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DVB-T2 und die Alternativen zum Antennen-Fernsehen

AreaMobile Redaktion 25.03.2017 - 09:00|7
DVB-T2 und die Alternativen zum Antennen-Fernsehen

In wenigen Tagen beginnt der Regelbetrieb von DVB-T2, in vielen Regionen Deutschlands wird dann DVB-T abgeschaltet. Wer das Fernsehprogramm bislang per Antenne empfangen hat, muss sich mit diesem Wechsel auseinandersetzen und technisch umrüsten. Wir fassen alle wichtigen Informationen zusammen und geben einen Überblick zu den Alternativen.

Aktuell wird mächtig Werbung gemacht für den bevorstehenden Start des neuen Antennenfernsehens über DVB-T2. Dabei werden vor allem Ängste geschürt: "DVB-T wird bald abgeschaltet", das "TV-Bild ist bald weg", der "Fernsehbildschirm bleibt schwarz". Tatsächlich geht der neue Standard ab dem 29. März in den Regelbetrieb, nach einem Dreivierteljahr, in dem einzelne DVB-T2-Programme im Rahmen einer Pilotphase bereits in Deutschland ausgestrahlt wurden. Allerdings: Nicht überall wird ab dem Stichtag auf den neuen Antennenfunk umgeschaltet, vor allem in ländlichen Regionen ändert sich vorerst nichts. Über kurz oder lang wird es aber auch hier zum Umstieg kommen, bis Ende 2018 soll DVB-T2 flächendeckend in Deutschland verfügbar sein. Informationen zu den Preisen und Empfangsgebieten von DVB-T2 findet ihr in diesem Artikel.

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DVB-T2 tauglicher TV oder Receiver

Früher oder später wird sich also jeder deutsche Haushalt mit Antennenfernsehen die Frage stellen müssen, ob denn das TV-Signal auch weiterhin per Funk empfangen oder auf eine andere Technik umgerüstet werden soll. Denn DVB-T2 bietet zwar ein Fernsehsignal mit HD-Auflösung und sogar 5.1-Sound, allerdings ist die Umstellung mit Kosten verbunden: Neben der Anschaffung eines CI-Moduls für Fernsehgeräte mit integriertem DVB-T2-Tuner oder eines neuen Receivers zum Nachrüsten entstehen laufende Ausgaben, sofern Privatsender wie RTL oder Pro Sieben empfangen werden sollen. Die 69 Euro pro Jahr - oder 5,75 Euro im Monat - sind dabei pro Gerät zu entrichten, wer mehr als einen Fernseher im Haushalt betreibt, der muss also entsprechend mehr zahlen. Rabatte für Zweitgeräte gibt es seitens des Providers Freenet TV nicht.

DVB-T2 Modul | (c) Freenet TV via Amazon

DVB-T2 Modul | (c) Freenet TV via Amazon

Kabel- oder Satelliten-Emfang?

Naheliegend ist der Wechsel hin zu einer anderen Übertragungstechnik wie Kabel oder Satellit. Jedoch ist nicht in jedem Haushalt ein Kabelanschluss vorhanden oder möglich, zudem ist es bei vielen Mietwohnungen untersagt, eine Satellitenschüssel aufzustellen. Und davon einmal abgesehen stehen auch analoges Kabel und das noch kostenlos empfangbare SD-Signal über Satellit auf dem Abstellgleis: Ab Ende Juni 2017 wird in ersten Bundesländern der Stecker für die analogen Kabelanschlüsse gezogen, ab 2022 wird wohl auch Satellit komplett auf HD umgestellt. Auch hier müssen dann wohl oder übel Gebühren gezahlt werden.

Der Internetstream via Smart TV

Bleibt als Alternative zu DVB-T2 das Fernsehen per Internetstreaming, für das die Anbieter allerdings ebenfalls zur Kasse bitten. Etwa 5 bis 10 Euro fallen an, sofern nicht nur die mit der Rundfunkgebühr abgegoltenen öffentlich-rechtlichen, sondern zusätzlich noch die privaten Fernsehsender angeschaut werden wollen. Dazu bieten Waipu, Zattoo oder Magine TV ergänzende Pakete an, mit denen mehr Sender in HD-Qualität empfangen, weitere Sparten- oder fremdsprachige Sender zur Auswahl hinzugefügt werden. Voraussetzung hierfür ist zum einen ein Internet-tauglicher Smart TV, der die Apps von Waipu TV, Zattoo, Magine TV oder TV Spielfilm Live unterstützt, und zum anderen eine schnelle Internet-Verbindung. Um das Fernsehen auch in HD-Qualität streamen zu können, sollte eine Zugangs-Bandbreite von 16 MBit/s vorhanden sein.

Medion Lifesmart TV | (c) Hersteller

Medion Lifesmart TV | (c) Hersteller

Da es sich hier um ein Internet gebundenen Service handelt, kann das Programm auch unterwegs über entsprechende Android- oder iOS-Apps auf dem Smartphone oder Tablet, unterwegs konsumiert werden, allerdings mit immensem Datenverbrauch. Wer zu Hause nebenbei noch ein wenig am Computer im Internet surfen will, während der Sohn oder die Tochter an der PlayStation 4 ein Multi-Player-Game zockt und der Partner das neueste YouTube-Musik-Video schaut, kann es je nach DSL-Geschwindigkeit schnell zu einer Block-Darstellung kommen, da Datenfragmente für das Internet-Fernsehen fehlen.

Das Internetangebot der einzelnen TV-Sender steht auch als Livestream unter *.m3u-Adressen zum Abrufen bereit. Voraussetzung ist eine separate Software, die als Mediaplayer dient. Prominent sind hier Kodi (ehemals Xbox Media Player) und der VLC-Player. Leider ist es sehr mühselig, alle Adressen einzeln zusammenzusuchen, kostenfreie oder auch kostenpflichtige Dienste helfen mit regelmäßig aktualisierten m3u-Playlists. Doch Vorsicht ist geboten, da man sich hier schnell in rechtlichen Grauzonen befindet. Spätestens, wenn das Angebot auch Pay-TV-Sender wie Sky umfasst, begeht man einen Gesetzesverstoß.

Telekom Entertain und Vodafone GigaTV

Anbieter von IPTV mit einem Media-Receiver im Abonnement sind beispielsweise die beiden deutschen Netzbetreiber Telekom Deutschland (EntertainTV) und Vodafone (GigaTV). Die Telekom bietet für knapp regulär 50 Euro im Monat ein Triple-Play-Paket mit Telefon-, DSL- und TV-Anschluss mit 100 Sendern und Media-Receiver für den Fernsehempfang. Vodafone vermarktet GigaTV für Zuhause zunächst nur für Kabelanschlüsse, die zusätzlichen Monatskosten für das Basisangebot liegen bei 14,99 Euro bzw. als Premium-Version mit 20 weiteren Sendern für 19,99 Euro (wir berichteten). Für den Empfang benötigen die Kunden eine Full-HD- und 4K-fähige Set-Top-Box, die der Anbieter den Kunden für die Vertragsdauer leihweise zur Verfügung stellt. Wer GigaTV ohne Kabelanschluss daheim nur mobil per Streaming auf einem Android-Gerät oder einem iOS-Gerät wie iPhone und iPad abrufen möchte, zahlt 9,99 Euro pro Monat. Nach Ablauf einer zweimonatigen Probezeit kommen bei Bedarf jeweils noch 9,99 Euro für HD-Inhalte hinzu.

Preise für die GigaTV-Abos | (c) Vodafone

Preise für die GigaTV-Abos | (c) Vodafone

Beide Unternehmen bieten optional kostenpflichtige Zusatzleistungen wie beispielsweise das Sky- (Telekom) oder Maxdome-Filmpaket (Vodafone) an.

Mehr zum Thema: Mobile TV, Streaming, TV-Set-Top-Boxen

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Kommentare
  1. 01.04.17 11:26 handyhacho (Expert Handy Profi)
    Ach den Schrott meinst Du.

    Wenn das Unterschichten-Fernsehen erst einmal die Unterschichten-Zuschauer verliert guckt das ja gar keiner mehr, dann gibt es noch weniger Werbeeinnahmen und am Ende wird man ja sehen ob die ihre Verschlüsselungspläne wirklich aufrecht erhalten. Ich kanns mir eigentlich nicht vorstellen. Langfristig hat der Wegfall von Privatfernsehen sicher auch einen positiven Aspekt auf die (auch politische) Bildung, und auch die AFD wird an Stimmen verlieren, wenn die allmorgentliche Hetze des Sat1-Frühstücksfernsehens nicht mehr gesehen wird. Ich kann die Verschlüsselung somit eigentlich nur begrüßen und werde das Privatfernsehen ganz sicher nicht vermissen!

  2. 29.03.17 16:48 michie
    Nicht Umsonst!

    @handyhacho
    Etwas nicht richtig verstanden?
    Die Privaten Sender bleiben definitiv nicht umsonst. Ab jetzt nur in HD und HD kostet. Ab 2022 kostet dann auch Satellit, da 720 abgeschaltet wird und nur 1080i gibt.
    Kosten hierfür ein CI+ Modul und 5,75€ im Monat (69€ im Jahr), mindestens, (nur von freenet angeboten). Also es gibt keine Wahl, zahlen oder keine freien Sender mehr. Hat man nen 2-ten im Schlafzimmer oder so, dann halt alles doppelt. Außerdem nur maximal 40 Sender je nach Region. Die normalen Sender muss man ja bezahlen ob man will oder nicht. Für einen Rentner mit 800€ oder weniger im Monat bestimmt nicht lustig und davon gibt's einige. Viel spaß mit der Programmvielfalt der Öffentlichen.

  3. 28.03.17 09:43 handyhacho (Expert Handy Profi)
    Ich wüsste nicht warum Rentner und Hartzer in Zukunft nicht mehr DVBT gucken können?

    Klar, der Frequenzwechsel erfordert ein neues Gerät, aber das dvbt2 ist ja auch nicht teurer als die dvbt damals. Wer private Dienstleistung möchte muss eben zahlen, aber es muss ja niemand. Die normalen Sender bleiben ja kostenlos.

  4. 27.03.17 12:54 michie
    wer zahlts?

    War gerne von Rentnern und Einkommen schwachen, Campern sowie in großen Wohnanlagen ect. gerne genutzt. Mann brauchte nicht die großen Schüssel am Haus und es war günstig, da der Anschaffungspreis moderat war.
    Jetzt werden wir noch auf Full HD gezwungen und ab 2022 müssen alle dafür blechen. Das ganze ist ja dazu noch interpoliert, also 2 Halbbilder, bedeutet nicht wirklich die volle Qualität. Das jetzige Fernsehen war für viele ausreichend gut und wer wollte hatte ja die Wahl. Dazu DSL noch nicht überall gut ausgebaut, wirklich genial. Die großen verdienen die kleinen zahlen, dazu noch eigentlich Mogelpackung.

  5. 26.03.17 19:31 handyhacho (Expert Handy Profi)
    Wer für DVB-T2 zahlt hat doch den Schuss nicht gehört

    Wenn irgendwie möglich macht der Wechsel auf Satellit in allen Beziehungen Sinn(flache Sat-Antennen, Sat-Chair etc. machen auch bei Antennengeschädigten sehr viel möglich) - und am Ende ist es sogar günstiger. Bis 2022 fallen bei DVB-T2 ca. 280€ an Gebühren an - eine gute Sat-Anlage kostet keine 100€. Die Receiver kosten in etwa das gleiche.
    Zusätzlich zu dem eingesparten Geld bekommt man ein sehr viel größeres Angebot an Programmen inkl. der Möglichkeit, Sky zu abbonieren. Und, wer keine (wirklich keine) Sat-Schüssel aufbauen kann (und auch wirklich keinen Flachdetektor und auch wirklich keinen Balkon besitzt, auf dem man eine Sat-Chair aufstellen könnte), der fährt mit einer günstigen Android-DVBT2-Box und installierter Netflix-App doch deutlich besser.
    Ich verstehe nicht wer sich den Scheiß wirklich kauft. Dumme gibts ja immer, ich weiß, aber verstehen muss man das ja auch nicht...

  6. 25.03.17 14:30 blueskyx (Advanced Member)

    DVB-T war kein Flop, wurde nur aufgrund der immer besseren Angebote über Kabel/SAT/IPTV zunehmend uninteressanter. Gerade IPTV dürfte hier einiges abgeknappst haben. Ich glaube der Anteil von DVB-T lag bei irgendwas um die 10%.

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