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Ubuntu Phone wird nicht weiterentwickelt

Björn Brodersen 06.04.2017 - 08:55|5
Ubuntu Phone wird nicht weiterentwickelt

Ubuntu Phone wird nicht weiterentwickelt. Die überraschende Nachricht verkündet Canonical-Gründer Mark Shuttleworth im Unternehmensblog. Dabei hatte die Software-Schmiede vor kurzem auf dem MWC 2017 noch einen neuen Partner für das Linux-Betriebssystem vorgestellt. Auch für die Desktop-Version von Ubuntu kündigt Shuttleworth Änderungen an.

Überraschende Entscheidung: Canonical stellt die weitere Entwicklung von Ubuntu Phone für Smartphones und Tablets ein. Das verkündet der Gründer des Unternehmens Mark Shuttleworth jetzt in einem Blogbeitrag. Außerdem stellt Canonical mit der Auslieferung von Ubuntu 18.04 LTS im April 2018 die Benutzeroberfläche des Betriebssystems von Unity zurück auf GNOME um, weil die Eigenentwicklung keinen Anklang in der Community und im Markt gefunden habe. Dass die Software-Schmiede auch die Desktop-Entwicklung einstellt, müssen Nutzer Shuttleworths Angaben zufolge nicht befürchten.

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"Die Arbeit auf dem Smartphone und Tablet wird auch beendet, eigentlich die ganze Konvergenz-Geschichte", bestätigte der Community-Manager von Canonical, Michael Hall, dem Technik-Portal Ars Technica. 2013 sahen die Macher das noch anders und investierten Geld in Software für Mobilgeräte, weil sie damit rechneten, dass der Desktop-PC ohne mobiles Gegenstück aussterbe. "Ich ging davon aus, dass Konvergenz die Zukunft sei und dass diese als freie Software in der Community und in der Technikbranche breiten Anklang finde, weil es eine wesentliche Frustration mit den bestehenden geschlossenen Alternativen für Hersteller gibt", schreibt Shuttleworth. "Ich lag in beiden Punkten falsch."

Erste Smartphone-Modelle mit vorinstalliertem Ubuntu Phone kamen von Herstellern wie BQ, OnePlus und Meizu. Auf dem Mobile World Congress 2017 zeigte Canonical noch das Fairphone 2 mit dem offenen Alternativ-OS. Namhafte Hersteller machten aber einen großen Bogen um das Linux-Betriebssystem und setzen stattdessen ganz auf Android. Finanziellen Erfolg hat das Unternehmen mit Server- und Cloud-Software unter anderem für das Internet der Dinge (IoT). In diese Bereiche will Canonocial weiter investieren.

Mehr zum Thema: Smartphones, Tablet, Ubuntu, Mobile Betriebssysteme

via Handyhacho (Danke für den Tipp!)

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Kommentare
  1. 06.04.17 20:37 handyhacho (Expert Handy Profi)

    Zumal Ubuntu Phone mit Mir wirklich ein Exot ist. Zwar laufen auch auf SailfishOS keine X11-Programme, aber das wird sich mit zunehmender Verbreitung von Wayland ändern. AFAIK ist Wayland bei Fedora bereits der Standard, zumindest beim Login-Screen. Auch KDE ist schon in großen Teilen Wayland-kompatibel. Somit werden sich solche Wayland-Anwendungen sicher bald auch für das Jolla ohne große Probleme crosskompilieren lassen (für ARM halt), genau wie vorher auf dem N900 und dem N9, die ja noch X11 benutzten.

  2. 06.04.17 19:23 Fritz_The_Cat (Advanced Handy Master)

    Besonders überraschend finde ich diese Nachricht nicht. U.a. @Bocadillo und ich haben ja schon vor langer Zeit prognostiziert, daß "Exoten-OS" wie Ubuntu Phone am Markt keine Chance haben und über kurz oder lang verschwinden werden.

  3. 06.04.17 15:40 handyhacho (Expert Handy Profi)

    Naja, Fragmentierung ist ja nur ein Problem, wenn es *wirklich* fragmentiert. Ob nun KDE, Gnome, Mate oder Xfce oder von mir aus auch FVWM als Window-Manager laufen ist ja zunächst mal egal, denn zusätzliche Software erledigt ihren Dienst ja weiterhin. Genau das war aber das Problem von Unity. Während alle relevanten DEs/WMs sich für den GNU-konformen Umstieg von X11 auf Wayland entschlossen haben, ist Ubuntu einen eigenen Weg gegangen, hat viel FUD gegen Wayland gestreut und hat mit MIR einen eigenen Compositor entwickelt, der vollkommen inkompatibel zu Wayland ist und de facto ein erneutes Kompilieren der Software erfordert. Ob man dies vor dem Hintergrund getan hat, einen eigenen, kommerziellen Linux-Fork zu etablieren, z.B. mit Steam als Partner, oder einfach nur aus Borniertheit, sei dahingestellt. In jedem Fall ging der Schuss nach hinten los, direkt nach der Ankündingung hatte selbst Kubuntu Mir eine Absage erteilt. Wayland ist die Zukunft, und damit steckte Mir (und auch Unity) in einer Sackgasse. Da ist das Ende nicht soo überraschend. Sicher bekommt auch SailfishOS dadurch erneut einen Schub, wollen wir hoffen dass die Sony-Geräte auch erscheinen.

  4. 06.04.17 12:53 Laborant (Expert Handy Profi)

    Die Schwäche bei Linux ist die Fragmentierung...

    Ubuntu, OpenSuse, Fedora und und und... da blickt kein Laie durch. Mit dem Wegfall von Ubuntu Phone, hat eine einzige Linux-Distri bessere Chancen. Sailfish.

  5. 06.04.17 11:21 handyhacho (Expert Handy Profi)

    Ist ja ein ziemlicher Kracher und echt überraschend, krass. Allerdings ist begrüßenswert, dass mit Unity wohl auch die Weiterentwicklung von Mir eingestellt wird - was insgesamt gut für die Linuxwelt ist, da Wayland der gemeinsame Pfad eines XWindows-Nachfolgers ist und Mir nur zu Fragmentierung geführt hätte.
    Es ist natürlich schade, wenn ein offenes System verschwindet, aber im Gegensatz zu den Jollas waren die bisherigen Ubuntus ja weder sonderlich offen noch sonderlich alltagstauglich... außerdem fand ich Unity schon immer irgendwie doof.
    Ich bin allerdings gespannt, ob das Ende von Ubuntu Phone nun KDE Plasma Mobile einen Schub gibt!

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