"WiMAX ist kein Hype, sondern Realität", weiß Intel-Mitarbeiter Jürgen Thiel zu berichten; ein neuer Beweis hierfür ist seit gestern mitten in der deutschen Hauptstadt zu finden. Der seit der Wende dank Glasfaserentscheid der Bundesregierung nicht ans DSL-Netz angeschlossene Bezirk Pankow wird als erste ostdeutsche Region ohne Kupferkabel erfahren, wie sich das Surfen mit Breitbandgeschwindigkeit anfühlt und setzt hierfür bereits auf die neueste Generation mobiler Verbindungstechnologie.
WiMAX lautet das Zauberwort: Bei ihr handelt es sich um eine Form der Datenübertragung, die alle bisher etablierten drahtlosen Connectivity-Möglichkeiten in den Schatten stellt und die angesichts ihrer Beliebtheit schon bald die feste Verkabelung von Haushalten völlig obsolet machen könnte. Mit WiMAX lassen sich Daten kabellos deutlich schneller übertragen als über UMTS, WiMAX-Pionier Samsung will im Labor mit verwandten Technologien bereits eine Datenrate von über 1GBit/s erzielt haben.
Das Netz in Pankow ist da noch etwas gemächlicher, zeigt aber, wohin die Reise geht: für eine 3,5MBit/s-Datenleitung zahlt der Kunde etwa €34 pro Monat. Das ist nicht deutlich teurer als ein vergleichbarer DSL-Anschluss und damit durchaus konkurrenzfähig zum Kupferkabel-DSL der Telekom. Bis Mitte 2007 will der Betreiber DBD Deutsche Breitbanddienste GmbH mit seinem Produkt MAXXtelecom das ganze Stadtgebiet mit WiMAX versorgen. Die Technik hierfür stammt von Intel, die den neuen Standard intensiv vorantreiben. Trotz der Breitbandtechnologie werden laut Intel auch UMTS und WLAN weiterhin ihre Daseinsberechtigung haben - das Unternehmen sieht sie als komplementäre Technologien. Motorola und Samsung, Intels Hauptkonkurrenten, könnten andere Interessen verfolgen: sie wollen bereits 2007 erste mobile Endgeräte wie Handhelds oder PC-Karten vorstellen, die WiMAX-fähig sind. Ursprünglich war WiMAX als Infrastrukturtechnologie für kaum erschlossene bzw. erschließbare Regionen vornehmlich ärmerer Länder geplant.
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