BenQ Mobile startete zum 1.Oktober 2005 sein operatives Geschäft. Der neue Geschäftsbereich der BenQ Corporation verkauft ausschließlich Endprodukte für die mobile Kommunikation und vereint die Stärke der BenQ Corporation im Consumer-Electronics-Bereich mit der Mobilfunk-Expertise von Siemens. Grundlage für den Verkauf von mobilen Endgeräten unter der Marke Siemens sind ein errechneter Marktanteil von 5,2 Prozent, mit dem sich das Unternehmen nach eigenen Angaben auf Platz 6 der Weltrangliste einreiht und damit in direkter Konkurrenz zu LG Electronics und Sony Ericsson steht. Das Ziel des neuen Joint-Ventures ist ehrgeizig: BenQ Mobile will weltweit wieder einen Spitzenplatz erreichen. BenQ Mobile startet als globale Marke in den Markt, und profitiert von Siemens führender Stellung in wichtigen europäischen Märkten sowie auf dem wachsenden lateinamerikanischen Markt und BenQs Stärke in Asien.
Eine Lizenzvereinbarung erlaubt es BenQ Mobile seit gestern, die Marke Siemens allein für die kommenden 18 Monate und als kombinierte Marke mit BenQ bis zu fünf Jahre zu nutzen. Bis 2006 existieren beide Marken nebeneinander. Die neue kombinierte Marke BenQ-Siemens startet im Frühjahr 2006 (wir berichteten). Das Unternehmen mit Hauptsitz in München beschäftigt weltweit über 7.000 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung, Design, Vertrieb, Marketing, Logistik, Fertigung und Kundenservice und erwirtschaftete 2004 einen Umsatz von 5,6 Milliarden Euro.
Chief Executive Officer(CEO) von BenQ Mobile wird Clemens J. Joos, der als Leiter des Geschäftsgebietes Cordless Products der Siemens AG ab 2001 fundierte Kenntnisse im Endkunden-Geschäft sammelte, das "Gigaset" zu einem weltweit bekannten Namen gemacht hat und mit ihm die vordersten Marktpositionen erobern konnte. Nach seinem Erfolg mit Cordless Products, wurde Joos 2004 die Leitung von Mobile Devices bei Siemens übertragen, um das Geschäftsgebiet in eine neue Zukunft zu führen. Jerry Wang, Executive Vice President und Chief Marketing Officer der BenQ Corporation, übernimmt die Position des Chairman für BenQ Mobile. Die aktuelle Produktpalette des Unternehmens umfasst alle Geräte der kürzlich endgültig noch von Siemens am Markt platzierten Endgeräte wie S75, SG75, SXG75 und SL75 und darüber hinaus auch schon erste Modelle, die von BenQ hergestellt und mit einem Siemens-Label bedruckt wurden.
Meinung Der Zusammenschluss beider Unternehmen ermöglicht spannende Perspektiven: ähnlich wie Sony und Ericsson begegnen sich hier zwei Global Player, die potenziell in der Lage sind, extrem spannende Endgeräte zu bauen und Impulse für den internationalen Markt zu geben. Auf eine gemeinsame Technologie- und Designlinie müssen sich die Entwickler mit Sicherheit noch verständigen, um Produkten wie Sony Ericssons K750i entgegentreten zu können. Aber selbst die letzten Neuvorstellungen sind vielversprechend: mit dem SG75 hat BenQ Mobile einen kompakten und leistungsfähigen UMTS-Slider im Angebot, der im Revier von Samsungs Z500 wildert. Das SXG75 konkurriert beispielsweise mit Motorolas E1000 oder entfernt auch mit Sony Ericssons K600i. Im Low-End-Bereich ist das Portfolio mit CL75 und CF75 zwar technisch nicht sonderlich beeindruckend, stilmäßig dafür aber sehr attraktiv bestückt. Und der Lifestyle-und Multimedia-Bereich kann mit SL75 und S75 aufwarten, die bei entsprechender Bepreisung durchaus in der Lage sein sollten, Kunden für sich zu gewinnen.
Ganz besonders ehemalige Fans der Siemens-Modellreihen dürften sich - effizientes Placement und Marketing vorausgesetzt - schnell wieder für eine kommende 80er-Generation erwärmen können, wenn es BenQ Mobile gelingt, sich für den Spagat zwischen Kompaktheit, Design und Funktionalität so gut zu dehnen, wie es derzeit Samsung, Sony Ericsson und in gewisser Weise auch Motorola und Nokia schaffen.
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