtens die Einführung von innovativen Benutzungskonzepten.

  4. 17.02.17 15:00 nohtz (Professional Handy Master)

    Tizen ein android-fork?
    Hab ich was verpasst?

  5. 17.02.17 14:42 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)
    Verwirrende Klage oder Überschrift

    "Im Fokus steht vor allem das Anti-Fragmentation Agreement (AFA), das Google Samsung und anderen Herstellern zur Unterschrift vorlegt. Darin wird verlangt, dass der Hersteller kein weiteres Betriebssystem entwickeln darf, das Google-Technik beinhaltet. Ohne diese Vereinbarung, so der Vorwurf, hätte Samsung Tizen nicht von Grund auf neu entwickeln, sondern auf dem Android Open Source Project aufsetzen können, was Vieles erleichtert hätte. [...]"
    >>Also geht der Prozess der Frage nach, ob eine Anti-Fragmentations Vereinbarung überhaupt rechtens ist, denn nichts anderes sagt diese aus. Implizit geht es daher auch nicht um die Frage, ob man Tizen ausgebremst hat, sondern darum ob man ein Recht auf einen Fork hat.

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