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Horror-Bericht: Drei Selbstmorde pro Jahr in Apples Europa-Zentrale

Matthias Zellmer 20.03.2017 - 13:04|22
Horror-Bericht: Drei Selbstmorde pro Jahr in Apples Europa-Zentrale

Daniela Kickl hat ein abgeschlossenes Betriebswirtschaftsstudium und beginnt einen Job bei Apple als Kundenberaterin. Nach drei Jahren in der Europa-Zentrale des Unternehmens berichtet sie in einem Buch über ihre Erfahrungen am Arbeitsplatz bei Apple.

Denken wir an Apple, denken wir an paradiesisch klingende Arbeitsbedingungen: individuelle Arbeitszeiten, Entspannung in Form von Kicker, Tischtennis oder anderer Art und gesunde kostenlose Verpflegung rund um die Uhr. Das Gegenteil ist aber die Realität, sagt die Betriebswirtin Daniela Kickl, die drei Jahre lang in der Europa-Zentrale von Apple als Kundenberaterin arbeitete und nun in dem Buch "Apple intern" Einblicke in den Arbeitsalltag bei Apple gewährt. Das Bild, das sie malt, sieht anders aus: Der Weltkonzern behandle seine Mitarbeiter als "Sklaven", was sich in einer Zufriedenheit von gerade einmal 30 Prozent niederschlage, schreibt sie laut "Futurezone".

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Als Wirtschaftsinformatikerin mit dem Schwerpunkt Personalmanagement ist die Wienerin dafür ausgebildet ausgebildet, unzufriedene Mitarbeiter zu motivieren. Doch als Kundenberaterin im Callcenter der Europa-Zentrale in Irland sei sie nur eine von vielen gewesen, kritisiert sie. Die Arbeitsplatzsituation im Büro beschreibt sie als wie in der "Legebatterie". Zwischen ihrem und den angrenzenden Arbeitsplätzen gebe es keine Armlänge Platz. Toilettengänge würden kontrolliert und seien auf acht Minuten pro Tag limitiert - inklusive Hin- und Rückweg.

Während der Arbeitgeber Flexibilität in Sachen Arbeitszeit von seinen Mitarbeitern verlange, was auch einmal in einer kurzfristigen Veränderung des Schichtplan enden könne, sehe es umgekehrt eher leidlich aus: Ohne jegliche Abstimmung musste sie als Mutter von zwei Kindern einmal für zwei Monate Spätschicht schieben, schreibt sie. Üblicherweise arbeitete sie in der Frühschicht mit freien Wochenenden für die Familie. Ein Tausch mit Kollegen, die die spätere Arbeitszeit bevorzugen, sei von vorn herein ausgeschlossen gewesen und kommentarlos abgeschmettert worden. Ebenso ihr Urlaubswunsch zum 1. Weihnachtsfeiertag, um an einer Aufführung ihres Sohnes beizuwohnen.

Eine interne Zufriedenheitsumfrage der 5.000 Mitarbeiter der Apple-Zentrale hat laut Kickl ergeben, dass gerade einmal 30 Prozent mit ihrem Arbeitsplatz zufrieden waren. Denen attestierte die Buchautoren jedoch teilweise das von ihr bezeichnete "Apple-Syndrom", frei nach dem Stockholm-Syndrom, bei dem Geisel sich mit ihrem Kidnapper sympathisieren. Das Management habe das Ergebnis gar nicht glauben können, so Kickl, und fragte schriftlich nach, ob die Umfrage von den Angestellten auch richtig verstanden wurde. Auch ist in dem Buch darüber zu lesen, dass die Europa-Zentrale in einem Jahr drei Suizide zu verzeichnen hatte.

Kickls Buch "Apple intern" ist im Verlag Edition A veröffentlicht und zum Preis von 21,90 Euro erhältlich. Apple ist ein Unternehmen, das mit festgefahrenen Prozeduren Mitarbeiter in "Angstzustände und Panikattacken, Agoraphobie und Klaustrophobie, Schlaflosigkeit und Zittern, Aggression gegen sich selbst und gegen andere, Herzrasen und übermäßiger Alkoholkonsum ..." treibt, zitiert "Futurezone" die Autorin.

Mehr zum Thema: Apple-Smartphones

Vor den Einblicken durch die Buchautorin Daniela Kickl hatte ich ein deutlich anderes Bild der Arbeitsbedingungen bei Apple. Die Frage, die ich mir stelle: Ist das nur das stupide Einhalten der Vorgaben aus Cupertino oder spielen sich gleiche Szenarien im Silicon Valley ab?

Persönlicher Kommentar von Matthias Zellmer

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Kommentare
  1. 20.03.17 20:21 Echse (Handy Master)

    Mak

    Ach komm. In Firma x steht doch auch von vornherein fest, dass Überstunden mit zb.20% -50% bezahlt werden. Hier in Deutschland.
    Verpflichtet das einen Mitarbeiter, regelmäßig Überstunden zu machen ? Nein. Es liegt am Mitarbeiter.
    Und das hat nichts damit zu tun, ob Apple das gerne sieht.
    Es wird wohl gesetzlich geregelt sein.
    Will Apple Überstunden, MÜSSEN sie die Kasse aufmachen.

  2. 20.03.17 20:09 Echse (Handy Master)

    Michie

    Weißt du was das beschämende an diesem Buch ist?
    Das die Frau es mit "Apple interna" beschreibt.
    Dabei hat sie den ganz normalen Alltag in Call centern bei großen Firmen beschrieben.
    Schlechte Bezahlung , mitarbeiterdruck etc.
    Alles bei cc Mitarbeitern an der Tagesordnung.
    Ob Amazon, Vodafone etc. Immer das gleiche.
    Aber hey. Apple bringt clicks.
    Und ein Buch über die Arbeitsbedingungen bei Apple verkauft sich immer gut:-)
    Ist ja Apple :-)

  3. 20.03.17 20:03 M.a.K (Handy Master)

    @ Echse,

    deswegen schrieb ich ja auch von einem "Bonus". Klar wird das nicht verlangt, Apple möchte es aber gerne. Das ist es worum es mir ging. Sie möchten gerne ihre Angestellten 80 Stunden arbeiten lassen und unterstützen das.

  4. 20.03.17 19:33 Echse (Handy Master)

    Mak

    Hast du die Links gelesen ?
    Niemand wird zu 80 Stunden verpflichtet.
    Wer das aber ( freiwillig) auf sich nimmt, kann mit einer sehr guten Bezahlung rechnen.
    Zitat
    "...Doch das ist nur das Basisgehalt. Richtig sahnen diejenigen ab, die bereit sind, mehr zu arbeiten..."
    FREIWILLIG

    So siehts bei anderen aus

    http://m.manager-magazin.de/unternehmen/it/a-941660.html

    Kein weltunternehmen wird zu diesem mit der 35-Stunden Woche

  5. 20.03.17 19:30 Echse (Handy Master)

    Michie

    Die cc Mitarbeiterin war aus Irland.
    Ansonsten eine typische cc arbeitsbeschreibung.
    Die Frau kam damit nicht zurecht, hat Frust geschoben und versucht nun noch Geld mit Apple zu machen.
    Das Thema kann man getrost zumachen. Du hast recht.

  6. 20.03.17 19:30 M.a.K (Handy Master)

    @ Echse,

    Arbeitszeiten sollten klar geregelt werden und 80 Std. machen jeden Menschen nach kurzer Zeit kaputt. Wenn einer Firma die Angestellten wichtig sind, würde niemand einen solchen Bonus erst in Aussicht stellen. An Japan sieht man sehr deutlich was zu viel Arbeit mit den Menschen macht, und die machen das sogar nicht unbedingt wegen dem Geld...

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