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HTC U11 Hands-on: Schillerndes Spitzensmartphone mit Druckrahmen

Stefan Schomberg 16.05.2017 - 09:01|14
HTC U11 Hands-on: Schillerndes Spitzensmartphone mit Druckrahmen

Das HTC U11 ist das hat neue Top-Smartphone des taiwanischen Herstellers für 2017. Optisch ähnelt es mit den imposanten Spiegelungen auf dem Gehäuse dem HTC U Ultra, technisch hat es mehr zu bieten. Etwa einen Sensor im Rahmen für Eingaben per Drücken. Wir haben im Hands-on das neue HTC-Flaggschiff mit dem zu drückenden Rahmen getestet.

U klingt nach Untergrundbahn oder Unterseeboot, bei HTC heißen aber auch Smartphones so. Die noch junge U-Serie erweitert der taiwanische Hersteller jetzt um ein das neue Spitzenmodell HTC U11. Fun Fact am Rande: Der Code-Name des HTC U11 lautete "Ocean" und bezog sich auf den Film Ocean`s Eleven von 2001 - offensichtlich war die 11 im Namen des aktuellen Topsmartphones von HTC schon damals klar und irgendwer in der Entwicklungsabteilung von HTC ist Film-Fan.

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Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Optisch orientiert sich auch das neue HTC U11 am "Liquid Surface"-Design der bisherigen U-Modelle HTC U Play und HTC U Ultra. Dabei setzt der taiwanische Hersteller auf runde, fließende Formen und eine Glasoberfläche auf der Rückseite, die stark spiegelt, reflektiert und schillert - wie Wasser. Dafür verwendet HTC nicht nur eine Farbschicht, die unter das stark gebogene durchsichtige Glas gesetzt wird, sondern färbt das mehrschichtige Glas. So reflektiert das Smartphone-Gehäuse das Licht aus jedem Blickwinkel anders und wird dadurch einzigartig. Ein sachter Farbverlauf sorgt dafür, dass beispielsweise das schwarze Gerät je nach Lichteinfall einen leichten Grünschimmer zeigt. Das wirkt geheimnisvoll.

HTC U11 | (c) Areamobile
Das schillernde Gehäuse des HTC U11

Das ständige Geblitze und Geblinke muss man mögen. Teilweise treibt HTC es auch eine Spur zu weit: Die silberne Version wirkt wie ein Spiegel oder Chromlack und zeigt schnell unschöne Fingerabdrücke auf der Oberfläche. Das sieht dann schnell nicht mehr so schick aus. Nutzer des HTC U11 sollten daher immer ein Putztuch dabei haben.

Im Gegensatz zum Schillern erscheint der Formfaktor des HTC U11 eher gewöhnlich. Natürlich gefällt längst nicht allen Smartphone-Nutzern das ungewöhnliche Display-Format von Samsung Galaxy S8 oder LG G6, doch verglichen mit dem randlosen Design der beiden Modelle macht das HTC U11 einen fast altbackenen Eindruck. Der Fingerabdrucksensor ist zum Beispiel unter dem Display posioniert, über und unter dem Screen gibt es entsprechend viel Platz. Das macht das Smartphone ausladender als nötig, auch wenn die Gerätegröße mit 154 x 76 x knapp 8 Millimetern im normalen Rahmen bleibt. Fast 170 Gramm Gewicht passen gut zum hochwertig wirkenden, weil perfekt verarbeiteten HTC U11.

Innovation bringt HTC nicht beim Display, sondern an anderer Stelle ins Spiel: Der schicke Metallrahmen dient als Eingabemedium. Hält man das HTC U11 hochkant in einer Hand, so reagiert der untere Teil des Rahmens auf beiden Seiten auf Druck. Voreingestellt wird etwa aus dem Standby heraus die Kamera in der letzten Einstellung geöffnet, sobald man auf den Rahmen drückt. War also zuvor die Frontkamera aktiviert, wird so die Frontkamera aktiviert. HTC nennt das "Edge Sense" und will diese Funktion später um weitere Einstellungsmöglichkeiten erweitern.

Was jetzt schon im Hands-on des neuen HTC-Smartphones funktioniert: Ein langer Druck auf den Edge-Sense-Rahmen öffnet auf dem HTC U11 den Google Assistant. Die "Rahmentaste" kann sogar die Druckintensität erkennen, entsprechend lassen sich für leichten und harten Druck unterschiedliche Funktionen belegen. Später soll ein "Edge Sense Companion" dafür sorgen, dass ganze Szenen, also mehrere aufeinanderfolgende Aktionen, mit nur einem Druck ausgelöst werden. HTC plant die Veröffentlichung dieses Companion für Juli, dann soll auch der Amazon-Sprachassistent Alexa auf dem HTC U11 zur Verfügung stehen. Der Nutzer wird dann die Wahl zwischen der Sprachsteuerung von Amazon und Google haben oder beide abwechselnd nutzen können. Dank vier Mikrofonen sollen die Sprachbefehle bis zu einer Entfernung von 1,5 bis 2 Metern 50 Prozent besser als bei Konkurrenzprodukten verstanden werden. Über die Stimmerkennung wird das Smartphone auch entsperrt.

Das neue HTC U11 im Hands-on ist als erstes HTC-Smartphone nach IP67 zertifiziert und so in gewissem Maße gegen das Eindringen von Wasser und Staub geschützt. Etwas ratlos sind wir hingegen wegen des Fehlens von Qi als Standard für kabelloses Laden: Die HTC-One-Modelle mit Metallgehäuse unterstützten kein induktives Laden, bei den neuen Geräten mit Glasrückseite wäre das aber möglich. Qi sei noch kein etablierter Standard, sagt HTC lapidar dazu.

Display-Größe und -Qualität

Das 5,5 Zoll große IPS-LC-Display des HTC U11 im gängigen 16:9-Format wirkt im Hands-on nicht nur angenehm kontraststark und farbintensiv, sondern dank hoher QHD-Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixel und einer Dichte von 539 Bildpunkten pro Zoll auch enorm scharf. Dank der 2.5-Glas-Abdeckung aus Gorilla Glass 5) ist der Bildschirm adäquat, wenn auch nicht gegen kräftige Stoßeinwirkungen geschützt.

HTC U11 | (c) Areamobile
Das 5,5-Zoll-Display mit QHD-Auflösung ist anfällig für Kratzer

Überraschend allerdings: Im Hands-on zeigten einige der Vorführgeräte schon nach kurzer Zeit einen Kratzer auf dem Display-Glas. Hoffentlich sind die Glasabdeckungen der Verkaufsversionen des HTC U11 widerstandsfähiger. Ein zusätzliches Ticker-Display wie am HTC U Ultra gibt es nicht, HDR beherrscht der Touchscreen des HTC U11 ebenfalls nicht - die Displays der direkten Konkurrenz bieten hier inzwischen mehr.

System: Hardware, Software und Bedienung

Kernstück des HTC U11 ist neben dem Design der neue Qualcomm Snapdragon 835 mit bis zu 2,45 GHz, der extrem viel Power und auch einige andere Vorteile verspricht. Allerdings bringt der taiwanische Hersteller das neue Flaggschiff-Smartphone "nur" mit 64 GB großem UFS-2.1-Speicher und 4 GB RAM nach Deutschland, die Variante mit 6 GB RAM und 128 GB internem Speicher bleibt asiatischen Märkten vorbehalten. Immerhin wird es hierzulande im freien Handel auch die Dual-SIM-fähige Ausgabe des HTC U11 mit Hybrid-Slot geben.

HTC U11 | (c) Areamobile
Fingerabdrucksensor und Sensor-Tasten scheinen ungünstig platziert

Ansonsten ist alles an Bord, was man an einem Highend-Smartphone erwartet: USB 3.1 (Typ C), Bluetooth 4.2, NFC, Fingerabdrucksensor, WLAN ac mit DLNA und Miracast, GPS/Glonass/Beidou zur Standortbestimmung sowie UMTS/HSPA+ und LTE Cat-16 für Datenübertragungen mit theoretisch bis zu 1 GBit/s. Als Betriebssystem ist Android 7.1.1 Nougat mit den typischen HTC-Anpassungen wie etwa dem Sense Companion vorinstalliert.

Die Sound-Qualitäten des HTC U11

Große Stücke hält Hersteller HTC nach wie vor auf die Sound-Features seiner Smartphone-Modelle. So bietet auch das HTC U11 Boomsound in der Hifi-Edition mit einem Hauptlautsprecher für Tief- und Mitteltöne und dem Telefonielautsprecher für Mittel- und Hochtöne. Dabei dient das Gehäuse des Smartphones als Resonanzkörper. Offenbar gibt es da aber wenig freien Raum, denn beim ersten Ausprobieren klingen die Lautsprecher des U11 zwar recht ordentlich, aber nicht so gewaltig wie die von älteren One-Modellen. Besseren Klang liefert da das mitgelieferte Headset ab. Dabei handelt es sich um das gleiche Headset wie für die anderen beiden Smartphones der U-Serie.

HTC U11 | (c) Areamobile
Persönliches Audioprofil für den perfekten Klang

Auf einen 3,5-Millimeter-Port für kabelgebundene Kopfhörer verzichtet HTC beim U11 und setzt stattdessen auf USB Typ C. Beim neuen Spitzenmodell ist das aber auch gerechtfertigt, denn das Headset bietet Active Noise Cancellation und wird dafür vom Smartphone mit Strom versorgt: Die Mikrofone des Headsets sammeln Informationen über Umgebungsgeräusche und eine Software berechnet im Hintergrund entsprechende Frequenzen, mit denen sich die Umgebungsgeräusche nahezu ausblenden lassen sollen. Das kann Klinke nicht. Auch an der Ausblendung von Umgebungsgeräuschen arbeitet der Snapdragon 835 mit seiner immensen Power mit. Wie sehr das den Akku belastet, lässt sich nach dem kurzen Hands-on nicht einschätzen. Weitere Frage: Warum funktioniert die Geräuschunterdrückung bei Filmen, Musik und Spielen, bei Telefonaten aber nicht?

Weiteres schon bekanntes Features des HTC U11 ist "USonic": Auf Knopfdruck wird über Sonar der Gehörgang des Headset-Trägers vermessen und die Tonwiedergabe entsprechend angepasst. Das dauert kaum eine Sekunde und ist somit wesentlich schneller als das ähnliche, aber umständlichere "Adapt Sound" von Samsung. Übrigens: Wer unbedingt seine alten Kopfhörer mit 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss weiterverwenden will, findet im Lieferumfang des HTC U11 einen Adapter mit eingebautem DAC zum Anschließen des Klinken-Headsets an den USB-C-Port. Im Einzelkauf kostet das Verbindungsgerät knapp 20 Euro. Einfache Drittanbieter-Adapter funktionieren laut Hersteller nicht am HTC U11.

HTC U11 | (c) Areamobile
Wer Kopfhörer mit Klinke an das HTC U11 anschließen will, braucht diesen Adapter.

An sonstiger Ausstattung ist beim HTC U11 im Hands-on alles mit an Bord, was man sich von einem Highend-Smartphone vorstellen kann: USB 3.1 (Typ C), Bluetooth 4.2, NFC, Fingerabdrucksensor, WLAN ac mit DLNA und Miracast, GPS mit Glonass- und Beidou-Unterstützung und natürlich LTE mit theoretisch bis zu Cat. 16. Als Betriebssystem dient Android in Version 7.1.1 mit den typischen HTC-Anpassungen wie etwa dem Sense Companion.

Die Kamera des HTC U11

Mit der sogenannten "Ultrapixel"-Technologie sorgte HTC vor einigen Jahren beim Launch des HTC One M7 für Furore. Statt mehr Pixel setzte HTC hier auf größere einzelne Bildpunkte der Kamera. Zwar musste das Unternehmen schnell erkennen, dass auch große Pixel allein kein Allheilmittel sind und mehr als 4 Megapixel für gute Bildqualität vonnöten sind. Inzwischen haben die Taiwaner aber offensichtlich den Bogen raus, wie beispielsweise die Kamera-Tests der von HTC gebauten Google-Phones Pixel und Pixel XL belegen. Beim U11 hat sich HTC für einen Ultrapixel-Sensor mit 12,2 Megapixel 1,4 µm großen Bildpunkten entschieden. Die U11-Kamera hat zudem eine Blendengröße von f/1.7 und ist daher lichtstark, ein optischer Bildstabilisator soll für verwacklungsfreie Bilder sorgen, ein Phasenerkennungs-Autofokus für verlässlich scharfe Aufnahmen. Zum Aufhellen von Motiven im Nahbereich steht ein Dual-Tone-LED-Blitz bereit.

HTC U11 | (c) Areamobile
Die 12,2-Megapixel-Kamera des HTC U 11| (c) Areamobile

Außerdem hat sich HTC für eine weitere Neuerung entschieden: Dank HDR-Boost werden permanent Bilder aufgenommen. Betätigt der Nutzer den Kamera-Auslöser, so werden immer drei Bilder zu einem Bild zusammengefügt. Ähnlich kennt man das von Samsung- oder auch BQ-Phones. Das Foto-Feature sorgt für geringeres Bildrauschen, hellere Bilder, mehr Details und bessere Farbwiedergabe.

HTC U11 | (c) Areamobile
Die Kamera-App des HTC U11

Videos nimmt die rückseitige Hauptkamera des HTC U11 mit 4K-Auflösung auf, für guten Ton sollen dabei 360-Grad-Sound-Aufnahmen und Audio Zoom sorgen. Dabei handelt es sich um eine Art Software-Richtmikrofon, das bei Video-Zoom gezielt nur noch Aufnahmen im Zentrum des Kamerasuchers zulässt. Wie gut das alles funktioniert, werden wir im ausführlichen Test des HTC U11 herausfinden.

Gesprächsqualität und Akkulaufzeit

Im Hands-on konnten wir die Gesprächsqualität des HTC U11 nicht überprüfen. Das Gerät unterstützt aber beispielsweise die Vodafone-Technologie "Crystal Clear" für höhere Sprachqualität im LTE-Netz. Auch zur Akku-Laufzeit des neuen HTC-Smartphones können wir noch keine Angaben machen. Der Energiespender ist 3.000 mAh groß und ermöglicht laut Hersteller bis zu 14 Tage Standby oder bis zu 24,5 Stunden Gesprächszeit. Denkbar, dass dabei der Energie- oder der sogenannte extreme Energiesparmodus aktiviert sein muss. Kabelloses Laden des Akkus ist nicht möglich, dafür unterstützt das HTC U11 im Hands-on aber Quick Charge 3.0 und sollte daher theoretisch in 30 Minuten auf bis zu 70 Prozent seiner Akkuladung aufgefüllt werden können.

Fazit: Erster Eindruck vom HTC U11

Das Design des HTC U11 im Hands-on ist schillernd und extravagant - so viel "Blingbling" ist aber nicht Jedermanns Sache. Leider ist das Smartphone auch enorm Fettfinger-anfällig und wirkt dann schnell eher unansehnlich. Technisch ist das HTC U11 gut aufgestellt: Der neue Snapdragon 835 dürfte so schnell in puncto Leistung nicht übertroffen werden, und Features wie USonic, Active Noise Cancellation und Edge-Sense sucht man bei Konkurrenzgeräten vergeblich. Das Gesamtpaket auf dem Papier stimmt, auch ohne Qi oder HDR-Display. Ob das U11 im ausführlichen Test hält, was es nach dem kurzen Hands-on verspricht, könnt ihr demnächst hier bei Areamobile nachlesen.

HTC U11 | (c) Areamobile
Die Farbvarianten des HTC U11

Das HTC U11 kostet 749 Euro (UVP), kann ab heute vorbestellt werden und ist ab dem 1. Juni in den Läden verfügbar. Das Gerät steht anfangs in den Farbversionen Schwarz, Silber, Perlmutt und Blau zur Auswahl. Alle Infos zur Ausstattung des HTC U11 findet ihr in unserem Datenblatt des Smartphones.

Weitere Informationen zum HTC U11:

Mehr zum Thema: Android-Smartphone, Smartphone, 2k (QHD), Snapdragon 835, Android-Flaggschiffe, HTC Sense Companion

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Kommentare
  1. 22.05.17 09:11 Fritz_The_Cat (Advanced Handy Master)

    Über Geschmack läßt sich nicht streiten aber der Rest klingt, finde ich, gut

  2. 22.05.17 06:21 chief (Professional Handy Master)

    @Stefan
    "Außerdem ist Typ C in diesem Fall wegen ANC durchaus sinnvoll."

    Naja, Sony schafft ANC mit einem Klinkeanschluss. Nur das ANC anzuführen ist da etwas dünne. Wenn schon dann eher wegen dieser uSonic Geschichte.
    Aber auch zweifel ich etwas dran. Das HTC10 und S7 bieten auch die Möglichkeit den Sound seinem Gehör anzupassen. Und das per Klinke.

  3. 17.05.17 13:59 Stefan Schomberg (Leitender Testredakteur)

    @mak
    Ein Adapter von USB C auf Klinke ist mit dabei. Außerdem ist Typ C in diesem Fall wegen ANC durchaus sinnvoll.

    mfg

  4. 16.05.17 20:29 M.a.K (Handy Master)

    Ah okay, dann hat sich das ja schon seit dem Vorgänger wieder geändert. Hatte die Sitzenmodelle vor dem HTC 10 im Kopf.

  5. 16.05.17 20:06 Gorki (Advanced Handy Master)

    Das HTC 10 hat keine Menütasten im Display. Die sind darunter, neben dem Homebutton...

  6. 16.05.17 20:00 M.a.K (Handy Master)

    @ IBNAM,

    ich meine die Tasten auf dem Display. Lassen die sich auch ausblenden, wenn keine "echten" vorhanden sind?

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