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Android O: Google beugt sich mit Project Treble dem Druck der Hersteller

Tobias Czullay 19.05.2017 - 10:22|0
Android O: Google beugt sich mit Project Treble dem Druck der Hersteller

Zu früh gefreut? Mit "Project Treble" für Android O könnte Google für schnellere und länger ausgelieferte Updates für Smartphones und Tablets sorgen. Hintergedanke von Google ist aber wohl ein ganz anderer.

Zu "Project Treble" verlor Google auf der I/O-Keynote keine Silbe. Der zwei Tage vorher veröffentlichte Beitrag auf dem offiziellen Firmenblog sollte dem Android-Team wohl genug der Vorstellung gewesen sein, dabei handelt es sich eigentlich um eines der spannendsten neuen Features von Android O: Google trennt das eigentliche Betriebssystem von den Low-Level-Treibern für Bauteile wie den Chipsatz. So könnte theoretisch eine neue Android-Version für ein Smartphone auch dann erscheinen, wenn Chiphersteller wie Qualcomm oder Mediatek keinen Support mehr für die darin verbaute Platine geben und keine Firmware mehr entwickeln wollen.

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Mit "Project Treble" könnten Gerätehersteller wie Samsung, LG oder HTC schneller und unabhängiger ihre Systemupdates ausliefern, außerdem über einen längeren Zeitraum und theoretisch auch für Modelle mit weniger potenter Hardware. Google hat sich also eines der größten Probleme seines Betriebssystems angenommen, will es den Android-Lizenznehmern leichter machen, für regelmäßige Updates zu sorgen und damit Nutzer zufrieden stellen. Oder doch nicht? Wie David Ruddock, Redakteur des Blogs Android Police auf der I/O von Android-Chefentwickler Dave Burke erfahren hat, hat Google "Project Treble" vor allem eingeführt, um für Hersteller die Kosten für die Update-Entwicklung zu senken.

Google gab dem Druck der Hersteller nach

Das wirft dann leider auch ein anderes Licht auf "Project Treble". Google hat Android O nicht modularisiert, um Herstellern eine einfachere Möglichkeit zu bieten, Updates für ihre Geräte auszuliefern. Vielmehr hat Google dem Druck der Hersteller nachgegeben, denen die Entwicklung der Updates schlicht zu teuer war. Dass sich die Situation nun verbessert und neue Android-Versionen für mehr Geräte als bislang ausgeliefert werden, erscheint unter Einbezug dieser Aussage nun eher unwahrscheinlich.

Sie könnte sich für den Kunden sogar verschlechtern, denn ohne die Pflicht, neue Treiber mit behobenen Fehlern und gestopften Sicherheitslücken in einer Android-Version einzubauen, werden die Partner aus Kostengründen natürlich auch davon absehen. Unterm Strich hieße das: Ja, Updates kommen vielleicht schneller, längst aber nicht häufiger, über einen längeren Zeitraum oder für mehr Geräte.

Noch ein Detail hat Dave Burke am Rande der Entwicklerkonferenz verraten: Die zwei Google-Smartphones Pixel und Pixel XL sind die ersten, die Unterstützung für "Project Treble" bieten. Das ist jedoch eine Ausnahme, denn offenbar ist eine Voraussetzung dafür, dass das Gerät ab Werk mit Android O bespielt ist. Die Top-Smartphones aus diesem Jahr von Samsung, LG und HTC werden also noch über den herkömmlichen Weg aktualisiert werden müssen.

Mehr zum Thema: Android, Android 8 Oreo

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