Fast schien es schon so, als wäre es eine ausgemachte Sache, dass der britische Mobilfunkbetreiber mmo2 vom spanischen Telekommunikationskonzern Telefonica übernommen wird, als am Montag ein entsprechendes Angebot in Höhe von 26 Milliarden Euro vorgelegt wurde und O2 kurze Zeit später die Empfehlung für seine Aktionäre herausgab, das Angebot anzunehmen.
Doch jetzt sind in Branchenkreisen Stimmen laut geworden, die davon sprechen, mmo2 sei weiterhin offen für andere Angebote von Telekomkonzernen wie der Deutschen Telekom oder France Telecom. Offensichtlich wird darauf spekuliert, dass sich die Mitinteressenten nun im Zugzwang sehen könnten, ebenfalls ein Angebot abzugeben. Ein Sprecher des britischen Mobilfunkkonzerns wollte dies zwar nicht bestätigen, aber im Gegenzug wolle man für die Zukunft auch nicht ausschließen, dass jedes weitere Angebot geprüft werden müsse.
Nahezu ebenso verdeckt gibt man sich bei den möglichen Mitinteressenten, die zu keiner Stellungnahme bereit sind – in einem laufenden Bieterwettstreit war dies auch kaum zu erwarten. Lediglich die Deutsche Telekom ließ heute offiziell verlautbaren, dass ein Gegenangebot von ihrer Seite nicht zu erwarten sei. Noch im September hatte die Deutsche Telekom angekündigt, man wolle erneut einen Anlauf zum Kauf des britischen Netzbetreibers nehmen, nachdem im August die Gespräche mit der niederländischen KPN für eine gemeinsame Übernahme gescheitert waren.
Im Umfeld der geplanten Übernahme von o2 sind zudem noch weitere Gerüchte aufgetaucht, die auf lange Sicht eine Übernahme von E-Plus durch Telefonica für möglich erachten. So argumentiert z.B. der Telekom-Analyst bei der Dresdner Bank Chris-Oliver Schickentanz, dass die Spanier bei einem Kauf von o2 den Abstand zu den Marktführern in Deutschland, T-Mobile und Vodafone, auf Dauer nicht akzeptieren würden. Erst durch die Übernahme eines weiteren Anbieters in Deutschland entstünden aber wirkliche Synergien und damit größere Einsparungen. Allerdings scheint man hierbei außer acht zu lassen, dass der niederländische Mutterkonzern KPN kein Interesse daran haben dürfte, sein rentabel wirtschaftendes Tochterunternehmen abzustoßen.
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